PEKING (dpa-AFX) - Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat zum Auftakt ihres China-Besuchs für einen "vertrauensvollen und offenen Austausch" zwischen Berlin und Peking geworben. Dieser sei ihr "sehr, sehr wichtig", sagte die CDU-Politikerin in Peking bei einem Treffen mit Zhou Haibing, einem Vizeminister der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform. Die Behörde gilt als eine der wichtigsten wirtschaftspolitischen Planungsstellen Chinas.
Reiche verwies auf die "sehr guten bilateralen Gespräche", die Bundeskanzler Friedrich Merz jüngst mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping geführt habe. Nun sei es ihre Aufgabe, "diesen Faden aufzunehmen". Reiche verwies auch auf Zhous Ausbildung als Bauingenieur. Die Bedeutung von Statik und Belastbarkeit sei ihm wohlvertraut. "So wollen wir auch unsere Beziehungen gestalten", sagte die Ministerin.
Reiche sprach die Themen Energiesicherheit und Versorgungssicherheit an, die auch für China große Bedeutung hätten. Die Krisenlage im Nahen Osten bereite Sorge, weil sie die Versorgungssicherheit in Europa und Deutschland berühre. Zugleich steige durch die Nutzung künstlicher Intelligenz der Bedarf an Strom und leistungsfähigen Netzen.
Ungleichgewichte im Handel sorgen für Spannungen
Reiche will in Peking auch mit Handelsminister Wang Wentao sprechen sowie mit Vizeministerpräsident He Lifeng, der in der chinesischen Regierung Handelsfragen mitverantwortet. Im Tross der ehemaligen Managerin reisen eine Reihe von deutschen Unternehmensvertretern mit, darunter BASF-Chef Markus Kamieth und der Vorstandsvorsitzende von Thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) , Miguel Ángel López Borrego. Am Donnerstag will Reiche in der südchinesischen Industriemetropole Guangzhou Firmen besuchen und Vertreter der Lokalregierung treffen.
Die Reise findet in einer Phase statt, in der Berlin und Peking den wirtschaftspolitischen Dialog wieder vertiefen wollen. Kanzler Merz brachte Ende Februar mit seiner Reise nach Fernost die Gespräche mit Peking wieder in Gang. Zugleich belasten Handelsungleichgewichte, Klagen über unfairen Wettbewerb und Debatten über strengere EU-Schutzmaßnahmen das Verhältnis.
China ist Deutschlands wichtigster Handelspartner, allerdings werden weit mehr Waren aus der Volksrepublik eingeführt als dorthin exportiert. Das Handelsvolumen lag nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr bei etwas mehr als 250 Milliarden Euro. Deutschland importierte Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro aus China, 8,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die deutschen Exporte nach China gingen dagegen um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurück./jpt/DP/zb
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