Analysten wurden von der positiven Entwicklung überrascht. Sie hatten einen Auftragsdämpfer erwartet und waren im Schnitt von einem Rückgang um 2,2 Prozent ausgegangen. Zudem war der Auftragseingang im November etwas besser ausgefallen als zuvor gemeldet. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs auf 5,7 Prozent leicht nach oben.
Eine unerwartet starke Entwicklung zeigte sich auch im Jahresvergleich. In dieser Betrachtung legten die Aufträge im Dezember um 13,0 Prozent zu.
Analyst Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einem "Auftragsboom" zum Jahresende. "Das sieht jetzt wirklich sehr stark nach Trendwende aus", sagte der Experte. "Wir haben erstmals seit längerer Zeit Grund für Zuversicht."
Erneut spielten Großaufträge eine wichtige Rolle. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen sei der Auftragseingang nur um 0,9 Prozent höher als im Vormonat ausgefallen, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Nach Einschätzung von Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank, ist der Anstieg bei den Großaufträgen mit Bestellungen aus dem Rüstungsbereich zu erklären.
Zuwächse meldet das Bundesamt beim Auftragseingang aus dem Inland und aus dem Ausland. Dabei sind die Inlandsaufträge allerdings mit 10,7 Prozent im Monatsvergleich stärker gestiegen als die Auslandsaufträge, die um 5,6 Prozent zulegten. Deutliche Zuwächse gab es zudem bei den Aufträgen außerhalb der Eurozone.
Die positive Entwicklung ist laut Bundesamt zu einem großen Teil auf deutliche Anstiege bei der Herstellung von Metallerzeugnissen und im Maschinenbau zurückzuführen. Auch wirkten sich mehr Bestellungen für elektronische und optische Erzeugnissen positiv auf das Gesamtergebnis aus. In der Automobilindustrie ging der Auftragseingang hingegen um 6,3 Prozent im Monatsvergleich zurück.
In einer Stellungnahme erklärte das Bundeswirtschaftsministerium das schwache Abschneiden in der Autoindustrie mit weniger Aufträgen aus dem Ausland jenseits der Eurozone. Vor allem haben sich der Auftragseingang im sonstigen Fahrzeugbau verringert, zu dem auch Militärfahrzeuge zählen. In diesem Bereich hatte es zuvor sehr kräftige, durch Großaufträge dominierte Zuwächse gegeben.
Generell deutet der Auftragseingang auf eine bessere Entwicklung in den kommenden Monaten hin. Die deutsche Industrie "wird in den kommenden Monaten einen Zahn zulegen", sagte Experte Gitzel. "Dank einer besseren Industrieproduktion wird damit auch das gesamtwirtschaftliche Wachstum deutlich Fahrt aufnehmen."/jkr/mis/stk
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