Nie zuvor haben die Mitglieder der Europäischen Zentralbank eine Zinssenkung so unmissverständlich angedeutet wie in den vergangenen vier Wochen. Auf der Ratssitzung am kommenden Donnerstag könnte es endlich soweit sein.
Die Ruhe ist dahin. Seit Anfang November heizen die sonst so verschwiegenen Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung an. Die Direktoriumsmitglieder tingeln zu Fachkonferenzen durch die Welt: Eugenio Domingo Solans spricht in Zürich, Sirkka Hämäläinen in Berlin, EZB-Chef Wim Duisenberg in Mexiko. Otmar Issing, als Chefvolkswirt einer der wichtigsten Männer im Ausschuss der Notenbank, füllt die wenigen Lücken in seinem Terminkalender mit sonst raren Pressegesprächen. Keine Woche vergeht, ohne dass sich einer der Präsidenten der zwölf nationalen Notenbanken der Euro-Zone zu Wort meldet.
Das Mitteilungsbedürfnis überrascht. Seit Ende November vergangenen Jahres hatten sich die Euro-Hüter kaum zu Wort gemeldet. Für die Auguren in den volkswirtschaftlichen Abteilungen von Banken und Ministerien steht fest: Die Notenbank bereitet die Finanzmärkte auf die lang erwartete Zinssenkung für den Euro-Raum vor. "Die EZB hat aus ihren Versäumnissen der Vergangenheit gelernt. Nun gibt sie Signale", sagt Martin Schubert, Volkswirt der Commerzbank. "Die Häufigkeit der Äußerungen von Zentralbankmitgliedern, die auf eine Zinssenkung hindeuten, ist ungewöhnlich."
Die Finanzmarktprofis lesen die Ankündigung zwischen den für Laien unverdächtigen Zeilen, die die Euro-Banker von sich geben: "Es ist wichtig zu sehen, dass die Inflationserwartungen nachgelassen haben", sagte Chefvolkswirt Issing vor zwei Wochen. "Die Aussichten, dass die Inflation im nächsten Jahr unter zwei Prozent sinken und auch unter dem Wert bleiben, haben zugenommen", schob EZB-Vizechef Lucas Papademos diese Woche nach. Der "Raum für eine Zinssenkung" sei größer geworden.
Dies war einer der klarsten Hinweise darauf, dass die Europäische Zentralbank der Forderung zahlreicher Finanzmarkt-Akteure nachkommt - wahrscheinlich schon auf der nächsten Sitzung am Donnerstag kommender Woche. Alles andere wäre eine Enttäuschung für Wirtschaftspolitiker und Börsianer.
Selbst unter Druck gesetzt
Mit der Roadshow der vergangenen drei Wochen haben die Notenbanker die Erwartungen hochgesteckt: "Sie haben sich selbst erheblichen Druck gemacht", sagt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt der Investmentbank Credit Suisse First Boston. "Es wäre ein Rückschlag für die Kommunikationspolitik der Zentralbank, wenn sie ihre Zinsen auf dem Stand von heute behält", sagt Commerzbank-Ökonom Schubert.
Seit zwölf Monaten verweigern die Ratsmitglieder sich dem Ruf der Finanzmärkte nach niedrigeren Geldpreisen. Der Leitzins steht bei 3,25 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2000. Volkswirte bezweifeln dennoch, dass er niedrig genug ist. Sie hoffen, dass die Wirtschaft durch billigere Kredite wieder an Schwung gewinnt, dass Wirtschaft und Verbraucher wieder Vertrauen schöpfen.
Im vergangenen Quartal dürfte die Wirtschaft im Euro-Raum gerade noch um 0,4 Prozent gewachsen sein. Und Ökonomen schätzen, dass sich der Zuwachs in den beiden Folgequartalen weiter abschwächt.
Duisenberg offen wie nie zuvor
Anfang November kannten die EZB-Geldpolitiker das ganze Ausmaß der Wachstumsschwäche noch nicht - und stritten auf ihrer monatlichen Sitzung trotzdem über eine Zinssenkung. "Der Rat hat intensiv eine Zinssenkung diskutiert", erklärte Duisenberg auf der anschließenden Pressekonferenz. So offen hatte der EZB-Präsident nie zuvor eingeräumt, dass die Mitglieder unterschiedliche Auffassungen vertreten haben.
Einige Teilnehmer der Sitzung müssen darauf gedrängt haben, die kontroverse Aussprache in dem sonst auf Konsens ausgerichteten Gremium zu erwähnen. Erstmals in der kurzen Geschichte der EZB erlaubte Duisenberg einen Blick hinter die Kulissen der mächtigen Institution. Bei der Sitzung scheint es heftig zugegangen zu sein. Chefvolkswirt Issing sagte später, es sei eine der schwierigsten Entscheidungen der EZB gewesen, die Zinsen unberührt zu lassen.
Das kommende Treffen birgt ebenfalls Zündstoff. "Dass diesmal ein Zinsschritt kommt, ist eindeutig", sagt Deka-Bank-Volkswirt Karsten Junius. Die Höhe der Zinssenkung wird jedoch mit Sicherheit zum Streitpunkt werden. Issing wird zu Beginn des Treffens die Lage im Euro-Raum vorstellen. Aus den Prognosen über Inflation, Geldmengenentwicklung und Konjunktur leitet er eine Empfehlung ab. Ob die Zinsen gesenkt werden sollen und, wenn ja, wie stark. EZB-Beobachter erwarten eine moderate Senkung - vielleicht um einen Viertelprozentpunkt.
Gefahren für Teuerungsanstieg
Das lassen zumindest Issings Äußerungen von dieser Woche erahnen: "Es ist eine unserer Sorgen, dass die Inflation in einem Klima der Abschwächung in der Realwirtschaft nicht in gleichem Maße zurückgegangen ist", sagte der Chefvolkswirt. Das klang für die Experten nicht gerade wie ein Plädoyer für einen großen Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte.
Offenbar sieht der Chefökonom doch noch gewisse Gefahren für einen Teuerungsanstieg. Die Notenbank hat sich das strikte Ziel gesetzt, mittelfristig die Inflationsrate auf unter zwei Prozent zu senken. Erst dann geht die Zentralbank von Preisstabilität aus. Zurzeit liegt die Rate bei 2,3 Prozent. Eine böse Überraschung meldete am Donnerstag Italien. Dort legte die Inflation im November auf 2,9 Prozent zu - trotz schwächelnder Konjunktur und fallendem Ölpreis.
Jenen Zinssatz zu finden, der allen Volkswirtschaften im Euro-Raum gerecht wird, ist fast unmöglich. Denn die Preissteigerungsraten in den zwölf Mitgliedsstaaten sind denkbar unterschiedlich: In Deutschland liegt sie derzeit bei rund 1,1 Prozent, in Griechenland dagegen bei 3,9 Prozent. Spanien kommt auf 4, das kleine Irland auf 4,6 Prozent.
Brisante Entscheidung
Allein diese Tatsache sorgt für Diskussionen im EZB-Rat. Der spanische Zentralbankchef Jaime Caruana etwa wird vermutlich Argumente für eine leichte Zinssenkung vortragen - die Wirtschaft seines Landes wächst mit etwa zwei Prozent, was über dem Durchschnitt der Euro-Zone liegt.
Die Entscheidung am kommenden Donnerstag ist brisant. Einige Ökonomen bezweifeln, dass die Inflation in der Euro-Zone - wie von der EZB erwartet - Anfang 2003 wieder unter die Grenze von zwei Prozent fallen wird. Jörg Krämer, Chefvolkswirt von Invesco Asset Management etwa rechnet damit, dass die Preissteigerung im kommenden Jahr zeitweise 2,5 Prozent erreichen könnte.
Sorgen bereitet Krämer vor allem, dass die Kerninflation, also die Teuerungsrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel, weiter bei rund 2,5 Prozent liege. Auch die Preise für Dienstleistungen stiegen unvermindert an - ohne dass eine Trendwende zu erkennen sei. "Die Dienstleistungspreise hängen in erster Linie von der Lohnentwicklung ab - und die Lohnanstiege waren bis zuletzt sehr kräftig", sagt Krämer. Ein neuer Golfkrieg könnte ebenfalls die Preisspirale nach oben treiben, warnt Volkswirt Junius von der Deka-Bank.
Unsicherheitsfaktor Irak-Konflikt
Eben jene geopolitischen Risiken bereiten der EZB Sorge. Direktoriumsmitglied Issing sagt, die Frage sei, "ob es einen Krieg gegen Irak geben wird, und noch wichtiger sei, wie lange er dauern und wie danach die Situation sein wird." Dies kann derzeit indes niemand beantworten.
Selbst wenn sich die Banker schnell auf einen neuen Zinssatz einigen, könnte es auf der Sitzung am Donnerstag zu Reibereien kommen. Denn neben der Zinsentscheidung stehen noch mehr Themen auf der Tagesordnung.
Die 18 Geldpolitiker müssen ihre Strategie für das nächste Jahr festlegen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Menge an Geld, das im Euro-Raum umläuft. Je mehr Mittel bereitstehen, desto höher fällt die Inflation aus, argumentieren die Notenbanker.
Die Geldmenge soll nach den Zielen der EZB im Jahresvergleich um maximal 4,5 Prozent ansteigen. Im Oktober lag der Zuwachs bei sieben Prozent - ein Wert, der leicht unter dem vom September liegt, aber deutlich über der selbst formulierten Vorgabe. Diese Diskrepanz könnte dazu führen, dass sich die Notenbanker mit weiteren Zinssenkungen zurückhalten - oder den Wert für das erlaubte Geldmengenwachstum heraufsetzen.
Ein Notenbank-Mitarbeiter rechnet auf der nächsten Sitzung mit langen Diskussionen. "Dies dürfte zu Kontroversen führen."
www.ftd.de/pw/eu/1038505019907.html?nv=sky
Die Ruhe ist dahin. Seit Anfang November heizen die sonst so verschwiegenen Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank (EZB) Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung an. Die Direktoriumsmitglieder tingeln zu Fachkonferenzen durch die Welt: Eugenio Domingo Solans spricht in Zürich, Sirkka Hämäläinen in Berlin, EZB-Chef Wim Duisenberg in Mexiko. Otmar Issing, als Chefvolkswirt einer der wichtigsten Männer im Ausschuss der Notenbank, füllt die wenigen Lücken in seinem Terminkalender mit sonst raren Pressegesprächen. Keine Woche vergeht, ohne dass sich einer der Präsidenten der zwölf nationalen Notenbanken der Euro-Zone zu Wort meldet.
Das Mitteilungsbedürfnis überrascht. Seit Ende November vergangenen Jahres hatten sich die Euro-Hüter kaum zu Wort gemeldet. Für die Auguren in den volkswirtschaftlichen Abteilungen von Banken und Ministerien steht fest: Die Notenbank bereitet die Finanzmärkte auf die lang erwartete Zinssenkung für den Euro-Raum vor. "Die EZB hat aus ihren Versäumnissen der Vergangenheit gelernt. Nun gibt sie Signale", sagt Martin Schubert, Volkswirt der Commerzbank. "Die Häufigkeit der Äußerungen von Zentralbankmitgliedern, die auf eine Zinssenkung hindeuten, ist ungewöhnlich."
Die Finanzmarktprofis lesen die Ankündigung zwischen den für Laien unverdächtigen Zeilen, die die Euro-Banker von sich geben: "Es ist wichtig zu sehen, dass die Inflationserwartungen nachgelassen haben", sagte Chefvolkswirt Issing vor zwei Wochen. "Die Aussichten, dass die Inflation im nächsten Jahr unter zwei Prozent sinken und auch unter dem Wert bleiben, haben zugenommen", schob EZB-Vizechef Lucas Papademos diese Woche nach. Der "Raum für eine Zinssenkung" sei größer geworden.
Dies war einer der klarsten Hinweise darauf, dass die Europäische Zentralbank der Forderung zahlreicher Finanzmarkt-Akteure nachkommt - wahrscheinlich schon auf der nächsten Sitzung am Donnerstag kommender Woche. Alles andere wäre eine Enttäuschung für Wirtschaftspolitiker und Börsianer.
Selbst unter Druck gesetzt
Mit der Roadshow der vergangenen drei Wochen haben die Notenbanker die Erwartungen hochgesteckt: "Sie haben sich selbst erheblichen Druck gemacht", sagt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt der Investmentbank Credit Suisse First Boston. "Es wäre ein Rückschlag für die Kommunikationspolitik der Zentralbank, wenn sie ihre Zinsen auf dem Stand von heute behält", sagt Commerzbank-Ökonom Schubert.
Seit zwölf Monaten verweigern die Ratsmitglieder sich dem Ruf der Finanzmärkte nach niedrigeren Geldpreisen. Der Leitzins steht bei 3,25 Prozent und damit auf dem niedrigsten Stand seit März 2000. Volkswirte bezweifeln dennoch, dass er niedrig genug ist. Sie hoffen, dass die Wirtschaft durch billigere Kredite wieder an Schwung gewinnt, dass Wirtschaft und Verbraucher wieder Vertrauen schöpfen.
Im vergangenen Quartal dürfte die Wirtschaft im Euro-Raum gerade noch um 0,4 Prozent gewachsen sein. Und Ökonomen schätzen, dass sich der Zuwachs in den beiden Folgequartalen weiter abschwächt.
Duisenberg offen wie nie zuvor
Anfang November kannten die EZB-Geldpolitiker das ganze Ausmaß der Wachstumsschwäche noch nicht - und stritten auf ihrer monatlichen Sitzung trotzdem über eine Zinssenkung. "Der Rat hat intensiv eine Zinssenkung diskutiert", erklärte Duisenberg auf der anschließenden Pressekonferenz. So offen hatte der EZB-Präsident nie zuvor eingeräumt, dass die Mitglieder unterschiedliche Auffassungen vertreten haben.
Einige Teilnehmer der Sitzung müssen darauf gedrängt haben, die kontroverse Aussprache in dem sonst auf Konsens ausgerichteten Gremium zu erwähnen. Erstmals in der kurzen Geschichte der EZB erlaubte Duisenberg einen Blick hinter die Kulissen der mächtigen Institution. Bei der Sitzung scheint es heftig zugegangen zu sein. Chefvolkswirt Issing sagte später, es sei eine der schwierigsten Entscheidungen der EZB gewesen, die Zinsen unberührt zu lassen.
Das kommende Treffen birgt ebenfalls Zündstoff. "Dass diesmal ein Zinsschritt kommt, ist eindeutig", sagt Deka-Bank-Volkswirt Karsten Junius. Die Höhe der Zinssenkung wird jedoch mit Sicherheit zum Streitpunkt werden. Issing wird zu Beginn des Treffens die Lage im Euro-Raum vorstellen. Aus den Prognosen über Inflation, Geldmengenentwicklung und Konjunktur leitet er eine Empfehlung ab. Ob die Zinsen gesenkt werden sollen und, wenn ja, wie stark. EZB-Beobachter erwarten eine moderate Senkung - vielleicht um einen Viertelprozentpunkt.
Gefahren für Teuerungsanstieg
Das lassen zumindest Issings Äußerungen von dieser Woche erahnen: "Es ist eine unserer Sorgen, dass die Inflation in einem Klima der Abschwächung in der Realwirtschaft nicht in gleichem Maße zurückgegangen ist", sagte der Chefvolkswirt. Das klang für die Experten nicht gerade wie ein Plädoyer für einen großen Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte.
Offenbar sieht der Chefökonom doch noch gewisse Gefahren für einen Teuerungsanstieg. Die Notenbank hat sich das strikte Ziel gesetzt, mittelfristig die Inflationsrate auf unter zwei Prozent zu senken. Erst dann geht die Zentralbank von Preisstabilität aus. Zurzeit liegt die Rate bei 2,3 Prozent. Eine böse Überraschung meldete am Donnerstag Italien. Dort legte die Inflation im November auf 2,9 Prozent zu - trotz schwächelnder Konjunktur und fallendem Ölpreis.
Jenen Zinssatz zu finden, der allen Volkswirtschaften im Euro-Raum gerecht wird, ist fast unmöglich. Denn die Preissteigerungsraten in den zwölf Mitgliedsstaaten sind denkbar unterschiedlich: In Deutschland liegt sie derzeit bei rund 1,1 Prozent, in Griechenland dagegen bei 3,9 Prozent. Spanien kommt auf 4, das kleine Irland auf 4,6 Prozent.
Brisante Entscheidung
Allein diese Tatsache sorgt für Diskussionen im EZB-Rat. Der spanische Zentralbankchef Jaime Caruana etwa wird vermutlich Argumente für eine leichte Zinssenkung vortragen - die Wirtschaft seines Landes wächst mit etwa zwei Prozent, was über dem Durchschnitt der Euro-Zone liegt.
Die Entscheidung am kommenden Donnerstag ist brisant. Einige Ökonomen bezweifeln, dass die Inflation in der Euro-Zone - wie von der EZB erwartet - Anfang 2003 wieder unter die Grenze von zwei Prozent fallen wird. Jörg Krämer, Chefvolkswirt von Invesco Asset Management etwa rechnet damit, dass die Preissteigerung im kommenden Jahr zeitweise 2,5 Prozent erreichen könnte.
Sorgen bereitet Krämer vor allem, dass die Kerninflation, also die Teuerungsrate ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel, weiter bei rund 2,5 Prozent liege. Auch die Preise für Dienstleistungen stiegen unvermindert an - ohne dass eine Trendwende zu erkennen sei. "Die Dienstleistungspreise hängen in erster Linie von der Lohnentwicklung ab - und die Lohnanstiege waren bis zuletzt sehr kräftig", sagt Krämer. Ein neuer Golfkrieg könnte ebenfalls die Preisspirale nach oben treiben, warnt Volkswirt Junius von der Deka-Bank.
Unsicherheitsfaktor Irak-Konflikt
Eben jene geopolitischen Risiken bereiten der EZB Sorge. Direktoriumsmitglied Issing sagt, die Frage sei, "ob es einen Krieg gegen Irak geben wird, und noch wichtiger sei, wie lange er dauern und wie danach die Situation sein wird." Dies kann derzeit indes niemand beantworten.
Selbst wenn sich die Banker schnell auf einen neuen Zinssatz einigen, könnte es auf der Sitzung am Donnerstag zu Reibereien kommen. Denn neben der Zinsentscheidung stehen noch mehr Themen auf der Tagesordnung.
Die 18 Geldpolitiker müssen ihre Strategie für das nächste Jahr festlegen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Menge an Geld, das im Euro-Raum umläuft. Je mehr Mittel bereitstehen, desto höher fällt die Inflation aus, argumentieren die Notenbanker.
Die Geldmenge soll nach den Zielen der EZB im Jahresvergleich um maximal 4,5 Prozent ansteigen. Im Oktober lag der Zuwachs bei sieben Prozent - ein Wert, der leicht unter dem vom September liegt, aber deutlich über der selbst formulierten Vorgabe. Diese Diskrepanz könnte dazu führen, dass sich die Notenbanker mit weiteren Zinssenkungen zurückhalten - oder den Wert für das erlaubte Geldmengenwachstum heraufsetzen.
Ein Notenbank-Mitarbeiter rechnet auf der nächsten Sitzung mit langen Diskussionen. "Dies dürfte zu Kontroversen führen."
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