
Klimawandel lässt viele Lebensmittel immer teurer werden
Missernten, gefährdete Lieferketten und eine steigende Nachfrage haben den Kakao-Preis in den vergangenen Jahren stark ansteigen lassen. Der Agrarrohstoff gehört wie Kaffee und Orangensaft zu denjenigen Soft Commodities, die immer stärker von Klimawandelfolgen betroffen sind – mit spürbaren Folgen für die Preisentwicklung.
Gleichzeitig ist die Handelbarkeit über Futures und derivative Finanzprodukte hoch, dass nicht zuletzt neben Absicherungstätigkeiten von Unternehmen auch Spekulanten für Volatilität sorgen und Einfluss auf die Kurse nehmen können. Das geht auch Zulasten von Verbraucherinnen und Verbrauchern, wenn sie im Supermarkt mit stark gestiegenen Preisen konfrontiert werden, welche von den Herstellern an sie durchgereicht wurden.
Nach Orangensaft zeichnet sich jetzt auch bei Kakao Entspannung ab
Bei Orangensaft hat sich die Lage nach einem Crash des Futures um bis zu 76 Prozent im vergangenen Jahr bereits wieder etwas entspannt. Hersteller Valensina, der seine Flaschengröße zwischenzeitlich von einem Liter auf 0,7 Liter verkleinert hatte, ist zur Originalgröße zurückgekehrt.
Jetzt zeichnet sich auch bei Kakao ein Ende der Preisspirale ab. Der für die Schokoladenherstellung benötigte Rohstoff korrigiert zwar ebenfalls seit einiger Zeit und hat 2025 rund die Hälfte seines Wertes verloren.
In den vergangenen Tagen ist der Preis jedoch geradezu implodiert. Allein am Freitag kämpft der März-Kontrakt mit einem Rückgang von 8,4 Prozent. Damit belaufen sich die seit dem Jahreswechsel angefallenen Verluste bereits auf fast ein Drittel.

Der Preis könnte sogar noch weiter sinken
Mit Blick auf den Chart des Kakao-Futures ist ein Ende der Talfahrt noch nicht unbedingt abzusehen. Mit der 50-Tage-Linie sowie der Marke von 5.000 US-Dollar je Tonne hat der Kurs zwei wichtige Unterstützungen aufgegeben.
Der Trendstärkeindikator MACD hat außerdem erst vor wenigen Tagen die Nulllinie unterschritten und zeigt damit nach einer Zwischenerholung wieder einen Abwärtstrend an, der außerdem rasch an Dynamik gewinnt.
Mit Blick auf den RSI gibt sich ein gemischtes Bild. Einerseits zeigt er eine hohe Verkaufsdynamik an, die für weitere Kursverluste sorgen könnte. Andererseits ist er auf Tageskursbasis bereits tief im überverkauften Bereich angelangt und könnte damit Vorbote einer Erholung sein. Im Bereich von 4.000 US-Dollar liegt eine weitere wichtige Unterstützung, an der die Bullen ihr Glück versuchen könnten.
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Fazit: Vorteile für Konsumenten nicht garantiert
Ob die Hersteller die stark gesunkenen Preise jedoch an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergeben, steht auf einem anderen Blatt. Trotz der hohen Verluste bereits im vergangenen Jahr hatten viele Unternehmen pünktlich zur Adventszeit ihre Preise deutlich angehoben. Gegenüber dem Vorjahr musste im Schnitt um mehr als 20 Prozent tiefer in den Geldbeutel gegriffen werden.
Das nährt den Verdacht, dass Hersteller nach Möglichkeit zugunsten höherer Margen darauf verzichten, die gesunkenen Börsenpreise weiterzugeben und mit Preissenkungen zu reagieren. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher genau darauf achten, welches Unternehmen gierig agiert und an hohen Preisen festhält, und wer mit Preissenkungen reagiert oder wenigstens den Kakaoanteil und die Portionsgröße wieder erhöht.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross