Emotionaler Moment für Bergleute
"Für mehr als eine Generation Bergleute war die F60 im Tagebau Jänschwalde nicht nur ein technisches Wunderwerk, das am Laufen gehalten werden musste, sondern das Herzstück ihrer täglichen Arbeit", sagte der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Leag, Adi Roesch, laut einer Mitteilung einige Tage vor der Sprengung.
Bergbaurevier wandelt sich mit Wind- und Solarparks
Auf dem Areal entstehen künftig Seen sowie große Wind- und Solarparks. Das Bergbaurevier wandelt sich angesichts des gesetzlich vereinbarten Kohleausstiegs bis 2038 hin zur Produktion erneuerbarer Energien.
In Jänschwalde ist bereits seit Ende 2023 Schluss mit der Kohleförderung. Die Abraumförderbrücke F60 war mehr als 45 Jahre zur Produktion von Strom und Wärme im nahe gelegenen Kraftwerk in Betrieb.
Besondere Aufgabe für erfahrenen Sprengmeister
"Eine Förderbrücke in dieser Größe, eine F60, ist eben noch nie gesprengt worden", sagte Sprengmeister Michael Schneider der "Märkischen Oderzeitung". Er hat in Deutschland schon andere gigantische Bauwerke wie Autobahnbrücken gesprengt.
Leag: F60 größte Technikanlage weltweit
Mit einer Gesamtlänge von 500 bis 670 Metern und mittleren Fahrgeschwindigkeiten von neun Metern pro Minute gehören die Förderbrücken vom Typ F60 laut Leag zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt.
Der Koloss in Jänschwalde hat nach Unternehmensangaben seit Mitte der 1970er Jahren etwa 3,5 Milliarden Kubikmeter Erdmasse bewegt und damit rund 14 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr freigelegt. In der Grube unter der Abraumförderbrücke arbeiteten große Bagger.
Strenge Sicherheitsvorkehrungen für Sprengung
Für die Sprengung der Förderbrücke gelten strenge Sicherheitsvorschriften. Ein Sperrkreis auf dem Betriebsgelände darf nicht betreten werden. Interessierte sollen die Sprengung per Live-Video mit verfolgen können. Ein Link ist laut Unternehmen ab 10.45 Uhr aktiv.
Demontage bis zum Herbst
Die Demontage und Verschrottung aller Tagebaugeräte in Jänschwalde dauert noch bis zum Herbst, wie die Leag ankündigte. Damit könne die Gestaltung von drei Bergbaufolgeseen fortgesetzt werden. Parallel entstehen Wind- und Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehreren Gigawatt./DP/zb
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