- Hohe Investitionen in KI beeinflussen die Börsen stark.
- Die Magnificent Seven machen 30 Prozent des Index aus.
- Ein Rückgang bei diesen Firmen könnte den Markt belasten.
- SpaceX-Hype:
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Nicolas Ebert Die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz treiben die Börsen seit Monaten. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass sich die Milliardeninvestitionen für viele Unternehmen nicht schnell genug auszahlen. Kristina Bratanova-Cvetanova, Analystin bei FactSet, hat deshalb untersucht, wie ein mögliches Platzen einer KI-Blase die Finanzmärkte treffen könnte.
Das von FactSet entworfene Stressszenario verläuft in drei Phasen. Zunächst enttäuschen die Renditen der großen KI-Konzerne. Danach geraten weitere Technologie- und KI-Aktien unter Druck. Schließlich greift die Korrektur auf den gesamten Aktienmarkt und später auch auf die Kreditmärkte über.
Besonders wichtig sind dabei die Magnificent Seven. Ende Juli machten die sieben Technologieriesen fast 30 Prozent des von FactSet untersuchten US-Index für große Unternehmen aus.
FactSet unterstellt in der ersten Phase einen Kursrückgang von durchschnittlich 15 Prozent. Grundlage sind die Reaktionen auf enttäuschende Quartalszahlen, bei denen einzelne Aktien zwischen sechs und sieben Prozent beziehungsweise zwischen 22 und 25 Prozent verloren.
Neben den Magnificent Seven identifizierte sie rund 60 weitere KI-nahe Unternehmen. Dazu gehören unter anderem Anbieter von Chips, Fertigungstechnik, Stromversorgung und spezialisierter Software. Zusammen kommen diese Aktien auf fast 50 Prozent des untersuchten Index. Ein Kursrückgang von 15 Prozent bei dieser Gruppe würde den Index laut der Simulation um rund 7,1 Prozent drücken.
In der zweiten Phase verschärft FactSet das Szenario. Der Nasdaq 100 fällt dabei um 35 Prozent. Das entspricht ungefähr der kurzfristigen Reaktion des Technologiesektors beim Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000. Besonders aktienlastige Strategien würden in einem solchen Umfeld stark getroffen.
In der dritten Phase erreicht die Krise schließlich den Anleihemarkt. FactSet unterstellt zusätzlich einen Rückgang der Anleihemärkte um drei Prozent. Sinkende Unternehmensbewertungen könnten die Kreditaufnahme erschweren und die Finanzierungskosten erhöhen. Damit würden auch stärker auf festverzinsliche Anlagen ausgerichtete Portfolios unter Druck geraten.
Die Analyse ist ausdrücklich keine Prognose für einen bevorstehenden Crash. Sie zeigt jedoch, wie stark die heutigen Aktienmärkte von wenigen KI-Schwergewichten abhängig sind.
Nach Einschätzung von FactSet könnte eine Korrektur bei den Magnificent Seven deshalb schnell auf weite Teile des Aktienmarktes übergreifen. Anleihen würden zunächst Schutz bieten, könnten bei steigenden Kreditkosten später aber ebenfalls belastet werden.
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