- Die Bundesregierung plant 500 Millionen Euro für Forschung.
- Forschungsministerin Bär rief eine nationale Dekade aus.
- Im Fokus stehen Folgeerkrankungen und deren Diagnostik.
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Gefördert werden sollen klinische Studien zur Überprüfung von Medikamenten, zusätzliche biomedizinische Forschung und eine Verbesserung der Datengrundlage. Die Krankheiten zerstörten Lebenspläne, seien seit Jahrzehnten bekannt aber bisher nicht gut behandelbar, sagte Bär bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Bisher keine genauen Zahlen zu Betroffenen
Genaue Zahlen, wie viele Menschen betroffen sind, gibt es bislang nicht. "In der Bevölkerung ist, glaube ich, die Krankheitslast größer, als wir das bisher abschätzen können", sagte Annette Peters, Direktorin des Instituts für Epidemiologie vom Helmholtz Zentrum in München.
Ein wesentlicher Punkt ist nach Auffassung von Maria Vehreschild, Infektiologin vom Universitätsklinikum Frankfurt, die Diagnostik. Es brauche messbare biologische Merkmale - sogenannte Biomarker - die eine solche Erkrankung mit hoher Verlässlichkeit identifizieren könnten. Ansonsten bleibe die Diagnose "oft ein langwieriger, außerordentlich belastender Ausschlussmarathon für die Betroffenen", sagte sie.
Thema seit Covid im Fokus
Das Thema wurde einer breiten Öffentlichkeit vor allem im Zusammenhang mit dem sogenannten Post-Covid-Syndrom bekannt, geht aber darüber hinaus. Auch nach einer Grippe kann es zu langwierigen gesundheitlichen Problemen kommen. Im Fokus steht ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue Syndrom), eine schwere Krankheit. Betroffene fühlen sich extrem und dauerhaft erschöpft und können an vielen weiteren Symptomen leiden wie Muskelschmerzen, Herzrasen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder Wortfindungs- und Sprachstörungen.
Bär kündigte einen sogenannten Steuerungskreis an, der im Februar seine Arbeit aufnehmen und sich um die inhaltliche Ausgestaltung der Dekade kümmern solle. Das Konzept knüpft an die "Nationale Dekade gegen den Krebs" an, die 2019 von der Bundesregierung ausgerufen wurde, um über die kommenden zehn Jahre mit verschiedenen Partnern wie der Deutschen Krebshilfe und dem Deutschen Krebsforschungszentrum die Anstrengungen für Vorbeugung, Diagnostik und Therapien zu intensivieren./jr/DP/stw
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