
Frische Verkaufssignale belasten die Aktie ...
In den vergangenen Jahren handelte die Commerzbank-Aktie in einem übergeordneten Aufwärtstrend mit einer Reihe von Trendverschärfungen. Das führte im vergangenen Jahr zum höchsten Stand seit fast 15 Jahren. Seither allerdings befinden sich die Anteile im Rückwärtsgang. Das anhaltend schwache Wirtschaftswachstum in Europa sowie ein unklarer Zinspfad belasten das Sentiment gegenüber den Frankfurtern.
Zu einer eindeutigen Top-Bildung ist es nicht gekommen, stattdessen verzeichnete das Papier eine Reihe niedrigerer Hochs, während zur Unterseite vor allem die 50-Tage-Linie sowie der Bereich um 30 Euro Unterstützungen darstellten. Insbesondere in den vergangenen Wochen ist es hier zu einem harten Ringen gekommen, nachdem der Absturz unter die 200-Tage-Linie zu einem Verkaufssignal geführt hat.
... doch noch besteht die Möglichkeit auf einen Gegenschlag!
Mit Blick auf die weitere Kursentwicklung halten sich Chancen und Risiken die Waage. Einerseits es zu einem kurzfristigen Aufwärtstrend gekommen, der aber konnte andererseits die 200-Tage-Linie nicht knacken und stellt gleichzeitig eine Bärenflagge dar. Sollte es zum nachhaltigen Unterschreiten von 30 Euro kommen, wäre das gegenwärtig vorliegende Chartmuster als Trendfortsetzungssignal zugunsten der Unterseite zu bewerten.
Ein Ausbruch aus der Flagge wäre gleichbedeutend mit der Rückeroberung auch der 50- und 200-Tage-Linie, was für prozyklische Kaufsignale sorgen würde. In diesem Fall könnte auch der Widerstandsbereich zwischen 35 und 36 Euro überwunden werden, was zur Wiederaufnahme des mehrjährigen Aufwärtstrends führen würde.
Mit Blick auf die technischen Indikatoren liefert der Relative-Stärke-Index (RSI) ein Indiz für eine Bewegung zur Oberseite, nachdem er sich von überverkauften Niveaus erholt hat. Andererseits zeigt der Trendstärkeindikator MACD unter der Nulllinie liegend noch einen (kurzfristigen) Abwärtstrend an, der zugleich an Fahrt gewinnen könnte, da der MACD unter seine Signallinie gefallen ist.
Das könnte dich auch interessieren | 30.03.26 - ARIVA.DE Redaktion |
Fazit: Die Chancen überwiegen, aber Restrisiken bleiben
Während aus charttechnischer Perspektive ein Kräftegleichgewicht herrscht, ist die Unternehmensbewertung unverändert attraktiv. Das KGVe 2026 liegt mit 9,9 unter dem Branchendurchschnitt. Da weiteres Gewinnwachstum erwartet wird, liegt das KGVe 2027 sogar nur bei 8,2. Das schlägt sich auch in einem äußerst günstigen Kurs-Gewinnwachstums-Verhältnis (PEG) von 0,2 beziehungsweise 0,4 nieder, womit die Commerzbank auch im internationalen Vergleich überzeugt.
Die Dividende ist mit 4,7 beziehungsweise 5,9 Prozent ebenfalls hochattraktiv – und dürfte mit ein Grund für das Übernahmeinteresse seitens der UniCredit sein, welche die Auszahlung für sich einstreichen könnte. Egal wie umstritten sie auch sein mag, sorgt die mögliche Übernahme außerdem für einen "natürlichen" Boden der Aktie. Dadurch überwiegen trotz des angeschlagenen Chartbildes die Aufwärtschancen.
Wer möchte, kann hier einsteigen oder bestehende Positionen vergrößern. Nur im Fall einer ausgeprägten Finanz- und Wirtschaftskrise dürfte die Commerzbank noch einmal deutlich niedriger notieren.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
