Tausende Schüler protestieren bundesweit gegen Wehrpflicht
BERLIN (dpa-AFX) - Aus Protest gegen eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht sind heute bundesweit Zehntausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen. Unter dem Motto "Schulstreik gegen die Wehrpflicht" gab es in Dutzenden Städten Kundgebungen und Demonstrationen. Ihr Protest fällt auf ein historisch bedeutsames Datum: Am 8. Mai wird an das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus vor 81 Jahren erinnert.
In Berlin zogen nach Polizeiangaben rund 1.200 Teilnehmer im Zuge eines sogenannten Schulstreiks vom Brandenburger Tor zur CDU-Zentrale - die Veranstalter sprachen von 5.000 Teilnehmern. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: "Bildung statt Bomben" und "Berlin statt Front". Die Demonstration richtete sich auch gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
"Jugend, die kämpft"
In Hamburg gingen nach Veranstalterangaben rund 6.000 Schülerinnen und Schüler auf die Straße, die Polizei sprach von etwa 2.300 Teilnehmern. Auch in Niedersachsen fanden Kundgebungen statt, darunter in Hannover, Braunschweig, Oldenburg und Osnabrück. In der Landeshauptstadt versammelten sich laut Polizei rund 400 vorwiegend jüngere Menschen.
Hunderte Jugendliche beteiligten sich auch in Brandenburg in mehreren Städten an der bundesweiten Protestaktion. Auf Transparenten waren Slogans wie "Nie wieder Wehrpflicht" und "Jugend, die kämpft" zu lesen.
Nicht der erste Schulstreik gegen eine Wehrpflicht
Es ist nicht die erste bundesweite Aktion: Anfang März beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter rund 50.000 Jugendliche am "Schulstreik" gegen die Wehrpflicht und Zwangsdienste aller Art in etwa 150 Städten.
Das Gesetz über den neuen Wehrdienst war zum 1. Januar in Kraft getreten. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine Wehrpflicht entscheiden./evy/DP/men
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