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Zertifikate: Silber verdrängt DAX aus dem Fokus

Im Zertifikatehandel der Deutschen Börse haben sich die Schwerpunkte zuletzt deutlich verschoben. Edelmetalle, allen voran Silber, rückten in den Fokus, während DAX-Produkte Marktanteile verloren und Einzelwerte zur Berichtssaison stärker gefragt waren.
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6. Februar 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Die hochvolatilen Edelmetalle bestimmen den Zertifikatehandel. „Die Frage nach den aktuellen Trends lässt sich mit einer alten Weisheit nahezu umfassend beantworten: Es ist nicht alles Gold, was glänzt - es könnte auch Silber sein", erklärt Simon Görich von der Baader Bank AG. Beide Basiswerte liefen sogar dem DAX den Rang als meist gehandeltes Underlying ab. 

Julius Weiss von HSBC bestätigt das. Silber ist hier der Top-Basiswert im Januar gewesen, gefolgt vom Nasdaq 100 und Gold. „Es ist selten, dass die Edelmetalle im Umsatzranking so weit oben sind“, ordnet der Zertifikate-Spezialist ein. Stark nachgefragt wird ein aktuell achtfach gehebelter Open End Turbo-Call auf Silber (DE000HM11PR4).

Short-Produkte nach starken Bewegungen gesucht

Peter Bösenberg von der Société Générale sah in der vergangenen Woche zeitweise sogar mehr als 50 Prozent Umsatzanteil in Hebelprodukten auf Gold und Silber. Die meisten Anlegerinnen und Anleger setzen dabei auf steigende Kurse. Bei starken Bewegungen nimmt das Interesse an Short-Produkten aber zu. Börsenberg berichtet hier von großen Umsätzen in Best Unlimited Short-Turbos auf Gold (DE000FC5FV52) und Silber (DE000FD63GP1).

Im Zertifikatehandel der ICF Bank haben es in den vergangenen vier Wochen gleich vier Silber-Produkte in die Top-20 geschafft. Neben einem klassischen Partizipations-Zertifikat (DE000DZ0B773) und einem Open End Turbo-Call (DE000HM11PR4) wurden auch zwei Discount-Calls (DE000DY3XP18DE000PK0P6Y1) fleißig geordert. Hier können Anlegerinnen und Anleger auch bei einer Seitwärtsbewegung des Silberpreises positive Erträge erzielen. Zudem gibt es keine Knock-out-Gefahr während der Laufzeit.

DAX-Produkte verlieren an Gewicht

Markus Königer, Händler der ICF Bank, erklärt, dass der steigende Marktanteil der Edelmetalle vor allem zu Lasten der DAX-Produkte geht. Hier konzentrieren sich normalerweise rund 30 Prozent aller Orders, in den vergangenen Wochen waren es nur ca. 18 Prozent. Ebenfalls untypisch und auffällig: Nur ein DAX-Produkt ist in den Top-20 der meistgehandelten Produkte gelandet, ein X-Open End Turbo Short auf den DAX (DE000DY814S4), das von fallenden Notierungen des deutschen Aktienindex profitiert.

Auch insgesamt wurden mehr Short- als Long-Produkte auf den DAX gehandelt. Ein Grund dafür könnte laut Königer die Saisonalität sein: „Im Januar und Februar waren die Aktienmärkte in den vergangenen Jahren tendenziell etwas schwächer.“ Generell ist aus seiner Sicht aktuell etwas Vorsicht angebracht. „Eine Korrektur wäre gesund, insgesamt bleibe ich aber positiv gestimmt.“

Als Spaßbremse wirkt zurzeit auch die zunehmende Angst vor einem „aus dem Ruder laufen“ der KI-Story. „Die Unternehmen investieren hier extrem viel Geld und immer mehr Marktteilnehmer stellen sich die Frage, ob und wann sich das rechnen wird“. Deshalb sieht der Händler aktuell auch tendenziell eine Flucht in Form von Gewinnmitnahmen aus dem Tech-Sektor und verstärkte Investments in ausgewählte Blue Chips. Als Beleg dafür nennt er die zuletzt bessere Performance des Dow Jones Industrial Index gegenüber dem Nasdaq 100.

Einzelaktien zur Berichtssaison im Fokus

Vermehrt gehandelt werden im Zuge der laufenden Berichtssaison auch Zertifikate auf Einzelaktien. „Einige Anleger versuchen sich hier frühzeitig zu positionieren“, erklärt Königer und meldet gute Nachfrage nach einem Call auf Taiwan Semiconductors (DE000HT75H60), einem Call auf Alphabet C (DE000HT8E6D8) und einem Discount-Zertifikat auf Infineon (DE000DU0M5E3). Bösenberg berichtet von Umsätzen in Produkten auf SAP und nennt als Beispiel eine Aktienanleihe Classic (DE000FD63768). Gefragt sind zudem unverändert Chipwerte wie Micron Technology, deren Kurs zuletzt deutlich gestiegen war. Bösenberg erwähnt hier einen gut gehandelten Best Unlimited Turbo-Optionsschein (DE000FD4QRV7).

Von Thomas Koch, 5. Februar 2026, © Deutsche Börse AG

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