Schering: Verkaufen (Helaba Trust)
Die Analysten von Helaba Trust bewerten am 21. März die Aktie des deutschen Pharmakonzerns Schering (Nachrichten) mit "Verkaufen".
Der aktuelle Kursrückschlag um rund 13 Prozent dürfte das Ende der spekulativen Blase der Aktie eingeleitet haben. Verantwortlich seien enttäuschte Hoffnungen in das in Kooperation mit Novartis entwickelte Krebsmittel PTK/ZK, das durch schwache erste Daten der letzten klinischen Testphase und die dadurch verursachte Verzögerung des Zulassungsantrags um mindestens ein Jahr auf sich aufmerksam gemacht habe. Mit dem weltweiten Start der Vermarktung sei folglich nicht mehr vor dem zweiten Halbjahr 2007 zu rechnen, wobei aus Sicht der Analysten die Wahrscheinlichkeit eines Scheiterns in der Indikation Dickdarmkrebs zugleich etwas gestiegen sei.
Die zuletzt durch positive Daten des Konkurrenzmittels Avastin (Genentech/Roche) angeheizten Spekulationen um zusätzliche Potenziale in anderen Krebsarten hätten ebenfalls einen empfindlichen Dämpfer erhalten. Das langfristige Potenzial der Arznei dürfte damit deutlich geringer sein, als vom Unternehmen und vielen Marktteilnehmern erhofft. Die Analysten erwarten jedoch nach wie vor, dass der mit Abstand wichtigste Hoffnungsträger der Schering-Forschung auf den Markt kommen werde, wenngleich die Chancen auf signifikante Fortschritte im Vergleich zu den künftigen Standards Eloxatine (Sanofi-Aventis) und Avastin (Genentech/Roche) schlecht stehen würden. Sollte PTK/ZK nur ein Nischendasein fristen, dürfte Schering längerfristig geringer als der Pharmamarkt wachsen.