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Circle: Stablecoin-Gigant launcht Arc-Token – was bedeutet das für die Aktie?

Circle sammelt beim Presale von ARC 222 Millionen US-Dollar ein. Doch warum braucht der USDC-Emittent neben der Aktie noch einen Token?

Circle hat starke Quartalszahlen vorgelegt und zugleich die vielleicht wichtigste strategische Weichenstellung seit dem Börsengang präsentiert. Der USDC-Emittent hat im ersten Quartal 2026 einen Umsatz samt Reserveerträgen von 694 Millionen US-Dollar erzielt. Das entspricht einem Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie lag bei 0,21 US-Dollar, das bereinigte EBITDA stieg um 24 Prozent auf 151 Millionen US-Dollar. USDC im Umlauf ist auf 77 Milliarden US‑Dollar, das On-Chain-Transaktionsvolumen ist um 263 Prozent auf 21,5 Billionen US‑Dollar gewachsen.

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220-Millionen-Presale für ARC-Token

Für Gesprächsstoff sorgt aber nicht nur das Kerngeschäft. Circle hat in einer privaten Presale-Runde 740 Millionen ARC Token zu je 0,30 US-Dollar verkauft. Daraus ergeben sich rund 222 Millionen US-Dollar Bruttoerlös und ein Fully Diluted Value (FDV) des Arc-Netzwerks von drei Milliarden US-Dollar. Zu den Investoren gehören unter anderem a16z crypto, Apollo Funds, ARK Invest, BlackRock, Bullish, Haun Ventures, Intercontinental Exchange und Standard Chartered Ventures.

Bisher ist es bei Circles Investment Case vor allem um USDC-Wachstum, Zinserträge, Regulierung und die Abhängigkeit von Coinbase gegangen. Mit Arc stellt sich nun eine neue Frage: Warum braucht ein börsennotiertes Unternehmen, das bereits eine Aktie hat, zusätzlich noch einen Token?

Gleichzeitig wird die Equity-Story ein gutes Stück komplexer. Wenn künftig ein Teil der Netzwerkökonomie über ARC läuft, könnte Wertschöpfung aus der Aktie herausgelöst werden. Gebühren, Staking-Anreize, Governance-Rechte und mögliche Token-Burns wären dann nicht automatisch ein Vorteil für Circle-Aktionäre. Für den Markt wird daher entscheidend sein, ob Arc den Gesamtwert von Circle erhöht oder ob sich die Fantasie auf Aktie und Token verteilt.

Circles Margenproblem

Neben ARC gibt es eine zweite Debatte, die für Circle-Anleger kaum weniger wichtig ist: den Deal mit Coinbase. Circle verdient viel Geld mit den Reserven hinter USDC, gibt aber einen erheblichen Teil über Distributions- und Revenue-Sharing-Kosten weiter. Coinbase ist dabei der wichtigste Partner.

Coinbase erhält von Circle Zahlungen für USDC-Guthaben, die auf der Plattform gehalten werden. Grundlage ist der Betrag, der nach der sogenannten Issuer Retention und weiteren Abzügen übrig bleibt. Darüber hinaus steht Coinbase auch die Hälfte jener Erträge zu, die Circle mit USDC außerhalb der Coinbase-Plattform im breiteren Ökosystem erzielt. Für das erste Quartal 2026 zahlte Circle so 330,6 Millionen US-Dollar an Coinbase, nach 303,2 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal.

Neuer Coinbase-Deal als Gamechanger?

Solange Coinbase einen großen Teil der USDC-Ökonomie abschöpft, bleibt Circles Margenprofil abhängig von einem Partner, der zugleich enorm wichtig für Distribution und Liquidität ist. Die Vereinbarung wurde am 18. August 2023 geschlossen und hat eine anfängliche Laufzeit von drei Jahren. Damit endet die Initial Term rechnerisch im August dieses Jahres. Vor Ablauf können beide Seiten Änderungen verhandeln. Kommt keine neue Einigung zustande und bestimmte Schwellenwerte sind erfüllt, verlängert sich der Vertrag automatisch um weitere drei Jahre.

Für Circle ist das ein zentrales Ereignis: Gelingt es dem Unternehmen, die Konditionen zu verbessern, könnte das die Profitabilität deutlich stützen. Bleibt es bei ähnlichen Bedingungen, dürfte ein großer Teil der USDC-Erträge weiter bei Coinbase landen. Arc wirkt vor diesem Hintergrund wie ein strategischer Versuch, die eigene Verhandlungsposition zu stärken. Mehr eigene Infrastruktur, mehr eigene Netzwerkeffekte und mehr institutionelle Aktivität könnten Circle unabhängiger von bestehenden Distributionskanälen machen. Ob der Plan aufgeht, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

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