Die Flagge der Europäischen Union.
Quelle: - pixabay.com:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 304

McKinsey: Europa hat billionenschwere Investitionslücke

FRANKFURT (dpa-AFX) - Um Europa zu mehr Wirtschaftswachstum zu verhelfen, sind nach Einschätzung der Unternehmensberatung McKinsey billionenschwere Investitionen und mehr herausragende Firmen nötig. Das zeigt eine neue Analyse von McKinsey, die heute auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt werden soll.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Habe der frühere EZB-Präsident Mario Draghi 2024 in seinem vielzitierten Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit der EU den jährlichen Investitionsbedarf auf 800 Milliarden Euro beziffert, liege die Summe nun um die Hälfte höher: Stattdessen seien jährlich 1,2 Billionen Euro öffentliche und private Investitionen über die nächsten fünf Jahre nötig, schreibt McKinsey mit Verweis auf jüngste Schätzungen. Grund sei steigende Rüstungsausgaben.

McKinsey: Nur wenige Unternehmen treiben das Wachstum

Untersuchungen des McKinsey Global Institute zeigten, dass das nationale Produktivitätswachstum auf wenige ambitionierte Unternehmen zurückgehe. Bei einer Stichprobe habe man herausgefunden, dass mehr als zwei Drittel des Produktivitätswachstums in den USA zwischen 2011 und 2019 von 44 herausragenden Unternehmen getragen wurde. Übertragen auf Deutschland waren demnach 13 herausragende Firmen für zwei Drittel des Produktivitätswachstums verantwortlich.

Um die Wirtschaft anzukurbeln und gegenüber den USA und China aufzuholen, müsse Europa nicht nur ambitionierte Unternehmen - darunter potenzielle Zukunftsfirmen in der Wachstumsphase - stärker fördern. In den vergangenen fünf Jahren hätten US-Unternehmen 2 Billionen Euro mehr in digitale Technologien investiert als die europäische Konkurrenz. Und in traditionellen Fertigungsindustrien investiere China dreimal so viel wie Europa.

Europa droht lange Flaute

McKinsey zählt zehn Handlungsfelder für den öffentlichen Sektor auf, darunter ein radikal vereinfachter Rechtsrahmen in der EU für innovative Firmen ("28th Regime") und eine investitionsfreundliche Haltung bei Übernahmen in Europa. Auch könnten Regierungen als Großkunden neue Märkte und Einnahmequellen erschließen.

Unternehmen müssten mutig handeln und fünf strategische Schritte ergreifen, darunter der Ausbau der produktivsten Geschäftsmodelle oder Technologien, die Verlagerung der Portfolios hin zu den produktivsten und wachstumsstärksten Geschäftsbereichen und der Aufbau von Größenvorteilen.

Europa drohe ein weiteres Jahrzehnt mit einem schwachen Wirtschaftswachstum von rund einem Prozent, warnt McKinsey. Das sei aber keinesfalls unvermeidlich. So hätten die ausländischen Direktinvestitionen in Europa deutlich angezogen und Finanzinvestoren Milliardeninvestitionen zugesagt. Wenn Unternehmen unterstützt vom öffentlichen Sektor darauf aufbauten und bei Investitionen mit ihren US-Pendants gleichzögen, könne Europa das Wachstum verdoppeln./als/DP/mis

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend