Die zweitgrößte US-Ferngesprächs-Telefonfirma WorldCom Inc. hat Falschbuchungen von 3,85 Milliarden Dollar in ihren Bücher entdeckt. Das schwer angeschlagene Unternehmen hat seinen Finanzchef Scott Sullivan sofort entlassen. WorldCom will seine Geschäftsergebnisse für das Jahr 2001 und für das erste Quartal dieses Jahres neu herausgeben und am Freitag mit der Entlassung von 17.000 Mitarbeitern beginnen, wie der Konzern am Dienstagabend nach Börsenschluss mitteilte.
"Unser Führungsteam ist geschockt", erklärte WorldCom-Chef John Sidgmore. Er hatte seinen Posten erst am 29. April übernommen. Die im NASDAQ-100-Index notierte WorldCom solle mit den höchsten ethischen Maßstäben betrieben werden, versicherte er. Die Gesellschaft bleibe lebensfähig.
SEC INFORMIERT
WorldCom mit Sitz in Clinton (Mississippi) hat die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC und ihre wichtigsten Banken von den Entdeckungen informiert. Die Gesellschaft hatte durch eine firmeninterne Untersuchung heraus gefunden, dass der Transfer bestimmter Kosten zu Kapitalkonten nicht im Einklang mit den amerikanischen Buchführungsregeln (GAAP) gemacht wurde.
Der Transfer habe im vergangenen Jahr 3,05 Milliarden Dollar und im ersten Quartal dieses Jahres 797 Millionen Dollar betragen. Ohne diese Transfers wäre der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) auf 6,3 Milliarden Dollar und für das erste Quartal 2002 auf 1,37 Milliarden Dollar reduziert worden. Es wäre für 2001 und für das erste Quartal 2001 ein Nettoverlust angefallen, betonte WorldCom.
AKTIE SINKT
Die WorldCom-Aktien sind nachbörslich von 83 Cents auf nur noch 35 Cents eingebrochen. Sie hatten auf dem Höhepunkt des Telekom-Booms der neunziger Jahre zeitweise mit über 60 Dollar notiert.
WorldCom war in den achtziger und neunziger Jahren durch den Aufkauf zahlreicher Gesellschaften rasant gewachsen. Das Unternehmen sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 30 Milliarden Dollar. Die SEC hatte WorldCom bereits unter der Lupe./br/DP/bi
26.06.2002 - 07:34
Quelle: dpa-AFX
"Unser Führungsteam ist geschockt", erklärte WorldCom-Chef John Sidgmore. Er hatte seinen Posten erst am 29. April übernommen. Die im NASDAQ-100-Index notierte WorldCom solle mit den höchsten ethischen Maßstäben betrieben werden, versicherte er. Die Gesellschaft bleibe lebensfähig.
SEC INFORMIERT
WorldCom mit Sitz in Clinton (Mississippi) hat die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC und ihre wichtigsten Banken von den Entdeckungen informiert. Die Gesellschaft hatte durch eine firmeninterne Untersuchung heraus gefunden, dass der Transfer bestimmter Kosten zu Kapitalkonten nicht im Einklang mit den amerikanischen Buchführungsregeln (GAAP) gemacht wurde.
Der Transfer habe im vergangenen Jahr 3,05 Milliarden Dollar und im ersten Quartal dieses Jahres 797 Millionen Dollar betragen. Ohne diese Transfers wäre der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) auf 6,3 Milliarden Dollar und für das erste Quartal 2002 auf 1,37 Milliarden Dollar reduziert worden. Es wäre für 2001 und für das erste Quartal 2001 ein Nettoverlust angefallen, betonte WorldCom.
AKTIE SINKT
Die WorldCom-Aktien sind nachbörslich von 83 Cents auf nur noch 35 Cents eingebrochen. Sie hatten auf dem Höhepunkt des Telekom-Booms der neunziger Jahre zeitweise mit über 60 Dollar notiert.
WorldCom war in den achtziger und neunziger Jahren durch den Aufkauf zahlreicher Gesellschaften rasant gewachsen. Das Unternehmen sitzt auf einem Schuldenberg von mehr als 30 Milliarden Dollar. Die SEC hatte WorldCom bereits unter der Lupe./br/DP/bi
26.06.2002 - 07:34
Quelle: dpa-AFX