15. April 2026. FRANKFURT (Deutsche Börse). Das Kleinstwertesegment setzt seinen guten Lauf fort. Mit aktuell 1.463 Punkten ergibt sich für den Scale All Share seit Jahresanfang ein Plus von 6,5 Prozent – anders als beim DAX und MDAX, die noch in der Verlustzone liegen. Auch der SDAX schneidet mit einem kleinen Plus von 2 Prozent schlechter ab. Der Scale-Index hat damit außerdem das höchste Niveau seit Sommer 2022 erreicht. Allerdings stehen extrem guten Kursentwicklungen im Segment weiterhin auch hohe Verluste einzelner Aktien gegenüber.
„Deutsche Rohstoff-Kursschwäche als Einstiegsgelegenheit“
Auf immer neue Höhen klettert die Deutsche Rohstoff AG (DE000A0XYG76). In der Spitze lag der Kurs bei 102 Euro, am Mittwochmorgen sind es 95 Euro, Ende 2025 waren es noch unter 50 Euro. Das liegt am rasanten Ölpreisanstieg, aber auch an der starken Expansion des Ölförderers im US-Markt. Anfang des Monats hat Deutsche Rohstoff seine Gewinnprognose für dieses Jahr schon kräftig erhöht: Statt 115 bis 135 Millionen Euro beim Ebitda rechnet man jetzt mit rund 300 Millionen Euro.
Analysehäuser halten die Aktie für viel zu billig: MWB Research nennt ein Kursziel von 129 Euro und rät zum Einstieg. „Jede Kursschwäche aufgrund von Ölpreisrückgängen ist eine überzeugende Einstiegsgelegenheit“, heißt es. First Berlin hat das Kursziel vergangene Woche zwar etwas zurückgenommen von 139 auf 124 Euro, empfiehlt aber weiter klar den Kauf.
„Alle 2G-Wachstumstreiber intakt“
Auch 2G Energy (DE000A0HL8N9) gehört zu den Gewinnern. Die Aktie des Herstellers von nachhaltigen Kraftwerken, Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen und Wärmepumpen kletterte dieses Jahr von 34 auf 45 Euro. Jüngster Auslöser: gute Zahlen für 2025. 2G hat im vergangenen Jahr seinen Wachstumskurs fortgesetzt und den Konzernumsatz um 6 Prozent auf 398 Millionen Euro gesteigert.
Mit dem Kursanstieg sind die Kursziele diverser Analysehäuser aus dem März nun überschritten: First Berlin hatte 44 Euro genannt, SMC-Research 42 Euro und Metzler Capital 38,50 Euro. 2026 dürfte das Wachstumstempo SMC-Research zufolge noch deutlicher zunehmen, unter anderem wegen anstehender Großaufträge für Rechenzentren. „Wir sehen alle Wachstumstreiber als intakt an – Datencenter, deutsche Gasreservekraftwerkeausschreibungen, deutscher Biogasmarkt, Ukraine, große Wärmepumpen“, hieß es von First Berlin.
mVISE: Immer noch Potenzial?
Sehr gut entwickelt hat sich zuletzt auch Softwareentwickler mVISE. Anfang Januar hatte die Aktie noch um 4,50 Euro gekostet, jetzt sind es 7,70 Euro. Diese Woche meldete das Unternehmen konkrete Verhandlungen zur Beteiligung an drei softwarezentrierten Unternehmen. „Die Ankündigung markiert einen entscheidenden Schritt in der Umwandlung von mVISE von einem restrukturierten Softwareentwickler zu einer operativen ‚Buy & Build‘-Plattform“, erklärt NuWays und stuft die Aktie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 10,50 Euro.
Ernst Russ mit „Zahlen, die aufhorchen lassen“
Zumindest leicht nach oben geht es seit Jahresanfang für die Reederei Ernst Russ (DE000A161077). Am Mittwochmorgen kostet die Aktie 7,42 Euro nach 7,04 Euro Ende 2025. „Ernst Russ AG liefert 2025 Zahlen, die Anleger aufhorchen lassen dürften“, schreibt das Nebenwerte Magazin. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und eines herausfordernden Marktumfelds habe Ernst Russ den Gewinn deutlich gesteigert und gleichzeitig die strategischen Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Die Quirin Bank hat das Kursziel von 11 auf 12,50 Euro erhöht und rät zum Einstieg.
Pfisterer weiter vorne
Umsatzspitzenreiter im Scale-Segment war im März einmal mehr Stromnetzausrüster Pfisterer mit 56 Millionen Euro, diesmal dicht gefolgt von der Deutschen Rohstoff AG (55,9 Millionen Euro). Danach kommen Börsenneuling Gabler (43 Millionen Euro), 2G Energy (30 Millionen Euro), Mensch und Maschine (27 Millionen Euro) und Innoscripta (15 Millionen Euro). Erst auf Platz 7 steht Steyr Motors (11 Millionen Euro), die meistgehandelte Aktie 2025 mit insgesamt 450 Millionen Euro.
Seitwärts für Rüstungsaktien
Mehr oder weniger stabil in einem schwierigen Marktumfeld zeigt sich die Gabler Group (DE000A421RZ9), die im März an die Börse gegangen war. Der erste Preis lag bei 47,20 Euro nach Ausgabe zu 44 Euro. Aktuell wird Gabler zu knapp 43 Euro gehandelt. Der Lübecker U-Boot-Zulieferer ist Hersteller von Unterwassertechnologien und nach eigenen Angaben europäischer Marktführer bei Ausfahrgerätesystemen für konventionelle U-Boote. Etwas schwächer auf hohem Niveau zeigt sich der zweite Rüstungswert im Scale-Segment: Steyr Motors (AT0000A3FW25). Der Motorenbauer für die Rüstungsindustrie war im Oktober 2024 an die Börse gegangen zu einem Ausgabepreis von 14 Euro. Jetzt kostet die Aktie 36,40 Euro.
Weitere Empfehlungen für Scale-Aktien
| Analysehaus/Bank | Scale-Unternehmen | Empfehlung | Kursziel in Euro | aktueller Kurs in Euro |
|---|---|---|---|---|
| NuWays | Cantourage | Kaufen | 10,00 | 4,41 |
| Montega | Cantourage | Kaufen | 8,00 | 4,41 |
| GBC | Mensch und Maschine | Kaufen | 64,40 | 36,60 |
| SMC-Research | Mensch und Maschine | Strong Buy | 68,00 | 36,60 |
| Quirin Bank | Daldrup & Söhne | Kaufen | 28,80 | 24,60 |
| SMC-Research | Daldrup & Söhne | Kaufen | 29,50 | 24,60 |
| NuWays | Nynomic | Kaufen | 21,00 | 15,50 |
| Montega | Nynomic | Kaufen | 18,00 | 15,60 |
| Montega | Delignit | Kaufen | 5,70 | 2,54 |
| Montega | PAL Next | Halten | 1,00 | 0,93 |
Von Anna-Maria Borse © 15. April 2026, Deutsche Börse AG
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