Und auch meinen bisherigen „Lieblingen“ traue ich nicht mehr so recht: Bei MBG und VW hatten wir seit vielen Jahren eine sehr hohe „Ertragskraft“, d. h. „sprudelnde“ Gewinne und infolgedessen auch sehr hohe Dividenden. Diese Zeiten scheinen bei MBG zumindest aktuell vorbei zu sein: Der Gewinn der letzten Jahre ist deutlich eingebrochen; folglich wird auch die Dividende – allen früheren „Verlautbarungen“ zum Trotz (Stichwort: „Wir streben Dividendenkontinuität und am liebsten sogar steigende Dividenden an!“) – massiv gekürzt. Das reduziert die Attraktivität der Aktie deutlich. Wenn man eine 5jährige Periode betrachtet, so steht MBG mit derzeit 59 EUR gleichzeitig ca. 18% unter dem 5-Jahres-Hoch (bei 72 EUR) und ca. 18% übr dem 5-Jahres-Tief (bei 50 EUR). Vor diesem Hintergrund würde ich eher mit sinkenden Kursen rechnen.
Was ist die Ursache für diesen Verlust an Ertragskraft? Dafür gibt es ja zahlreiche „Kandidaten“: Ein (zu) hoher Fixkostenanteil (der reduziert den Überschuss bei sinkendem Umsatz „dramatisch“)? Zu geringe „Passung“ zwischen Angebot und Nachfrage? „Interne“ Gründe (z. B. schlechte Unternehmensstruktur, „fehlende“ Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, unangemessene Entlohnung), falsche unternehmerische Entscheidungen? Politische Gründe? Die Liste ließe sich fast beliebig ergänzen.
Als „Externer“ wird man ja niemals an die Daten herankommen, die tatsächlich Erklärungen liefern würden: Was kostet die eigentliche Herstellung eines Autombils „pro Stück“, wie viel Gewinn wird mit welchem Modell erzielt; welche der speziellen Kundenwünsche sind aus Unternehmenssicht „lukrativ“ (im Sinne von „sie bringen Geld ein“), welche der speziellen Kundenwünsche sind zwar weniger lukrativ, dafür aber umsatzsteigernd?
In meinen Augen (die durchaus technisches Verständnis haben) kann man vieles immer aus mehreren Blickwinkeln betrachten: Sowohl ein „Benzin“-Auto als auch ein „Elektro“-Auto sind im Prinzip gleich gebaut. Eine „Energiequelle“ wird in Form „chemischer Ernergie“ mitgeführt, diese Energie wird in Bewegungsenergie umgewandelt (entweder vorne oder hinten) und dann mechanisch über die Räder auf die Straße gebracht. Die wesentliche Form, Struktur und sogar Funktionalität des Autos bleibt unverändert. Auch das „Energielager“ ist im Prinzip gleich konzipiert: Entweder als Akku am Boden des Fahrzeugs oder als Flüssigkeitsbehälter, ebenfalls am Boden des Fahrzeugs. Völlig überraschend sind sogar nicht nur die Konstruktionen im Wesentlichen gleich, sondern sogar auch die „Maschinensteuerung“ (zumindest bzgl. Verbrennungsautos mit Automatikgetriebe)! Die Behauptung, ein E-Auto wäre „völlig anders“ als ein Benzin-Auto ist in meinen Augen „Mumpitz“ – zumindest, wenn man sich die „derzeitige“ Realisierung solcher E-Autos anschaut. Warum hat man nicht die „gesamte“ Struktur überdacht? Z. B. Drehzahlsteuerung mit Hilfe eines Schalthebels wie im Flugzeug oder Eisenbahn? Warum überhaupt nur ein zentraler Motor statt einen Allrad-Antrieb mit 4-Naben-(Elektro-)Motoren? Stattdessen hat man „alles“ was zwar kompliziert (und teuer) ist, beibehalten – z. B. das Gesamtkonzept des Antriebs (Antriebsstrang, Welle, Differential und 1-Achs-Antrieb auf 2 Räder mit 1 Motor!
Dabei ist doch wohl unbestreitbare Tatsache, dass ein Elektromotor-Antrieb technisch deutlich weniger anspruchsvoll ist als ein Verbrennungsmotor-Antrieb. Vieles fällt sogar ganz weg (z. B. Verbrennungsluft-Zufuhr und -Abfuhr = Auspuff). Da müsste das „Endprodukt“ Elektro-Auto eigentlich deutlich billiger sein als ein Benzin-Auto. Doch leider ist das Gegenteil der Fall. Das ist für mich nicht in Ansätzen nachvollziehbar. Wen wundert es da, wenn „die Kunden“ nicht unbedingt mitziehen? Und wenn ein Akkumulator-Betrieb tatsächlich aufgrund der hohen Herstellungskosten (nämlich für den Bau des Akkus) so teuer ist, dann sollte man sich doch mal fragen, ob dieses Konzept „das Ei des Kolumbus“ ist!?
Auf die „weltpolitischen“ Unwägbarkeiten – egal, ob Ost oder West, Nord oder Süd, Nah oder Fern – will ich hier gar nicht eingehen!
Und bzgl. Grandi (#12775): Die Schulden (egal ob die der USA oder die der EU-Staaten) werden wie üblich gar nicht „gemanaged“: Sie werden einfach „weginflationiert“. Wir haben doch bei den USA (aber eigentlich auch bei der EU) gesehen, welche Rolle sog. „Regeln“ spielen: Im Zweifelsfall werden sie „umgedeutet“ (siehe der Euphemismus „Sondervermögen“ für tatsächlich neue Schulden) oder mehr oder weniger „einvernehmlich“ ignoriert (siehe angeblicher „Shutdown“ im „Amiland“). Wie schrieb doch „Börsen-Guru“ Dirk Müller vor einigen Jahren in seinem Buch „Cash Kurs“ so schön: Auf der USD-Note steht es grau auf grün: „In God we trust“ – der „Wert“ des USD ist nur damit begründet, dass ihn die meisten anderen Volkswirtschaften mehr oder weniger gezwungenenermaßen als globale Leitwähung akzeptieren. Wer das nicht akzeptiert, gegen den wird Krieg geführt!