- Intel verzeichnete Umsatzrückgang um 3,9 Prozent.
- Quartalszahlen enttäuschten die Erwartungen der Anleger.
- Aktie fiel nach Bekanntgabe um bis zu 12 Prozent.
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Intel enttäuscht nach steiler Rallye auf ganzer Linie
Äußerst aggressiv wurde am Markt in den vergangenen Wochen und Monaten auf einen operativen Turnaround des Halbleiterkonzerns Intel gewettet. Ausgehend von den im vergangenen Jahr verzeichneten Mehrjahrestiefs um 18 US-Dollar konnte sich die Aktie verdreifachen.
Für den fundamental völlig aus dem Ruder gelaufenen Optimismus zahlen Anlegerinnen und Anleger am Freitag die Zeche: Wieder einmal hat das Unternehmen mit seinen Quartalszahlen und vor allem mit seinem Ausblick auf das kommende Quartal enttäuscht.
Umsatzrückgang im größten Boom aller Zeiten!
Im Vergleich zum Vorjahresquartal fielen die Erlöse um 3,9 Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar. Zwar konnten die Erwartungen damit um 310 Millionen US-Dollar übertroffen werden, dass es Intel aber inmitten des größten Halbleiterbooms aller Zeiten noch immer nicht gelingt, wieder wachsende Erlöse zu erzielen, kann nicht anders als peinlich bezeichnet werden und unterstreicht den Bedeutungsverlust des Unternehmens.
Einen Hoffnungsschimmer lieferte die Datencenter- und KI-Sparte. Hier konnten die Umsatzerwartungen von 4,42 Milliarden US-Dollar mit 4,74 Milliarden US-Dollar deutlich übertroffen werden. Dafür enttäuschte das Konsumentengeschäft mit 8,2 statt 8,3 Milliarden US-Dollar. Das zeigt vor allen den anhaltenden Verlust von Marktanteilen im CPU-Geschäft gegenüber Erzrivale AMD an.
Nettoverlust steigt weiter – trotz Überraschung auf bereinigter Basis
Eine positive Überraschung gelang Intel beim Ertragsergebnis. War am Markt ein bereinigter Gewinn je Aktie von 0,08 US-Dollar erwarten worden, konnte der Konzern immerhin 0,15 US-Dollar vorlegen. Damit konnte sich Intel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 Cent steigern.
Auf bereinigter Basis kletterte der auf die Anteilseigener entfallende Nettogewinn so von 0,6 auf 0,8 Milliarden US-Dollar. Ohne Anpassungen ist das Unternehmen aber weiterhin nicht profitabel. Der Nettoverlust kletterte nach standardisierter Rechnungslegung GAAP sogar von 0,1 auf 0,6 Milliarden US-Dollar.
Weitere Eintrübung der Geschäfte in Aussicht gestellt
Nicht zu überzeugen wusste auch die Prognose für das kommende Quartal. Die Erlöse sollen sich auf 11,7 bis 12,7 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Midpoint-Guidance von 12,2 Milliarden US-Dollar deutet damit auf ein Ergebnis hin, das um 500 Millionen US-Dollar unter dem Vorjahreswert liegt. Auch die Analystenschätzungen von 12,56 Milliarden US-Dollar wurden damit deutlich verfehlt.
Auch beim Gewinn droht eine weitere Enttäuschung. Hier wurde am Markt mit 0,05 US-Dollar je Anteil gerechnet, Intel plant jedoch mit einem Verlust von -0,21 US-Dollar pro Aktie. Auf bereinigter Basis wird eine Nullrunde erwartet. Intel verbrennt also weiterhin viel Geld.

Minus 12 Prozent könnten erst der Anfang sein
Die Verluste ließen in der US-Nachbörse nicht lange auf sich warten. In einer ersten Reaktion rauschte die Aktie um gut 6 Prozent in den Keller. Dieses Minus verdoppelte sich während der Bilanzpressekonferenz auf 12 Prozent. Am Freitagvormittag zeichnen sich sogar noch größere Verluste ab. Damit ist der Höhenflug der Aktie beendet.
Das schwache Abschneiden von Intel belastet die Papiere der gesamten Branche. Der Halbleiterindex Philadelphia Semiconductor notiert vor dem Wochenende rund ein Prozent tiefer. Davon betroffen sind auch die Anteile von AMD, Micron und Nvidia.
Fazit: Schnell das Weite und bessere Werte suchen!
Anlegerinnen und Anleger haben voreilig auf einen Turnaround von Intel gewettet. Aus operativer und fundamentaler Perspektive hat sich die Aktie in den vergangenen Monaten völlig zu Unrecht verdreifacht, wie das am Donnerstagabend vorgelegte Quartalsergebnis sowie der schwache Ausblick gezeigt haben.
Wer hier als Investor Gewinne erzielen konnte, sollte diese realisieren und in aussichtsreichere Halbleiterwerte umschichten, von denen es ausreichend viele gibt. Intel könnte angesichts der schwachen Produktpipeline noch für sehr lange "totes" Geld sein.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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