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Letzter Gruß an F60 - Sprengung rührt Bergleute zu Tränen

JÄNSCHWALDE (dpa-AFX) - Es ist ein Tag voller Wehmut, an dem Tränen fließen. Bergleute aus dem Lausitzer Braunkohlerevier kommen zusammen

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- das gekreuzte Bergbauzeichen aus Schlägel und Eisen an der Jacke.

Zum letzten Mal erklingt von der legendären F60 der Bergmannsgruß "Glück auf". Die gigantische Abraumförderbrücke - 500 Meter lang, 80 Meter hoch und aus 31.000 Tonnen Stahl - wurde am Vormittag im ehemaligen Tagebau Jänschwalde gesprengt.

"Das geht mir sehr nahe", sagt Ingenieur Karsten Möhring und weint. 45 Jahre F60 - das sei sein Leben, sagt der Fachmann, inzwischen im Ruhestand. Beschäftigte des Energieerzeugers Leag und ehemalige Mitarbeiter verfolgen die Sprengung, die strenge Sicherheitsvorkehrungen nötig macht, via Livestream im Internet.

Die Stimmung ist emotional: "Danke F60" ist zu hören. Mit dem Fall der Förderbrücke geht ein wichtiges Kapitel Lausitzer Bergbaugeschichte zu Ende. Das Unternehmen Leag baut angesichts des Kohleausstiegs 2023 aber längst an neuen Energie-Projekten und errichtet Wind- und Solarparks.

Nicht alle Bergleute wollen sich Sprengung anschauen

Der ehemalige Tagebauleiter Dietmar Junker ist aufgeregt. "Ich denke, ein Tränchen wird man schon verdrücken", sagt er, kurz bevor der Koloss mit lautem Krachen fällt. "Es gibt auch Kollegen, die können sich das nicht anschauen, weil sie sagen, das war unser Arbeitsplatz, der in wenigen Augenblicken ein Schrotthaufen ist."

Zum ersten Mal fällt eine F60. Sie wird als technisches Meisterwerk und eine der größten beweglichen Arbeitsmaschinen der Welt bezeichnet. Drei andere Stahl-Kolosse dieses Typs sind im Lausitzer Revier noch im Betrieb. Eine F60 wird als Besucherbergwerk im Süden Brandenburgs genutzt.

Tagebau-Arbeit mit der F60 bei minus 25 Grad

Viele Bergleute erinnern sich, wie mit der F60 über Jahrzehnte Braunkohle in Jänschwalde freigelegt wurde, um die Stromversorgung zu sichern.

"Man empfindet erst mal Stolz, dass wir das Kraftwerk Jänschwalde ständig versorgt haben mit Braunkohle - egal unter welchen Wetterbedingungen", sagt Junker. "Wir hatten hier im Tagebau Winter mit Temperaturen von minus 25 Grad." Auch Betriebsrätin Katrin Lösche, die 1984 eine Ausbildung auf der F60 begann, sagt: "Wir haben gemeinsam geschwitzt, gefroren, geschippt (...)"./mow/DP/jha

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