BERLIN (dpa-AFX) - Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine große Auswahl an Filmen und Serien sind bei Streamingdiensten besonders gefragt. In einer Umfrage nannten 45 Prozent das Preis-Leistungs-Verhältnis als einen der drei wichtigsten Aspekte internationaler Streamingangebote. Für 40 Prozent gehörte eine große Auswahl an Filmen und Serien dazu. Deutsche Produktionen zählten dagegen nur für zwölf Prozent zu den drei wichtigsten Kriterien.
Für dich zusammengefasst:
45 Prozent der Kunden achten auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.
70 Prozent sind besorgt über mögliche Preissteigerungen.
58 Prozent sind mit deutschen Inhalten bei Streamingdiensten zufrieden.
Die Untersuchung wurde von der Kommunikationsberatung FGS Global im Auftrag des internationalen Filmverbands Motion Picture Association (MPA) durchgeführt. Der Verband vertritt die Interessen großer US-Filmstudios und Streaminganbieter wie Netflix und Disney . "Diese Ergebnisse zeigen eine deutliche Diskrepanz zwischen den Investitionsverpflichtungen, die derzeit von der Regierungskoalition in Betracht gezogen werden, und dem, was deutsche Verbraucher tatsächlich wollen", sagte MPA-Vertreter Christian Sommer.
Die Bundesregierung will Streaminganbieter gesetzlich verpflichten, acht Prozent ihres in Deutschland erzielten Nettoumsatzes in europäische und deutsche Film- und Serienproduktionen zu investieren. Damit sollen die kulturelle Vielfalt gefördert und unabhängige Produzenten gestärkt werden. Die Pläne sind in der Branche umstritten.
Bundesregierung erwartet keine höheren Abopreise
In der Umfrage äußerten sich 70 Prozent besorgt über mögliche steigende Abopreise. Gefragt wurde nach einem Szenario, in dem Streaminganbietern durch die Investitionspflicht höhere Produktionskosten entstehen könnten. Die Bundesregierung rechnet dagegen nicht mit Preissteigerungen infolge der geplanten Regelung. Streaminganbieter investierten bereits aus eigenem wirtschaftlichen Interesse in europäische und deutsche Produktionen, erklärte eine Sprecherin des Medienstaatsministers Wolfram Weimer auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Ein belastbarer Zusammenhang zwischen Investitionsverpflichtungen und steigenden Abopreisen lässt sich bislang nicht belegen", sagte die Sprecherin.
Auch mit dem bisherigen Angebot an deutschen Produktionen zeigen sich viele Umfrageteilnehmer zufrieden. 58 Prozent halten die Menge deutscher Filme und Serien bei internationalen Streamingdiensten für genau richtig. 17 Prozent wünschen sich mehr deutsche Inhalte, zehn Prozent finden das Angebot bereits zu groß.
Die Produktionsallianz erwartet durch die Investitionspflicht ein vielfältigeres Angebot an Filmen und Serien. Streamingdienste und Sender würden dadurch kontinuierlich nach neuen Stoffen suchen, sagte Geschäftsführerin Michelle Müntefering auf dpa-Anfrage. Auch die Stärkung der Produktionsunternehmen werde den Wettbewerb um neue Ideen fördern. Sorgen vor höheren Abopreisen teilt sie nicht. Die Preise seien zuletzt auch unabhängig von der geplanten gesetzlichen Regelung gestiegen.
Für die bundesweite Onlinebefragung wurden vom 13. bis 17. Oktober insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland befragt, darunter 812 Abonnenten internationaler Streamingdienste./svv/DP/zb
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