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GBP: Inflation im Fokus, doch Konjunktur und Politik bremsen

Als eines der letzten G10-Länder veröffentlicht das Vereinigte Königreich heute seine Inflationszahlen für den März, also den ersten Monat unter Einfluss des Energiepreisschocks. Auch im UK sind die Energiepreise natürlich deutlich gestiegen – und das in einer Situation, in der der letzte Inflationsschock noch gar nicht vollständig unter Kontrolle gebracht worden war. Die von Bloomberg befragten Volkswirte rechnen dementsprechend heute mit einem deutlich ausgeprägteren Anstieg bei der Gesamtrate von 0,6% im Monatsvergleich. Nach Saisonbereinigung würde dies ungefähr 0,5% entsprechen, was im internationalen Vergleich ein verhältnismäßig niedriger Wert wäre (zum Vergleich: Die USA hatten 0,9%, der Euroraum 0,74%). Die Analysten erwarten also einen relativ moderaten Preisanstieg im UK, was heute für eine Überraschung nach oben sprechen könnte, allerdings haben zuletzt viele G10-Inflationsraten eher nach unten überrascht und die im UK seit einigen Jahren bestehende Obergrenze, die Haushalte für Gas und Strom bezahlen, darf erst wieder im April erhöht werden. Sollte die Inflation höher als erwartet ausfallen, dürften die Zinserhöhungserwartungen noch einmal einen Schub erhalten – und das Pfund für sich genommen profitieren.

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Inflation 2,90 % Inflation Chart +7,41%
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Allerdings gibt es nicht nur Nachrichten von der Inflation, die das Bild für das Pfund komplizierter machen. Die gestern vermeldete Arbeitslosenquote für Februar ging zwar überraschend um 0,3 Prozentpunkte zurück, dies dürfte aber bereits ein Bild der Vergangenheit darstellen. Die etwas aktuelleren Zahlen zum Stellenaufbau im März zeigten wiederum einen Rückgang an, gleichzeitig wurde auch der Stellenaufbau für den Februar nach unten korrigiert. Die zuletzt gesehene Stabilisierung beim Stellenaufbau steht daher unter keinen guten Vorzeichen, auch wenn es ohnehin eine Stabilisierung auf sehr niedrigem Niveau gewesen ist (siehe die linke untere Abbildung). Ein etwas besseres Signal dürften die morgen zur Veröffentlichung anstehenden Einkaufsmanagerindizes für den April liefern. Die Marktteilnehmer erwarten hier einen weiteren Rückgang, nachdem gerade der wichtige Index für Dienstleistungen schon im März einen deutlichen Rückschlag hinnehmen musste (siehe die rechte untere Abbildung). Diese schwächeren Zeichen aus der Realwirtschaft erschweren unserer Ansicht nach die Markterwartungen von Zinserhöhungen in diesem Jahr.

Schlussendlich nehmen auch die politischen Risiken wieder zu. Premierminister Keir Starmer steht weiterhin unter schwerem Beschuss angesichts der Epstein-Affäre, gestern hat ein ehemaliger hochrangiger Beamter der Regierung (der in der letzten Woche von Starmer entlassen wurde) vor dem Parlament ausgesagt, dass Starmer ihn unter Druck gesetzt haben soll, den ehemaligen britischen US-Botschafter Mandelson zu ernennen. Am Montag musste Starmer selbst aussagen und es ist ihm nicht wirklich gelungen, die Zweifel auszuräumen. Spätestens nach den Kommunalwahlen im Mai, bei denen angesichts der Umfrageergebnisse eine deutliche Niederlage von Labour erwartet wird, dürften die Rufe nach einem Rücktritt von Starmer wieder Fahrt aufnehmen. Selbst wenn die Inflation daher heute nach oben überraschen dürfte, bleiben wir mittelfristig weiterhin skeptisch, was das Pfund betrifft.

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