Im Zentrum stehen geplante Vorgaben für sogenannte systemische Pfund-Stablecoins. Die Bank of England hatte im November vorgeschlagen, Privatpersonen auf bis zu 20.000 Pfund pro Stablecoin zu begrenzen. Für Unternehmen sollte eine Grenze von zehn Millionen Pfund gelten. Ziel war es, abrupte Abflüsse von Bankeinlagen zu verhindern.
Nach Kritik aus der Industrie scheint die Zentralbank nun umzudenken. Breeden sagte, die vorgeschlagene Umsetzung der Haltegrenzen sei für eine Übergangsmaßnahme operativ umständlich. Die Bank of England sei daher offen für andere Wege, um dasselbe Ziel zu erreichen.
Auch bei den Reserveregeln könnte es Änderungen geben. Nach dem bisherigen Vorschlag müssten Emittenten systemischer Pfund-Stablecoins mindestens 40 Prozent ihrer Reserven unverzinst bei der Bank of England halten. Der Rest dürfte in kurzfristige britische Staatsanleihen oder andere liquide Anlagen fließen. Für Anbieter wäre das weniger profitabel als Modelle, bei denen ein größerer Teil der Reserven Zinserträge abwirft.
Der mögliche Kurswechsel kommt in einer Phase, in der Stablecoins international stärker reguliert werden. In den USA treibt die Regierung eigene Regeln für Stablecoin-Emittenten voran. Zugleich dominieren US-Dollar-Stablecoins wie USDT und USDC den Markt deutlich. Pfund-Stablecoins spielen bislang nur eine Nebenrolle.
Für Großbritannien ist die Frage daher strategisch. Zu strenge Regeln könnten verhindern, dass Pfund-Stablecoins im Zahlungsverkehr oder bei tokenisierten Märkten eine größere Rolle spielen. Zu lockere Regeln könnten dagegen Risiken für Finanzstabilität und Verbraucherschutz erhöhen.
Die Bank of England will neue Entwürfe noch vor Ende Juni veröffentlichen. Der finale Rahmen soll später in diesem Jahr folgen. Für Krypto-Unternehmen bleibt damit entscheidend, ob London einen Mittelweg findet: genug Schutz für Nutzer und Banken, aber genug Spielraum für Stablecoin-Innovation.

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