Seit vergangener Woche war es bereits der sechste Warnstreik-Tag. An den vorangegangenen Ausstand-Tagen hatte das Unternehmen berichtet, dass nur eine niedrige einstellige Prozentzahl der Sendungen betroffen sei. Hierbei geht es um den bundesweiten Schnitt. Es werden aber nicht alle Standorte bestreikt - dort, wo Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt haben, war der Anteil liegengebliebener Sendungen deutlich höher.
Neben der Briefzustellung geht es auch um die Paketauslieferung. Hierbei sieht die Post Auswirkungen weiterhin im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Priorität für Wahlsendungen
Nach Angaben der Post vom Vormittag folgten am Donnerstag 6.500 Zustellerinnen und Zusteller dem Streikaufruf. Bundesweit hat die Post in diesem Segment 115.500 Beschäftigte. Es wurde nur an einem Teil der Zustellstützpunkte gestreikt, diese waren querbeet verteilt im gesamten Bundesgebiet.
Haben die Warnstreiks negative Folgen für die Bundestags-Briefwahl? Man behandele Wahlsendungen mit Priorität, sagt eine Post-Sprecherin. "Wir sind bemüht, Verzögerungen für Wählerinnen und Wähler beziehungsweise Kundinnen und Kunden so gering wie möglich zu halten."
Verdi pocht auf mehr Geld und mehr Urlaub
In dem Tarifkonflikt fordert Verdi eine Entgelterhöhung von sieben Prozent sowie drei Extra-Urlaubstage, damit sich die Beschäftigten von der gestiegenen Arbeitsbelastung erholen können. Verdi-Mitglieder sollen sogar vier zusätzliche Urlaubstage bekommen.
Die Post hält die Forderungen für wirtschaftlich nicht darstellbar. Das Management verweist auf den hohen Investitionsbedarf und die sinkenden Briefmengen im Digitalzeitalter, wodurch die Firma perspektivisch weniger Geld in die Kasse bekommt. Der Spielraum für Lohnerhöhungen ist nach Darstellungen des Bonner Logistikers DHL, zu dem die Deutsche Post (Deutsche Post Aktie) gehört, sehr gering. Die Tarifverhandlungen sollen am nächsten Mittwoch (12. Januar) fortgesetzt werden./wdw/DP/jha
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