Der erste Dominostein wäre laut Claver ein Kollaps des Yen-Carry-Trades. Das Szenario: Der Krieg im Nahen Osten führt zu steigenden Ölpreisen in Japan. Infolgedessen muss die Bank of Japan den Leitzins anheben. Dadurch würden sich milliardenschwere Yen-Kredite verteuern, mit denen Investoren weltweit in Aktien, Anleihen und Kryptowährungen investiert sind. Anleger müssten ihre Assets verkaufen, um ihre Kredite zurückzuzahlen. Die Folge wäre eine globale Liquiditätskrise.
Im zweiten Schritt geraten laut Theorie Stablecoins wie Tether unter Druck. Da Tether große Mengen Bitcoin und andere Vermögenswerte hält, könnten massive Kursverluste die Dollarbindung des Stablecoins gefährden. Da viele Kryptobörsen jedoch stark von der Tether-Liquidität abhängig sind, führe dies zu Panikverkäufen und Marktverwerfungen – ähnlich wie bei FTX oder Terra Luna. Auch Bitcoin wäre betroffen. Institutionelle Anleger und ETF-Anbieter könnten gezwungen sein, große Mengen BTC zu verkaufen. Claver hält deshalb sogar einen Absturz auf 20.000 US-Dollar für möglich.
Hier setzt der eigentliche Kern der Domino-Theorie an. Laut Claver brauchen Banken, Börsen und Finanzmärkte in einer solchen Krise ein System für sofortige Abwicklung und globale Liquidität. XRP sei dafür besonders geeignet, weil Transaktionen schnell und günstig abgewickelt werden können und der Coin als Brückenasset zwischen unterschiedlichen Währungen fungieren könne.
In diesem Szenario würde XRP genutzt werden, um internationale Zahlungen, Börsenabwicklungen und Liquiditätsengpässe in Echtzeit zu lösen. Besonders wichtig sei dabei die Rolle als neutrales Asset zwischen verschiedenen Finanzsystemen.
Weil laut Claver nur noch ein begrenztes XRP-Angebot frei handelbar sei, könne bereits relativ geringe Nachfrage enorme Preisbewegungen auslösen. Der YouTuber hält deshalb langfristig sogar drei- oder vierstellige XRP-Kurse für möglich.
In den Kommentaren unter dem Video verweisen Zuschauer auf den hochspekulativen Charakter der Theorie. Sie basiert auf einer ganzen Reihe von Annahmen, für die es bislang keine belastbaren Belege gibt.
So ist weder klar, ob ein Ölpreisschock tatsächlich den Yen-Carry-Trade kollabieren lassen würde, noch ob Stablecoins wie Tether dadurch ihre Dollarbindung verlieren. Auch die Vorstellung, dass Banken, Börsen und sogar der Aktienmarkt künftig XRP als zentrale Settlement-Infrastruktur nutzen könnten, ist bislang reine Spekulation. Zwar arbeitet Ripple seit Jahren an Lösungen für schnelle internationale Transaktionen, eine globale Umstellung des Finanzsystems auf XRP ist jedoch derzeit nicht absehbar. Kritiker werfen der Theorie deshalb vor, wirtschaftliche Risiken mit sehr optimistischen Annahmen über die zukünftige Rolle von XRP zu verknüpfen.
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