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GBP: Der liebe Brexit und das Pfund
Seit einigen Monaten ist in der britischen Politik ein Thema wieder aufgekommen, das durch die Episode mit erhöhter Inflation, immer wieder aufkommenden Sorgen um das Wachstum und die öffentlichen Finanzen in den letzten Jahren etwas in den Hintergrund getreten ist: Der Brexit. Ungefähr im Sommer des vergangenen Jahres begannen Labour-Politiker immer öfter zu betonen, dass die langfristigen Auswirkungen des Brexits die Probleme bei den öffentlichen Finanzen und beim Wachstum verschärfen würden. Die stärkere Fokussierung auf dieses Thema kam damals etwas überraschend, schließlich war Labour zuvor eigentlich daran gelegen, den Brexit als Thema so gut es geht zu ignorieren.
Am Montag konnte das Pfund nun gegenüber dem USD und dem Euro deutlich zulegen. Die Daten aus der eher dritten Reihe haben dafür aber kaum einen Grund geliefert. Sicherlich hat geholfen, dass sowohl der Euro als auch der USD am Montag abgewertet haben, aber das Pfund hat darüber hinaus auch idiosynkratisch aufwerten können. Abseits von Daten oder irgendwelchen größeren Meldungen (die Zinserwartungen blieben auch unverändert), sind für eine solche Aufwertung Aussagen vom britischen Premierminister vom Wochenende eines der wenigen Argumente. Dieser betonte, das Vereinigte Königreich “noch näher” an die EU heranzurücken zu wollen – und richtete seinen Blick auf den Binnenmarkt, nachdem es in den letzten Monaten ohnehin zu einer vorsichtigen Annäherung an die EU kam.
Ich will an dieser Stelle gar nicht über die Auswirkungen des Brexits an sich diskutieren, das können andere übernehmen (siehe beispielsweise hier). Und natürlich kann ich Marktteilnehmer verstehen, die auf derartige Aussagen mit Pfund-Stärke reagieren. Schließlich hat sich das Pfund bis heute nicht vom Brexit-Votum erholt und ein möglicher besserer Zugang zum EU-Binnenmarkt verspricht größere Exporte und ein stärkeres Wachstum. Dennoch wäre ich vorsichtig, (zu) voreilig eine mögliche Annäherung einzupreisen:
- Viele Analysen von unabhängigen Kommentatoren thematisieren, dass der Brexit zwar die Probleme des Vereinigten Königreichs verschlimmert hat, diese Probleme aber bereits deutlich vorher begonnen haben. Beispielsweise haben Diskussionen um das britische “Produktivitäts-Puzzle” bereits einige Jahre vor dem Brexit-Votum begonnen. Eine Annäherung an die EU könnte helfen, einige Probleme der letzten Jahre abzuschwächen, das Allheilmittel ist es aber ganz sicher nicht.
- Viele Leser der TagesInfo Devisen werden sich noch an den unglaublich zähen Prozess des Brexits erinnern. Nun muss es nicht heißen, dass eine Wiederannäherung ähnlich holprig verläuft (unabhängig davon, wie realistisch eine solche Annäherung ist), schnell dürfte es dennoch nicht gehen. Und Zugang zum EU-Binnenmarkt dürfte es nur gegen Konzessionen geben. Zwar handelt der Devisenmarkt üblicherweise vorausschauend, bei derart vielen Unsicherheiten aber so vorausschauend zu handeln, erscheint mir etwas übertrieben.
Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, sollte es wirklich zu einem verbesserten Zugang zum EU-Binnenmarkt kommen, würde das Pfund deutlich profitieren können. Die Bewegung vom Montag wäre dann nur ein kleiner Vorgeschmack gewesen. Und eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Brexits steht der britischen Politik auch gut zu Gesicht. Nur ist es einfach noch zu früh, um mögliche positive Effekte einzupreisen.
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