KIEW (dpa-AFX) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den bisherigen Leiter eines staatlichen Energiekonzerns zum Regierungschef machen. Den Antrag zur Ernennung von Serhij Korezkyj zum Ministerpräsidenten reichte er im Parlament ein, wie Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk bei Facebook schrieb. "Das Parlament wird ihn in Kürze entsprechend dem festgelegten Verfahren prüfen", fügte er hinzu. Wann die Abstimmung darüber erfolgen soll, gab Stefantschuk nicht bekannt. Es wird davon ausgegangen, dass sie bereits am Donnerstag erfolgt.
Für dich zusammengefasst:
Selenskyj will Serhij Korezkyj zum Ministerpräsidenten machen.
Das Parlament soll über die Ernennung entscheiden.
Julia Swyrydenko trat als Regierungschefin zurück.
Korezkyj leitete bisher den staatlichen Energiekonzern Naftogaz. Selenskyj hatte ihn zuvor bei einer Pressekonferenz im Hinblick auf die laufenden Vorbereitungen für den kommenden Winter als besonders geeignet bezeichnet.
Am Dienstag stimmte die Oberste Rada, das Parlament, dem Rücktritt von Regierungschefin Julia Swyrydenko zu. Dieser zog automatisch die Entlassung des gesamten Ministerkabinetts nach sich. Der bisherige Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gab am Mittwoch in einem Beitrag bei Telegram zu verstehen, dass Selenskyj ihn nach nur etwa sechs Monaten nicht mehr nominieren dürfte. Im Gespräch für den Schlüsselposten des Verteidigungsressorts ist der derzeitige Innenminister Ihor Klymenko.
Auslöser für die Umgestaltung des Kabinetts ist dabei nach unbestätigten Medienberichten das Ausscheiden der ukrainischen Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, aus dem diplomatischen Dienst. Anlass sollen wiederum Korruptionsermittlungen wegen eines Immobilienkaufs im ersten Kriegsjahr in ihrer Zeit als Ministerin für EU- und Natointegration sein. Stefanischyna hatte den Botschafterposten erst im August 2025 angetreten. An ihrer Stelle soll den Berichten zufolge Swyrydenko Botschafterin in Washington werden.
Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 gegen eine russische Invasion. Es ist seitdem der dritte Wechsel des Regierungschefs und der vierte Austausch des Verteidigungsministers./ast/DP/zb
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