SAO PAULO (dpa-AFX) - Außenminister Johann Wadephul hat vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels versucht, Ängste junger Südamerikaner vor Fremdenfeindlichkeit und Rassismus in Deutschland zu dämpfen. "Es wird ein bisschen zu viel über die Probleme als über das Gelingen gesprochen. Es gelingt nämlich sehr viel", sagte der CDU-Politiker vor dem Hintergrund der Integration von Migranten in Deutschland in einer Runde mit jungen Sprachschülerinnen und
Für dich zusammengefasst:
Außenminister Johann Wadephul spricht in São Paulo.
Er wirbt für die Zuwanderung von Fachkräften aus Brasilien.
In Brasilien besuchen über 10.000 Schüler deutsche Schulen.
-schülern im Goethe-Institut in der brasilianischen
Wirtschaftsmetropole Sao Paulo.
Der Minister ließ sich beispielsweise die Pläne des 18-jährigen Victor schildern, der für eine Ausbildung zum Krankenpfleger nach Cottbus gehen will. Der Leiter der "Spracharbeit Südamerika" des Goethe-Instituts in Sao Paulo, Jörg Klinner, hatte erzählt, unter den Schülern gebe es Ängste vor Ausländerfeindlichkeit in Deutschland.
Wadephul sagte mit Blick auf Migration in Deutschland, es gebe in diesem Zusammenhang Widerstände, genauso wie es problematische Kriminalität in diesem Bereich gebe. Es gebe aber "auch viele Überreaktionen von Deutschen, die auch problematisch sind und die unnötig sind". Man sei "in einem Lernprozess" darüber, wer Deutscher sei, wer zu Deutschland gehöre oder wer Staatsbürger werden könne.
Jeder, der bereit sei, sich in die Gesellschaft zu integrieren, deren Regeln zu akzeptieren, der die Sprache könne und zur Gesellschaft beitragen wolle, "soll dazugehören und soll Teil des Ganzen sein", sagte Wadephul. Einige wollten dies zwar "politisch anders erzählen. Aber denen werden wir sehr, sehr deutlich widersprechen".
Wadephul sagte, in Brasilien würden zudem mehr als 10.000 Schülerinnen und Schüler eine deutsche Auslandsschule besuchen, was deren Abiturienten die Tür für ein Studium in Deutschland öffne. Goethe-Institute und Auslandsschulen seien unverzichtbar für die Vermittlung von Deutsch als Fremdsprache und als Schlüssel zur Integration. "Deutschland braucht dringend Fachkräfte - und die Offenheit, sie in unserem Land willkommen zu heißen", betonte er.
In Brasilien gibt es vier Goethe-Institute, an denen pro Jahr laut Klinner 2.800 Frauen und Männer an Kursen teilnehmen. Brasilienweit gebe es jährlich knapp 10.000 Teilnehmer an den vom Institut angebotenen Sprachprüfungen. In Brasilien gibt es zudem vier deutsche Auslandsschulen, darunter die größte deutsche Auslandsschule überhaupt in Sao Paulo mit mehr als 8000 Schülern. 80 Prozent derjenigen, die an deutschen Auslandsschulen in Brasilien ihr Abitur machen, gehen danach zum Studium nach Deutschland./bk/ppz/mch/DP/jha
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