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Wochenausblick: „Alle warten auf Freitag“

Heute beginnt der historisch betrachtet schwächste Monat für den DAX. Das Risiko weiterer Kursrückgänge nimmt dadurch zu. Die zum Ende der Woche anstehenden Arbeitsmarkten sollen Aufschluss über die Zinspolitik der US-Notenbank geben. 
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1. September 2025. FRANKFURT (Börse Frankfurt). „Alle Augen sind auf die US-Arbeitsmarktdaten gerichtet“, beschreibt Martin Hartmann von der Commerzbank die Ausgangslage für die neue Woche. Die am Freitagnachmittag anstehende Veröffentlichung wird unter anderem deshalb mit Spannung erwartet, weil im Vormonat die Zahl der im Mai und Juni neu geschaffenen Jobs so deutlich nach unten revidiert wurde, dass es hier kaum noch einen Stellenzuwachs gegeben hat. Das kostete die Chefin der Statistikbehörde BLS ihren Job. Nach den Neubesetzung der Position durch Donald Trump fürchtet Hartmann eine „Politisierung der Daten“. Schwache Arbeitsmarktdaten würden es der Fed leichter machen, demnächst die Leitzinsen zu senken. Worauf der US-Präsident ja schon länger drängt.

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Was macht die Fed in zwei Wochen?

Die Arbeitsmarktdaten könnten Aufschluss darüber geben, ob und in welchem Umfang die Fed bei ihrer nächsten Sitzung am 17. September eine Anpassung vornimmt. Aktuell ist an den Märkten eine moderate Zinssenkung um 25 Basispunkte eingepreist. „Je nach Datenlage könnten die Zinsspekulationen zunehmen“, erklärt Hartmann. Der Konsens rechnet aktuell mit rund 80.000 neuen Stellen. Bei einer deutlich geringeren Zahl könnte der Druck auf die Notenbank steigen, die Zinsen noch stärker zu senken. 

Auf der anderen Seite müsste es nach Ansicht von LBBW-Analyst Elmar Völker schon ein Stellenplus deutlich oberhalb von 100.000 geben, um die Währungshüter noch mal „ernsthaft ins Grübeln zu bringen“, ob sie ihre Geldpolitik überhaupt lockern sollen.

„Konsolidierung auf hohem Niveau“ erwartet

Die Makrodaten aus den USA dürften nach Ansicht der Commerzbank das Marktgeschehen dominieren, weil „Unternehmensmeldungen bzw. Quartalszahlen recht dünn gesät sind und daher kaum neuen Impulse bringen dürften“. Aus dem Technologiesektor berichtet am Donnerstag u.a. noch der Chip-Spezialist Broadcom. Die Analysten erwarten für die Aktienmärkte in der laufenden Woche „eine Konsolidierung auf hohem Niveau“. Der DAX hat am Freitag bei 23.902 Punkten geschlossen und damit einen Wochenverlust von 1,9 Prozent erlitten. Der Stoxx Europe 600 gab 2,0 Prozent ab. In den USA verbuchte der marktbreite S&P 500 (US78378X1072) einen moderaten Rückgang von 0,1 Prozent auf Wochensicht. Am Montagmorgen steht der DAX (DE0008469008) bei 23.940 Punkten und damit etwas höher als am Freitag. 

Heute startet ein „historisch noch kritischerer Monat“

Unter dem Strich hat der DAX im abgelaufenen Monat 0,7 Prozent an Wert verloren, womit der August seinen Ruf als relativ schwache Periode zumindest tendenziell bestätigt hat. Mit dem September startet nun ein laut LBBW „historisch noch kritischerer Monat“. Im Schnitt büßte der deutsche Aktienindex seit 1988 rund 2,1 Prozent ein. Nur in 15 von insgesamt 37 Jahren erreichte der DAX im September ein Kursplus. Im vergangenen Jahr gelang genau das, nachdem es zuvor vier Jahre mit einer negativen Monatsbilanz gegeben hatte. 

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine der Woche

Montag, 1. September

USA. Labor Day: Märkte geschlossen

Dienstag, 2. September

11.00 Uhr. Eurozone: Verbraucherpreise August: Die Analysten der Commerzbank erwarten von den Daten „nicht viel Neues“. Ihrer Ansicht nach dürfte die Inflationsrate von 1,9 Prozent auf 2,1 Prozent steigen, die Kernteuerungsrate aber von 2,3 Prozent auf 2,2 Prozent nachgeben. Dies würde jedoch „nichts an dem grundlegenden Bild ändern, dass sich die Verbraucherpreise derzeit weitgehend im Einklang mit dem Inflationsziel der EZB entwickeln und damit keinen Anlass für eine Änderung der Leitzinsen geben“.

16.00 Uhr. USA: ISM-Index verarbeitendes Gewerbe: Die Deutsche Bank rechnet damit, dass der Index von 48,0 Punkten im Juli leicht auf 48,5 Punkte im August gestiegen ist.

Mittwoch, 3. September

9.30 Uhr. Eurozone. Rede von EZB-Chefin Christine Lagarde

20.00 Uhr. USA: Beige Book der Fed

Deutschland: Indexüberprüfung. Die turnusmäßige Überprüfung der Deutschen Börse erfolgt viermal im Jahr, jeweils am dritten Arbeitstag im März, Juni, September und Dezember. Veröffentlicht werden die beschlossenen Änderungen nach US-Börsenschluss, wirksam werden sie rund drei Wochen später.

Donnerstag, 4. September

16.00 Uhr. USA: ISM-Index Dienstleistungen: Anders als beim Index für das verarbeitende Gewerbe (siehe oben) rechnen die US-Ökonomen der Deutschen Bank für den Dienstleistungssektor mit einem leichten Indexrückgang von 50,1 Punkten auf 49,8 Punkte.

Freitag, 5. September

14.30 Uhr. USA: Arbeitsmarktbericht: wichtigste Veröffentlichung der Woche (siehe oben)

Von Thomas Koch, 1. September 2025, © Deutsche Börse AG

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