Tech-Rallye kippt: Warum Wells Fargo jetzt absichern würde

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Mann mit Smartphone und Tablet (Symbolbild).
© metamorworks / iStock / Getty Images Plus / Getty Images
Die Nasdaq taumelt, Tech-Aktien verlieren Schwung und Wells Fargo warnt vor dem Ende des KI-Zuckerschocks. Jetzt kommen Inflationsdaten und der Mega-Börsengang von SpaceX.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Wall Street hat am Dienstag uneinheitlich geschlossen. Die Erholung bei Technologieaktien verlor an Kraft. Zugleich sorgte US-Präsident Donald Trump mit Aussagen zum Iran für neue Unsicherheit.

Trump schrieb in sozialen Medien, der Iran habe einen US-amerikanischen Apache-Hubschrauber abgeschossen. Dieser habe die Straße von Hormus patrouilliert. Trump kündigte eine Reaktion der Vereinigten Staaten an. Damit wuchsen Zweifel an einer schnellen Entspannung im Nahostkonflikt.

Der Cboe Volatility Index stieg zeitweise auf den höchsten Stand seit dem 7. April. Anleger verkauften vor allem Technologiewerte.

Michael O'Rourke, Chef-Marktstratege bei JonesTrading, sprach gegenüber Reuters von einer breiteren Verkaufswelle, nachdem die Erholung am Morgen ausgelaufen war. Zugleich finde eine Rotation aus stark gelaufenen Werten statt. Trumps Beitrag habe kurzfristig zusätzlichen Abwärtsdruck ausgelöst.

Werte aus dem Artikel:
Broadcom Aktie 325,00 € +0,87%
Uber Technologies Aktie 59,72 € +0,44%
Walmart Aktie 104,40 € -0,08%

Am Montag hatten Iran und Israel erklärt, ihre gegenseitigen Angriffe einzustellen. Das hatte zunächst Hoffnungen auf Entspannung geweckt. Diese Hoffnung bekam durch Trumps Aussagen jedoch einen Dämpfer.

Anstehende Inflationsdaten belasten Stimmung

Am Mittwoch werden die Verbraucherpreisdaten für Mai veröffentlicht. Anleger wollen wissen, ob der durch den Iran-Krieg getriebene Anstieg der Energiepreise bereits Spuren in der Inflation hinterlässt. Ein starker Arbeitsmarktbericht hatte zuletzt Spekulationen verstärkt, dass die Federal Reserve die Zinsen noch in diesem Jahr anheben könnte.

Zusätzliche Nervosität kommt vom geplanten Börsengang von SpaceX. Das Unternehmen von Elon Musk strebt laut Reuters eine Kapitalaufnahme von 75 Milliarden US-Dollar und eine Bewertung von 1,75 Billionen US-Dollar an.

Das wäre ein Rekord für einen Börsengang. Jed Ellerbroek, Portfoliomanager bei Argent Capital Management, sagte Reuters zufolge, jede Investmentgesellschaft im Land spreche derzeit über SpaceX. Der Handelstag am Freitag dürfte aus seiner Sicht starke Schwankungen bringen.

Technologie- und KI-Aktien standen bereits am Freitag stark unter Druck. Auslöser war unter anderem eine enttäuschende Prognose von Broadcom. Sie schürte Sorgen über hohe Bewertungen in der Branche.

Ohsung Kwon, Chef-Aktienstratege bei Wells Fargo, sieht die von Künstlicher Intelligenz getriebene Rallye skeptischer. In einem Interview mit CNBC nannte er den jüngsten Ausverkauf einen Weckruf für Anleger. Die Rallye habe wie ein Zuckerschock gewirkt und dürfte nun vorbei sein.

Kwon sieht den wichtigsten Belastungsfaktor im Ende des sogenannten Token-Maxxing. Die Kosten für KI-Token steigen, seit Labore diese Ausgaben weniger stark subventionieren. Unternehmen wie Walmart und Uber hätten bereits gewarnt, dass ihre Budgets für Künstliche Intelligenz rasch aufgebraucht sein könnten.

Gleichzeitig erhöhen große Cloud-Konzerne ihre Investitionen. Lieferkettenprobleme und Kosteninflation verteuern den Ausbau der Infrastruktur. Die höheren Kosten müssten an Kunden weitergegeben werden, die aber zunehmend preissensibler werden.

Wells Fargo hat seine Einschätzung für den Markt deshalb von bullish auf neutral gesenkt. Kwon rät Anlegern nicht zum vollständigen Ausstieg aus KI-Positionen. Er empfiehlt aber Absicherung.

Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Nahostrisiken, Inflationsdaten, Zinssorgen, hohe Bewertungen und der Mega-Börsengang von SpaceX treffen auf einen Markt, der bei Technologiewerten lange stark gelaufen ist.

Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion


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