Die Rotation aus hoch bewerteten Technologiewerten in den breiteren Aktienmarkt setzt sich fort. Während der S&P 500 erneut zulegte, verlor die Nasdaq leicht und verbuchte damit den fünften Verlusttag in Folge. Der gleichgewichtete S&P 500 erreichte dagegen ein Rekordhoch. Das spricht gegen eine allgemeine Flucht aus Aktien. Anleger reduzieren vielmehr konzentrierte Tech-Positionen und schichten in günstigere sowie zinssensitivere Marktbereiche um. Der fallende Ölpreis verstärkte diese Bewegung.
Wie angespannt die Positionierung im Technologiesektor ist, zeigen die Prime-Broker-Daten: Hedgefonds verkauften globale Tech-Aktien am Freitag so aggressiv wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Den nächsten Belastungstest lieferte SK Hynix. Umsatz, Gewinn und Bruttomarge erreichten zwar Rekordwerte, blieben jedoch hinter den extrem hohen Erwartungen zurück.
Der Kospi verlor rund acht Prozent und liegt mehr als 44 Prozent unter seinem Juni-Hoch. Die südkoreanischen Aufsichtsbehörden reagieren mit schärferen Regeln für gehebelte ETFs: Neue Zulassungen wurden ausgesetzt, Privatanleger müssen ab dem 31. Juli eine Mindestbarliquidität von 30 Millionen Won nachweisen. Das dürfte den kurzfristigen Verkaufsdruck eher erhöhen, da gerade gehebelte Produkte in der vorausgegangenen Hausse erhebliche spekulative Zuflüsse angezogen hatten. Antizyklisch sind Chip-Aktien damit weiter interessant. Wir stellen ein weiteres Produkt für Anleger vor.
Vor der FED-Sitzung wird am Abend eine unveränderte Leitzinsspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent erwartet. Allerdings gibt es ein ungewöhnlich enges „Rennen“. Eine Erhöhung ist zu 32 Prozent eingepreist. Normalerweise herrschen vor der Sitzung klare Verhältnisse. Die moderateren Verbraucher- und Erzeugerpreise sprechen gegen unmittelbaren Handlungsdruck, während der Ölpreis das zentrale Inflationsrisiko bleibt. Fed-Chair Warsh dürfte auf die laufenden Arbeitsgruppen verweisen und die Entscheidung über eine Zinssenkung damit bis zum Herbst vertagen.
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