Der neue geschlossene Fonds OMAH will Anlegern einen monatlichen Cashflow von rund 15 % p.a. bieten – und stützt sich dabei auf ein konzentriertes Portfolio von Berkshire-Hathaway-Beteiligungen. Das Produkt kombiniert Aktienauswahl nach Buffett-Vorbild mit einem aktiven „Buy-Write“-Optionsansatz und richtet sich klar an einkommensorientierte, risikobewusste Investoren.
Das Analyseportal Seeking Alpha stellt den OMAH-Fonds als Spezialvehikel vor, das gezielt „abhängige Einkommenssuchende“ adressiert. In der Beschreibung heißt es: Das Portfolio fokussiert sich auf ausgesuchte „Buffett-Unternehmen“, nutzt gedeckte Call-Strategien zur Generierung laufender Prämieneinnahmen und strebt damit Ausschüttungen im Bereich von 15 % an. Die Konstruktion bewegt sich an der Schnittstelle zwischen klassischem Dividendenertrag und systematischer Optionsprämien-Strategie.
OMAH ist als Closed-End-Fund strukturiert und damit nicht zur täglichen Rücknahme verpflichtet. Diese Struktur erlaubt es, illiquidere oder konzentriertere Positionen zu halten und zugleich eine aggressive Ausschüttungspolitik zu verfolgen. Der Fonds ist stark auf das Aktienuniversum von Berkshire Hathaway ausgerichtet, insbesondere auf große, stabile US-Blue-Chips, die als Kern von Buffetts langfristigem Value-Ansatz gelten.
Das Instrumentarium zur Ertragsgenerierung basiert auf einem „Buy-Write“-Ansatz. Dabei hält der Fonds physische Aktienpositionen und verkauft systematisch Call-Optionen auf diese Underlyings. Die Optionsprämien fließen direkt in den laufenden Cashflow und sollen – zusammen mit Dividenden – die angepeilte Ausschüttungsquote ermöglichen. Dieser Mechanismus begrenzt allerdings die Partizipation an starken Kursanstiegen, da im Falle von „Calls im Geld“ Aktien über dem Strikepreis ausgebucht werden können.
Die von Seeking Alpha dargestellte Strategie zielt ausdrücklich darauf, Schwankungen in den Underlyings zu nutzen. Hohe implizite Volatilitäten erhöhen das Prämienniveau, wovon ein konsequent umgesetzter Covered-Call-Ansatz profitieren kann. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass in Phasen starker Marktbewegungen entweder signifikantes Upside abgegeben oder bei Kursrückgängen nur ein Teil des Drawdowns durch vereinnahmte Prämien abgepuffert wird.
Die Fokussierung auf Berkshire-getriebene Qualitätswerte soll das idiosynkratische Risiko begrenzen. Diese Titel zeichnen sich typischerweise durch robuste Cashflows, solide Bilanzen und etablierte Marktpositionen aus. Dennoch bleibt OMAH ein Aktienfonds mit vollem Marktrisiko, das lediglich durch die Optionsstrategie teilweise überlagert wird. Eine echte Kapitalgarantie oder systematische Volatilitätsglättung besteht nicht.
Portfoliotechnisch positioniert sich der Fonds damit zwischen klassischem Dividenden-Value-Fonds und Optionsstrategie-Fonds. Die Ertragsquelle verschiebt sich von reinem Dividendenertrag hin zu einem Mix aus Dividenden und Optionsprämien. Der Kursverlauf der Underlyings und das Volatilitätsregime an den Terminmärkten werden daher maßgeblich über die Nachhaltigkeit der angepeilten Ausschüttung bestimmen.
Fazit für konservative Anleger
Für konservative Anleger mit Fokus auf planbare Ausschüttungen bietet OMAH einen strukturiert hohen laufenden Ertrag, allerdings um den Preis eines erhöhten Strategie- und Marktrisikos. Die 15-%-Zielrendite ist attraktiv, beruht jedoch wesentlich auf Optionsprämien und ist damit zyklisch und volatilitätsabhängig. Wer grundsätzlich Buffetts Qualitätsuniversum schätzt, aber Wert auf Kapitalerhalt und geringere Schwankungen legt, sollte OMAH eher als Beimischung mit begrenzter Gewichtung und nicht als defensiven Kernbaustein betrachten. Eine sorgfältige Prüfung der individuellen Risikotoleranz und der Rolle des Fonds im Gesamtportfolio ist angezeigt, bevor man auf diese einkommensorientierte Struktur setzt.