- Bundesbank-Chef Joachim Nagel ist offen für Eurobonds.
- Die Bundesbank hatte Eurobonds lange abgelehnt.
- EZB plädiert ebenfalls für eine gemeinsame Schuldenaufnahme.
- Rohstoffrallye 2.0 - Diese 3 Werte könnten jetzt explodieren! (hier klicken)
Die Bundesbank hatte gemeinsame europäische Schulden, auch Eurobonds genannt, lange abgelehnt. Bereits im Herbst hatte sich Nagel aber offen dafür gezeigt mit Blick auf die Sicherheitslage. "Tradition ist etwas, das die Realität der Vergangenheit widerspiegelt", sagte Nagel im Gespräch mit "Politico" und betonte, dass die Sicherheit Europas seit dem Zweiten Weltkrieg noch nie so bedroht gewesen sei wie heute. "Jetzt haben wir eine andere Realität."
Nagel nannte allerdings mehrere Bedingungen. Ein europäisches Vermögen dürfe nur bestimmte Zwecke unterstützen und müsse von den europäischen Behörden und den Mitgliedstaaten streng kontrolliert werden. "Europäische Schulden sind kein Gratisgeschenk", sagte Nagel.
Medien: EZB plädiert für Eurobonds
"Politico" und dem "Handelsblatt" zufolge plädiert auch die EZB für eine dauerhafte gemeinsame Schuldenaufnahme in Form von Eurobonds. Die deutsche Wirtschaftszeitung zitiert aus einem Schreiben der Notenbank mit Reformvorschlägen an die EU-Spitzen und die Staats- und Regierungschefs für die EU-Klausur zur Wettbewerbsfähigkeit. Eine Stellungnahme der EZB lag der dpa dazu zunächst nicht vor.
Eurobonds in Deutschland stark umstritten
Deutschland hat traditionell eine ablehnende Haltung gegenüber gemeinsamen EU-Schulden und stimmt nur in absoluten Ausnahmefällen zu
- wie etwa für den Corona-Aufbaufonds oder jüngst für die weitere
Finanzierung der von Russland angegriffenen Ukraine. Länder wie das hochverschuldete Frankreich oder auch Belgien plädieren immer wieder für Eurobonds.
Erst am Dienstag hatte die Bundesregierung Forderungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach einer gemeinsamen Schuldenaufnahme für Investitionen in Europas Wettbewerbsfähigkeit zurückgewiesen./als/DP/jha
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.