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Bitcoin und Gold als Duo: Optimaler Portfolio-Schutz?

Klassische 60/40-Portfolios geraten unter Druck. Eine datenbasierte Analyse zeigt, welche Rolle Gold und Bitcoin in Krisen und Erholungsphasen tatsächlich spielen und warum ihre Kombination Anleger robuster aufstellt.

Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Frage an Gewicht, die zuletzt auch prominente Stimmen in den Mainstream getragen haben. Ray Dalio argumentierte öffentlich, Anleger sollten einen Teil ihres Vermögens in Gold und Bitcoin halten, um die Robustheit des Portfolios zu erhöhen. Als Begründung nannte er die wachsende Staatsverschuldung und strukturelle Defizite, die aus seiner Sicht langfristig auf die Kaufkraft von Fiatwährungen drücken.

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Bitwise testet die Dalio-These über mehrere Marktzyklen

Genau an diesem Punkt setzt eine Analyse von Bitwise an. Das Recherche-Team hat mehrere starke Marktrückgänge der vergangenen Jahre betrachtet, darunter 2018, 2020, 2022 sowie den Rücksetzer 2025, den Bitwise im Kontext von Zollankündigungen und Handelskonflikt-Eskalationen verortet. Im Vergleich stehen vier Varianten: ein traditionelles 60/40-Portfolio sowie Versionen, in denen jeweils fünfzehn Prozent in Gold, in Bitcoin oder in eine Kombination aus beiden fließen. Der Rest bleibt im klassischen Aktien-Anleihen-Mix.

Gold als Puffer in Stressphasen

Über die untersuchten Drawdowns zeigt sich ein wiederkehrendes Muster. Gold wirkte in den Rückgängen als defensiver Baustein, der Verluste im Portfolio abfedern kann. In mehreren Stressphasen fiel der Rückgang bei Gold deutlich geringer aus als bei Aktien, während Bitcoin in den Drawdowns häufig stärker schwankte. Für das Gesamtportfolio heißt das, dass eine Gold-Beimischung Volatilität reduzieren kann und den maximalen Drawdown abmildert.

Der Preis dieser Stabilität ist allerdings ein bekanntes Trade-off. In Erholungsphasen bleibt Gold historisch oft hinter risikoreicheren Anlageklassen zurück, wenn Momentum und Liquidität zurück in den Markt fließen.

Bitcoin als Renditehebel nach dem Tiefpunkt

Bitcoin spielt in der Bitwise-Auswertung die gegenteilige Rolle. In den Abwärtsphasen verstärkt die Kryptowährung tendenziell die Schwankungen des Portfolios. In den anschließenden Erholungen kann Bitcoin jedoch überproportional profitieren und damit den Renditebeitrag deutlich erhöhen. Bitwise illustriert das unter anderem anhand der Post-Crash-Phasen nach 2018 und 2020, in denen Bitcoin in den Folgeperioden stärker zulegen konnte als klassische Risikoassets.

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Damit wird Bitcoin weniger als Absicherung beschrieben, sondern eher als offensiver Baustein, der die Ertragschancen erhöht, gleichzeitig aber höhere Ausschläge mitbringt.

Der entscheidende Punkt ist nicht Timing, sondern der Zyklus

Aus der Analyse lässt sich eine praktische Einschränkung ableiten. Es klingt verführerisch, in Drawdowns Gold zu halten und zum Tiefpunkt in Bitcoin zu wechseln. Nur ist dieses Timing in der Realität kaum zuverlässig umsetzbar. Deshalb bewertet Bitwise zusätzlich den gesamten Zeitraum und nutzt dafür Kennzahlen wie die Sharpe Ratio als Maß für Rendite im Verhältnis zum Risiko.

Hier fällt das Ergebnis zugunsten der Kombination aus. Das Portfolio mit Gold und Bitcoin erreicht in der Bitwise-Auswertung eine Sharpe Ratio von 0,679 und liegt damit deutlich über dem klassischen 60/40-Portfolio mit 0,237. Das Bitcoin-Overlay allein kommt zwar auf die höchste Sharpe Ratio von 0,875, geht aber auch mit merklich höherer Volatilität und tieferen Drawdowns einher. Die Gold-und-Bitcoin-Mischung sitzt genau zwischen diesen Polen. Sie verbindet Abfederung in Stressphasen mit besseren Renditechancen in Erholungen.

Investment-Einordnung

Für Anleger bedeutet das nicht automatisch, dass fünfzehn Prozent die neue Standardlösung sind. Die Daten legen aber nahe, dass die Frage ob Gold oder Bitcoin das bessere Investment ist, oft zu eng gestellt ist. Wer Portfolio-Robustheit sucht, bekommt historisch betrachtet durch die Kombination zwei Funktionen in einem Setup: Gold als Stoßdämpfer und Bitcoin als Beschleuniger, wenn Risiko wieder gefragt ist.

Wichtig bleibt die Risikotragfähigkeit. Bitcoin ist kein defensives Asset im klassischen Sinne. Wer eine Beimischung erwägt, sollte die Schwankungen aushalten können und die Rolle im Gesamtportfolio klar definieren, statt kurzfristige Erwartungen an Krisenschutz zu knüpfen.

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Redaktioneller Hinweis: Der Artikel erschien am 19. Januar und wurde vor Wiederveröffentlichung inhaltlich geprüft.

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