Broadcom stürzt 14% ab und vernichtet über 300 Milliarden US-Dollar

Pascal Grunow Pascal Grunow
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Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet. 

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Hauptsitz von Broadcom: Das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von Halbleiter- und Infrastrukturlösungen und hat seinen Sitz in San Jose, Kalifornien.
©iStock
Anleger bestrafen den KI-Liebling Broadcom trotz rasantem Wachstum und ziehen den gesamten Chipsektor mit in den Kurssturz.
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Die Aktie des US-Chipherstellers Broadcom brach am Donnerstag zeitweise um mehr als 14 Prozent ein und schloss zuletzt 12,6 Prozent im Minus bei 418 US-Dollar. Damit hat der Konzern mehr als 300 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren.

Seit dem Durchbruch von ChatGPT Ende 2022 hatte sich die Broadcom-Aktie mehr als verachtfacht. Allein in diesem Jahr lag das Papier vor den Zahlen noch 38 Prozent im Plus.

Auslöser des Ausverkaufs waren Quartalszahlen und Prognosen, die zwar weiterhin ein explosives Wachstum im Bereich künstlicher Intelligenz zeigten, die extrem hohen Erwartungen der Investoren jedoch nicht erfüllen konnten.

Besonders enttäuscht reagierte der Markt darauf, dass Broadcom seine bisherige Prognose von 100 Milliarden US-Dollar KI-Umsatz für das Geschäftsjahr 2027 lediglich bestätigte – statt sie wie von vielen Anlegern erhofft anzuheben.

Werte aus dem Artikel:
Broadcom Aktie 353,75 € -1,90%

KI-Euphorie bekommt erste ernsthafte Belastungsprobe

Der Broadcom-Einbruch löste sofort eine Verkaufswelle im gesamten Halbleitersektor aus. Die Aktie von Advanced Micro Devices fiel zeitweise um mehr als sechs Prozent. Auch Intel, Micron Technology, Qualcomm und Marvell gerieten massiv unter Druck.

Der Branchenindex PHLX Semiconductor Index, der in diesem Jahr zuvor um fast 96 Prozent gestiegen war, verlor deutlich an Boden.

Bemerkenswert war dabei jedoch, dass die großen KI-Cloudkonzerne vergleichsweise stabil blieben. Aktien von Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft notierten trotz des Broadcom-Schocks im Plus oder nahezu unverändert.

Gewinnmitnahmen statt fundamentaler Panik?

Mehrere Marktbeobachter sehen in dem Kurssturz vor allem eine Welle aggressiver Gewinnmitnahmen nach der historischen Rallye des Sektors.

Von den 20 Technologieaktien im S&P 500, die am stärksten über ihrem langfristigen Durchschnitt gehandelt wurden, lagen 19 am Donnerstag im Minus. Für viele Analysten ein klares Zeichen dafür, dass Händler vor allem Gewinne bei extrem stark gelaufenen Aktien realisierten.

Analysten bleiben langfristig optimistisch

Trotz des dramatischen Kurssturzes halten viele Analysten an ihren langfristig positiven Einschätzungen fest.

Mindestens 22 Analysten erhöhten nach den Zahlen ihre Kursziele für Broadcom. Das durchschnittliche Kursziel liegt laut LSEG-Daten nun bei rund 500 US-Dollar und damit weiterhin oberhalb des jüngsten Schlusskurses.

Autor: Ariva-Redaktion/pg


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