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Kupfer: Schwächere Nachfrage trotz robuster China‑Daten

Rückläufige Kupfernachfrage im Februar

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In ihren Frühjahrsprognosen hatten es die Experten der International Copper Study Group bereits vorweggenommen, dass sich die Angebotslage am Kupfermarkt zuletzt deutlich günstiger entwickelt hat als erwartet. Die Daten aus dem Monatsbericht zeigen nun: In den ersten beiden Monaten dieses Jahres hat sich der Angebotsüberschuss im Vergleich zum Vorjahr sogar um mehr als 100 Tsd. Tonnen auf etwa 300 Tsd. Tonnen erhöht. Dies ist auf eine nahezu unveränderte Nachfrage bei gleichzeitiger Ausweitung der Metallproduktion zurückzuführen. Die Tendenz zeigt aber: Im Januar war die Nachfrage noch leicht gestiegen, im Februar stand ein deutliches Minus zu Buche. Hier dürfte das hohe Preisniveau – der Kupferpreis handelte um die 13.000 USD je Tonne und damit fast 40% höher als im Februar des Vorjahres – seine Spuren hinterlassen haben.

Die schnelle Preiserholung in den letzten Wochen bei anhaltender Unsicherheit aufgrund der noch immer deutlich höheren Energiepreise lässt nichts Gutes für die weitere Nachfrageentwicklung erwarten. Daher sehen wir das weitere Aufwärtspotenzial bei Kupfer zumindest kuzfristig als begrenzt an.

Robuste chinesische PMIs könnten Metallnachfrage überzeichnen

Die chinesischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe konnten sich im April besser halten als laut Bloomberg-Umfrage von den Analysten im Median erwartet. Der offizielle PMI ging im April nur um 0,1 Punkte auf 50,3 zurück, während der privat erhobene PMI von RatingDog sogar auf 52,2 zulegen konnte.

Die unterschiedliche Entwicklung dürfte auf zwei Faktoren zurückzuführen sein. Erstens sind in dem privaten PMI von RatingDog traditionall exportorientierte und kleinere Unternehmen übergewichtet. Passend dazu fiel der offizielle PMI für große Unternehmen deutlich, während kleinere und mittlere Unternehmen eine Verbesserung verzeichnen konnten. Zudem stiegen im offiziellen PMI die Exportaufträge deutlich, was ebenfalls die unterschiedliche Entwicklung unterstützt.

Zweitens dürfte auch die Entwicklung bei den Rohstoffpreisen die Divergenz getrieben haben. Es sind insbesondere große Industrieunternehmen, die unter der Entwicklung bei den Rohstoffen leiden. Passend hierzu zeigt sich, dass der PMI für energieintensive Unternehmen von 48,9 auf 47,9 fiel, während der PMI für Hi-Tech Unternehmen leicht von 52,1 auf 52,2 zulegen konnte.

Ein Grund für die insgesamt gute Entwicklung bei den chinesischen PMIs für das verarbeitende Gewerbe dürften auch die regulierten Energiepreise in China sein. So ist zum Beispiel der Preis für Diesel seit dem Kriegsbeginn in China bisher nur um 25% gestiegen, während der Anstieg in den USA über 40% beträgt. Monatliche Zahlen zum Strom- und zum Gaspreis zeigen zudem, dass die Preise für die Industrie im März hier stabil gehalten wurden.

Insgesamt bleibt trotzdem festzuhalten, dass die positive Entwicklung der Einkaufsmanagerinidizes die Metallnachfrage überzeichnen könnten. Für große Industrieunternehmen gingen die PMIs zurück, genauso wie für den Bausektor, wo der PMI auf 48 fiel und damit den niedrigsten Stand seit der Pandemie erreichte.

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