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ROUNDUP: Unilever überrascht im Quartal - Preiserhöhungen wegen Krieg möglich

LONDON (dpa-AFX) - Der Konsumgüter-Konzern Unilever wird als Folge des anhaltenden Kriegs im Iran voraussichtlich seine Preise für Produkte wie Reinigungssprays und Waschmittel erhöhen. Betroffen sind womöglich aber Kunden vorwiegend außerhalb Europas. "Preiserhöhungen sind wirklich unser letztes Mittel", sagte Finanzchef Srinivas Phatak am Donnerstag zur Vorlage des Quartalsumsatzes. Zum Jahresstart hatte der Konzern noch überraschend stark abgeschnitten, was an der Börse mit Kursaufschlägen honoriert wurde.

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Das Büro von Unilever in Rotterdam, Niederlande.
Quelle: - © franswillemblok / iStock Editorial / Getty Images Plus / Getty Images:
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In London legten die Papiere am Nachmittag zuletzt um rund eineinhalb Prozent zu. Zuvor hatten sie seit dem Jahreswechsel aber auch prozentual zweistellig verloren.

Durch den Iran-Krieg sind die Preise für Gas, Öl (Rohöl) und viele Petrochemikalien - also aus beiden Rohstoffen gewonnene Chemikalien- drastisch in die Höhe gegangen. Vor allem Produkte für die Haushaltspflege stehen deshalb wegen ihrer Inhaltsstoffe auf der Liste möglicher Preiserhöhungen.

Wann genau und in welchem Umfang bei Unilever die Preise steigen werden, wollte Finanzchef Phatak bei seinem Auftritt aber nicht sagen. Der Konzern werde "kleinere Maßnahmen" ergreifen, die die Geschäftsentwicklung nicht beeinträchtigen sollen, erklärte er. Dabei dürfte es vorwiegend um seinen Geschäftsbereich "Emerging Markets" gehen - also den Schwellenländern, wo Unilever laut Phatak die meisten seiner Haushaltsprodukte verkauft.

Auch andere Kosten treibt der Konflikt am Persischen Golf nach oben, die von Kunststoffverpackungen etwa und die Transportkosten. Unilever prüft deshalb nach eigenen Angaben Möglichkeiten, die Kosten in seinen Lieferketten zu senken. Dies könnte etwa durch mögliche Anpassungen der Produktzusammensetzung geschehen. Insgesamt erwartet der Konzern, dass die Kosten in diesem Jahr aufgrund von Inflation und anderer Faktoren um etwa 2,7 bis 3,3 Prozent steigen, was Phatak als "beherrschbar" bezeichnete.

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Im ersten Quartal hatte der Konzern dank einer starken Nachfrage ausgerechnet in aufstrebenden Märkten wie Brasilien und Indien besser abgeschnitten als gedacht. Der Umsatz war organisch um 3,8 Prozent gestiegen, wie der Hersteller von Marken wie Pfanni-Knödeln, Signal-Zahnpasta und Coral-Waschmittel mitteilte. Analysten hatten mit etwas weniger Zuwachs gerechnet. Dabei wurde das größte Wachstum im Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln erzielt.

Allerdings machten negative Wechselkurseffekte das aus eigener Kraft erzielte Wachstum zunichte, nominal ging der Umsatz um 3,3 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro zurück. Sorgen bereitete einigen Analysten zudem die Entwicklung in Nordamerika. Dort stiegen die Erlöse organisch um 2,1 Prozent und blieben somit hinter den Erwartungen zurück.

Konzernchef Fernando Fernandez bestätigte zwar seinen Ausblick für das Jahr, plant jedoch, diesen im nächsten Quartal zu überprüfen, wenn die Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten klarer seien. Das Unternehmen rechnet mit zusätzlichen Kosten von bis zu 500 Millionen Euro im Zusammenhang mit dem Krieg.

Bislang geht das Management aber noch davon aus, dass das organische Umsatzwachstum am unteren Ende der längerfristigen Zielbandbreite von vier bis sechs Prozent herauskommen wird. Die bereinigte operative Marge soll sich im Jahresverlauf leicht verbessern. Im vergangenen Jahr hatte sie bei 20 Prozent gelegen.

Derweil treibt Unilever seinen Umbau voran. Vorstandschef Fernandez hat den Konzern seit seinem Amtsantritt vor gut einem Jahr gestrafft, mit dem Ziel, das Unternehmen zu einem reinen Anbieter im Bereich Schönheit und Wohlbefinden umzubauen. Im März vereinbarte Unilever etwa, sein Lebensmittelgeschäft in einem 44,8-Milliarden Dollar (Dollarkurs) schweren Geschäft mit dem Gewürzhersteller McCormick (McCormick Aktie) & Co. zusammenzulegen.

Wie der Konzern ferner mitteilte, beginnt an diesem Donnerstag sein bereits im Februar angekündigtes neues Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro, das spätestens am 6. Juli enden soll./tav/err/he

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