BERLIN/ATHEN (dpa-AFX) - Eine engere Rüstungskooperation, die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und die Erweiterung der Europäischen Union sind Themen beim Besuch von Außenminister Johann Wadephul in Griechenland. Der CDU-Politiker brach am Morgen nach Athen auf, um dort Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis und Außenminister Giorgos Gerapetritis zu treffen.
Auch die Sicherung der Straße von Hormus nach dem erhofften Abschluss eines dauerhaften Waffenstillstands im Iran-Krieg dürfte dabei eine Rolle spielen. Griechenland hat eine der größten Handelsflotten und ist besonders von der Blockade der wichtigen Meerenge betroffen.
Vor der Abreise würdigte Wadephul den EU- und Nato-Partner Griechenland als "strategischen Anker" im Südosten Europas. "Deutschland und Griechenland rücken noch enger zusammen - für ein Europa, das seine Interessen schützt, seine Werte verteidigt und in einer rauer werdenden Welt handlungsfähig ist."
Verteidigungsabkommen mit Frankreich verlängert
Wadephul will unter anderem die Kooperation im Verteidigungsbereich vertiefen. Er verwies darauf, dass dafür die Möglichkeiten zu gemeinsamer Beschaffung von Rüstungsgütern und europäischer Finanzierung genutzt werden sollten. Griechenland rüstet seine Streitkräfte derzeit massiv auf, kooperiert dabei aber vor allem eng mit Frankreich, den USA und Israel.
Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron verlängerte Mitsotakis vor einer Woche ein seit 2021 bestehendes strategisches Kooperationsabkommen für weitere fünf Jahre, das auch eine Beistandsgarantie Frankreichs für Griechenland enthält. Der griechische Regierungschef sprach dabei von einem "historischen Tag".
Besuch der Skaramangas-Werft
Wadephul will bei seinem eintägigen Besuch auch die Skaramangas-Werft besuchen, die größte Werft im östlichen Mittelmeer, mit der ThyssenKrupp (ThyssenKrupp Aktie) Marine Systems gerade erst eine Vereinbarung zur Modernisierung von vier U-Booten getroffen hat.
Bei seinen politischen Gesprächen wird es auch um die Erweiterung der EU gehen. Sechs Länder des westlichen Balkans in der Nachbarschaft Griechenlands bemühen sich seit vielen Jahren um einen EU-Beitritt. Gleichzeitig bemüht sich die Ukraine um Aufnahme. Allen diesen Staaten müssten "glaubhafte Perspektiven" für einen Beitritt geboten werden, sagte Wadephul. Griechenland komme dabei eine besondere Rolle zu, da es im zweiten Halbjahr 2027 die EU-Ratspräsidentschaft in einer "entscheidenden Phase" übernehme./mfi/DP/nas
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