ROUNDUP: Erste Warnstreikwelle der IG Metall rollt

dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 535
A-
A+
Lesemodus
playAudio
playTeilen

FRANKFURT (dpa-AFX) - Im Tarifkonflikt der deutschen Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall eine erste Warnstreikwelle ins Rollen gebracht. Am Montag beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bereits rund 38.000 Beschäftigte an 220 betrieblichen Aktionen. Bundesweit sind für die laufende Woche Arbeitsniederlegungen in mehr als 2.000 Betrieben angekündigt. Eine dritte Verhandlungsrunde ist zunächst noch in keinem Tarifgebiet fest vereinbart, wie ein Gewerkschaftssprecher in Frankfurt auf Nachfrage erklärte.

Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Hatte es am Wochenende unmittelbar nach Ablauf der Friedenspflicht zunächst kleinere Aktionen in einzelnen Betrieben mit Wochenend- und Nachtschicht gegeben, gingen am Montag bereits tausende Gewerkschafter für ihre Forderungen auf die Straße, unter anderem bei einem Sternmarsch in Koblenz. In Berlin begann der Warnstreik in der Nacht bei Siemens Energy mit einem einstündigen Ausstand. Im Laufe des Tages folgten unter anderem Arbeitsniederlegungen bei Mercedes-Benz , Rheinmetall (Rheinmetall Aktie) und Siemens (Siemens Aktie) Mobility.

Die Proteste sollen am Dienstag ausgeweitet werden mit Schwerpunkten in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und im Bezirk Mitte mit Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen, wie die IG Metall ankündigt.

Positionen weit voneinander entfernt

Die Gewerkschaft hat bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 5 Prozent mehr Geld sowie die Sicherung von Jobs und Standorten gefordert. Die Arbeitgeber haben in der zweiten Verhandlungsrunde ein Angebot vorgelegt, das zunächst eine Einmalzahlung und eine Stufenerhöhung von 1,3 Prozent im Juli 2028 bei einer Laufzeit von 26 Monaten vorsieht. Begründet wurde die Offerte mit der schwierigen wirtschaftlichen Lage und den hohen Kostenbelastungen für die Industrie in Deutschland.

Werte aus dem Artikel:
Rheinmetall Aktie 992,40 € -0,70%
Siemens Energy Aktie 126,78 € -0,58%
Mercedes-Benz Aktie 40,82 € -0,44%

Auf den Warnstreikversammlungen argumentierten die Redner mit den zuletzt stark gestiegenen Verbraucherpreisen. Das Angebot der Arbeitgeber liege weit unter der Inflation, obwohl die Wirtschaft erste Signale der Erholung sende, sagte etwa NRW-Bezirkschef Knut Giesler. "Das werden wir nicht akzeptieren." Das Angebot gleiche weder die gestiegenen Lebenshaltungskosten aus noch biete es Perspektiven für Investitionen, Beschäftigungssicherung und die Zukunft der Industriestandorte.

"Unangebrachtes Säbelrasseln"

Es geht um die Arbeitsbedingungen und Entgelte von rund 3,7 Millionen Beschäftigten, die unter den Flächentarif Metall und Elektro fallen. In bislang zwei Verhandlungsrunden hat sich kein Abschluss abgezeichnet. Betroffen von den zeitlich befristeten Ausständen sind wichtige Industriezweige wie Auto- und Maschinenbau, Elektronik und Metallerzeugung. Die Teilnehmer an den Ausständen erhalten kein Streikgeld.

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall sieht die hohen Arbeitskosten als einen von mehreren Gründen für die fortschreitende Deindustrialisierung Deutschlands. Seit 2019 seien in der Metall- und Elektroindustrie bereits 350.000 Jobs verloren gegangen, weitere 300.000 seien angesichts der Unterauslastung der Unternehmen bedroht. "Für eine Trendumkehr müssen die Kosten am Standort sinken - bei Steuern, Energie, Bürokratie und Arbeitskosten", hatte Hauptgeschäftsführer Oliver Zander erklärt.

In Hessen kritisierten die Arbeitgeber die nun gestarteten Warnstreiks als "unangebrachtes Säbelrasseln". "Warnstreiks stoppen die Produktion. Aber nicht den Kostendruck. Wer unter diesen Bedingungen die Produktion zusätzlich ausbremst, schwächt die Standorte, deren Zukunft wir gemeinsam sichern wollen", sagt der Hauptgeschäftsführer von Hessenmetall, Dirk Pollert, laut einer Mitteilung. Gute Einkommen bräuchten eine wettbewerbsfähige industrielle Basis./ceb/DP/he


Knockout von Ing Markets Werbung

Passende Knock-Outs

Strategie Hebel
Steigender Kurs
Call
5
10
20
Fallender Kurs
Put
5
10
20
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB07TJ2 , DE000NB09173 , DE000NB7VVG5 , DE000NB7G1B8 , DE000NB7KPS5 , DE000NB7YNC5 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.
Warnung
Im Durchschnitt erleiden 7 von 10 Kleinanlegern Verluste beim Handel mit Turbo-Zertifikaten. Turbo-Zertifikate sind hoch risikoreiche Produkte und nicht für langfristige Anlage­strategien geeignet.

Ähnliche Artikel

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.

Themen im Trend

Weitere Vorteile:

  • Kursalarme
  • Watchlists & Musterdepots
  • Börsenspiele & Community-Forum
  • Historische Kurse im CSV-Format
  • News & Themen abonnieren