- Ölkonzerne erwirtschafteten im Q3 67 Milliarden US-Dollar.
- Brentöl fiel auf rund 103 US-Dollar je Barrel.
- Deutschland importiert fast sein gesamtes Öl.
- SpaceX-Hype:
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Nicolas Ebert Viele Ölhändler fürchten, dass der Konflikt mit dem Iran nach der US-Zwischenwahl neu aufflammt. Für Verbraucher, Notenbanken und große Teile der Börse ist das eine Belastungsprobe. Für die Ölkonzerne ist das Jahr schon jetzt ein Geldregen.
Ölpreis: Zwischen Raketen und Diplomatie
Zum Wochenstart rutschte Öl kräftig ab. US-Außenminister Marco Rubio signalisierte, Trump ziehe Verhandlungen weiteren Angriffen vor. Auch Irans oberster Führer zeigte sich gesprächsbereit. Die Nordseesorte Brent fiel um fast acht Prozent auf rund 103 US-Dollar je Barrel. Die Erleichterung hielt nicht lange. In der Nacht griffen die USA Ziele auf der iranischen Insel Qeschm in der Straße von Hormus an. Am Dienstag kostete Brent wieder gut 106 US-Dollar. Vor einem Jahr waren es rund 69 US-Dollar.
Goldman Sachs hob seine Prognose für Brent zum Jahresende von 90 auf 105 US-Dollar an. Für 2027 rechnen die Analysten im Schnitt mit 88 US-Dollar. Im Preis stecke eine Risikoprämie von rund 27 US-Dollar. Im Extremfall sei ein Durchschnitt von 130 US-Dollar möglich. Erholt sich die Förderung am Golf schneller, könnte Öl dagegen unter 70 US-Dollar fallen. Morgan Stanley und die australische ANZ sehen Brent im vierten Quartal ebenfalls bei 105 US-Dollar. Für eine Entwarnung sei es zu früh, mahnen die Strategen der ING.
Ölkonzerne: Der Krieg spült Milliarden in die Kassen
Die fünf großen westlichen Ölkonzerne erwirtschafteten im dritten Quartal zusammen 67 Milliarden US-Dollar freien Mittelzufluss, mehr als doppelt so viel wie vor einem Jahr. Wood Mackenzie hält in diesem Jahr einen kriegsbedingten Geldsegen von einer halben Billion US-Dollar für möglich. Der wichtigste Treiber ist Diesel. Weil Raffinerien in Russland und im Nahen Osten bombardiert wurden, sind Kraftstoffe knapp.
ExxonMobil verdiente bereinigt 4,23 US-Dollar je Aktie, Analysten hatten laut LSEG 4,08 US-Dollar erwartet. Chevron kam auf 5,28 US-Dollar statt der erwarteten 4,88 US-Dollar. Die Chevron-Aktie hat seit Jahresbeginn mehr als 50 Prozent zugelegt. Das mittlere Kursziel liegt mit 232,50 US-Dollar inzwischen unter dem Kurs. Am stärksten überraschte BP mit einem bereinigten Gewinn von 8,5 Milliarden US-Dollar, deutlich über den Erwartungen. Die Briten wollen damit die letzten rund sechs Milliarden US-Dollar für die Ölpest der Deepwater Horizon vorzeitig begleichen. Citi-Analyst Alastair Syme traut der Aktie nach 43 Prozent Plus weitere acht Prozent zu.
Wall Street: Gewinner und Verlierer im selben Index
Für die USA ist teures Öl ein zweischneidiges Schwert. Energiewerte zählen zu den stärksten Branchen des Jahres. Die Inflation lag zuletzt aber bei 3,7 Prozent. Die US-amerikanische Notenbank Fed hielt den Leitzins bei 3,75 bis 4,00 Prozent, zwei Notenbanker stimmten bereits für eine Erhöhung. Höhere Zinsen treffen vor allem die Technologieriesen, die Milliarden in künstliche Intelligenz stecken.
Europa zahlt die Rechnung
Härter trifft es Europa. Deutschland importiert fast sein gesamtes Öl. Zudem notiert der Euro nahe einem 17-Monats-Tief. Die Inflation lag zuletzt bei 3,3 Prozent. Wie empfindlich der Markt reagiert, zeigte der Sommer. Im August stieg der DAX über 26.500 Punkte, im September drückten Öl und die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank ihn auf rund 25.000 Punkte. Am Dienstag liegt er bei etwa 25.827 Punkten.
Fazit
Ölkonzerne sind derzeit die Absicherung gegen den Krieg und die Launen des Technologiebooms. Viel Gutes ist aber eingepreist, die Kursziele sind teils erreicht. Für DAX-Anleger bleibt teures Öl ein Risiko. Energiehungrige Branchen wie Chemie und Luftfahrt leiden, Energiewerte und Banken profitieren.
In der wO Börsenlounge hat Aktienexperte Markus Weingran passend zu dem Thema einen Optionsschein auf den Öl-Riesen BP (BP Aktie) vorgestellt und drei kleine Öl-Aktien, bei denen der Rücksetzer vom Wochenstart eine Chance bietet.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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