Rohstoffmärkte: Die wichtigsten Nachrichten kommentiert

Dienstag, 26.09.2023 13:59 von Société Générale - Aufrufe: 206

Energie

  • Verhaltene Marktreaktion auf russischen Exportstopp für Kraftstoffe

Russland hat einige Ausnahmen für das am vergangenen Donnerstag verkündete Exportverbot für Kraftstoffe erteilt (siehe auch Rohstoffe aktuell vom 22.09.). Demnach ist der Export von bestimmten Schiffskraftstoffen und von Diesel mit höherem Schwefelgehalt weiterhin erlaubt. Ebenso ausgenommen vom Verbot ist der Export von Kraftstoffen, für die zuvor bereits eine Exportgenehmigung erteilt wurde. Der Exportstopp gilt weiterhin für Benzin und Diesel mit niedrigem Schwefelgehalt. Es wird alles allerdings nicht so heiß gegessen wie gekocht. Diesen Eindruck erweckt zumindest die verhaltene Marktreaktion. Der Gasöl-Crackspread hat die unmittelbar nach der Bekanntgabe des Exportstopps verzeichneten Gewinne größtenteils wieder abgegeben und notiert kaum höher als vorher. Zum einen wird davon ausgegangen, dass die Exportbeschränkung nur vorübergehend ist und schon bald wieder aufgehoben wird. Zum anderem könnte Russland stattdessen mehr Rohöl exportieren, damit die Kürzung der Ölexporte insgesamt nicht stärker ausfällt als die vorgesehenen 300 Tsd. Barrel pro Tag. Die seewärtigen russischen Rohölexporte lagen in den vier Wochen bis zum 17. September laut Daten von Bloomberg bereits 300-400 Tsd. Barrel pro Tag höher als im Durchschnitt der Monate Juli und August.

  • Nigeria kündigt deutliche Steigerung der Ölproduktion im nächsten Jahr an

Nigeria beabsichtigt, die Ölproduktion bis Ende 2024 auf 2,1 Mio. Barrel pro Tag zu steigern. Zuletzt lag sie laut Daten der zuständigen Regulierungsbehörde bei 1,41 Mio. Barrel pro Tag. Der Optimismus erklärt sich mit der Zusage der in Nigeria tätigen Ölunternehmen, kurzfristig 13,5 Mrd. USD investieren zu wollen, wie die Präsidentschaft des größten Ölproduzentenlandes Afrikas am Wochenende nach mehreren Treffen der Ölunternehmen mit dem für Energiefragen zuständigen Präsidentenberater und der Regulierungsbehörde mitteilte. Sollte das ausgegebene Produktionsziel tatsächlich erreicht werden, wofür berechtigte Zweifel bestehen, würde Nigeria deutlich mehr produzieren als es laut Vereinbarung der OPEC+ eigentlich dürfte. Die Vorgabe für das kommende Jahr wurde erst kürzlich auf 1,38 Mio. Barrel pro Tag gesenkt, nachdem Nigeria über einen längeren Zeitraum das bisherige Ziel von 1,74 Mio. Barrel pro Tag bei weitem nicht mehr erreichte. Nigeria könnte allerdings argumentieren, mehr als erlaubt produzieren zu dürfen, um die vorherige Zielverfehlung auszugleichen. Sollte Nigeria seine Ölproduktion tatsächlich deutlich erhöhen, würde damit auch das Ölangebot der OPEC+ steigen. Für Saudi-Arabien würde es dann schwieriger, seine freiwilligen Produktionskürzungen im kommenden Jahr zurückzunehmen. Ansonsten könnte der Ölmarkt 2024 in ein Überangebot rutschen und die Ölpreise unter Druck geraten.

  • Am europäischen Gasmarkt nimmt die Nervosität zu (und wieder etwas ab)

Gestern kletterte der Benchmarkt-Preis TTF zwischenzeitlich auf 48 EUR je MWh, intra-day war das der höchste Wert seit Mitte August. Seit letzten Dienstag hatte er damit um 14 EUR zugelegt: Das russische Exportverbot für ausgewählte Ölprodukte rückte auch am europäischen Gasmarkt das Thema Abhängigkeit von Russland in den Fokus, denn in diesem Jahr bezog die EU noch immer rund 8% ihrer Gasimporte aus Russland. Zum anderen meldet Norwegen weitere Einschränkungen in seinem größten Gasfeld an: Ohnehin waren bislang die norwegischen Lieferungen im September laut Bloomberg die niedrigsten Monatslieferungen seit 2015. Heute morgen geben die Gaspreise allerdings schon wieder etwas nach, denn der Streik an einer größeren LNG-Anlage in Australien wurde beigelegt. Zudem stellte ein großes chinesisches Öl- und Gasunternehmen für China eine moderate Spotnachfrage für den Winter in Aussicht. Und nicht zuletzt ist auch hierzulande die Witterung mild und die Gasspeicher sind laut GIE in Europa zu 95% gefüllt. Das sind zumindest beste Startbedingungen für die offiziell nächsten Monat beginnende Heizsaison (zur Situation am deutschen Gasmarkt lesen Sie hier). Dennoch: Die Risiken für die Gaspreise liegen in den ersten Wintermonaten unseres Erachtens klar auf der oberen Seite.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
SB3T6A Long Oil Brent Future Faktor: 5
SV25UQ Short Oil Brent Future Faktor: -5
SQ6491 Long Oil WTI Light Crude Future Faktor: 5
SV9TX3 Short Oil WTI Light Crude Future Faktor: -5
SH0GT8 Long Gas Oil Future (Diesel) Faktor: 5
SW14JA Short Gas Oil Future (Diesel) Faktor: -5
SV4NF2 Long Natural Gas Future Faktor: 5
SN5C7H Short Natural Gas Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle

  • Goldpreis nach Fed weiterhin unter Druck

Der Goldpreis rutscht zu Beginn der Woche weiter ab. Wesentlicher Belastungsfaktor dürfte die Erwartung dauerhaft höherer Zinsen sein, nachdem sich die US-Notenbank Fed vergangene Woche recht falkenhaft geäußert hatte. Abzulesen ist dies auch an der kräftigen Aufwertung des US-Dollars. Unsere Volkswirte sind jedoch nach wie vor skeptisch, ob die Fed einerseits ihre Zinsen im Herbst noch weiter erhöhen wird und andererseits, ob sich die derzeitige Sicht vieler Marktteilnehmer, dass der US-Wirtschaft eine “weiche Landung” gelingen wird, bewahrheitet. Mittelfristig sehen wir daher weiterhin eher Aufwärtspotenzial bei Gold. Kurzfristig kann es aber durchaus sein, dass der Goldpreis die Marke von 1.900 USD je Feinunze erneut antestet, sollten Inflationsängste aufgrund der zuletzt wieder kräftig gestiegenen Öl- bzw. Benzinpreise zunehmen und gleichzeitig sich die US-Konjunktur vorerst noch recht robust entwickeln.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
SB3T6G Long Gold Future Faktor: 5
SB3UAA Short Gold Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle

  • Gut unterstützter Zinnpreis

Der Zinnpreis zählt in diesem Jahr zu den Outperformern unter den wichtigsten Industriemetallen. Dies ist im Wesentlichen auf Angebotseinschränkungen der größten Minenproduzenten zurückzuführen. So hatte Indonesien, weltweit zweitgrößter Produzent nach China mit einem Marktanteil von 22% (auf Basis von USGS Daten für das Jahr 2022) und zumindest bis vor kurzem noch weltgrößter Zinnexporteur, Mitte des Jahres Exportbeschränkungen verhängt und eine wichtige Bergbauregion in Myanmar, das insgesamt einen Marktanteil von 10% an der globalen Minenproduktion hat, Anfang August seine Produktion eingeschränkt. Letztere ist wichtiger Lieferant an China. Im Juli, also kurz vor Beginn des von der lokalen Regierung auferlegten Produktionsstopps, waren die Zinnerzimporte aus der Region nach China der International Tin Association zufolge noch in die Höhe geschnellt, wodurch die Versorgung der Schmelzen zumindest kurzfristig sichergestellt sein dürfte. Die Lagerbestände an der SHFE sind seit Anfang August zwar rückläufig, befinden sich aber noch immer auf vergleichsweise komfortablen Niveaus (genau genommen etwa 40% über Jahresanfangniveau). Noch dürfte es daher zu keinen Einschränkungen der Metallverarbeitung in China gekommen sein. Dies könnte sich aber angesichts des deutlich knapperen Angebots aus Indonesien und Myanmar durchaus in den kommenden Monaten ändern. Der Zinnpreis sollte daher vorerst gut unterstützt bleiben.

BÖRSENSPIEL TRADER: PACKEN SIE DEN BULLEN BEI DEN HÖRNERN!

Machen Sie mit beim große Börsenspiel Trader. Beweisen Sie Ihr Können an der Börse: Sie starten mit zwei fiktiven Depots, die jeweils mit 100.000 Euro Spielgeld ausgestattet sind. Ziel ist es, durch den Handel von Aktien, Optionsscheinen und Zertifikaten den höchsten Depotwert von allen Teilnehmern zu erreichen. Hauptpreis ist ein Jaguar E-PACE!

Jetzt anmelden!

Kontakt bei Fragen und Anregungen

Bei Fragen zu unseren Produkten rufen Sie uns an unter 0800 / 818 30 50.

Oder schicken Sie uns eine E-Mail an service.zertifikate@sgcib.com.

Aktueller Link

Werbung

Mehr Nachrichten kostenlos abonnieren

E-Mail-Adresse
Benachrichtigungen von ARIVA.DE
(Mit der Bestellung akzeptierst du die Datenschutzhinweise)

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Andere Nutzer interessierten sich auch für folgende News