Die US-Großbank Bank of America (Bank of America Aktie) hat die Aktie der Kryptobörse Coinbase von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft. Die Analysten sehen trotz zuletzt deutlicher Kursverluste erhebliche langfristige Wachstumspotenziale, die Coinbase zu einer sogenannten "Everything Exchange" formen könnten – einer Handelsplattform, die weit über Kryptowährungen hinausgeht.
Das Kursziel beließ die Bank unverändert bei 340 US-Dollar, was ein Aufwärtspotenzial von knapp 38 Prozent impliziert. Die Aktie selbst hat in den vergangenen zwölf Monaten rund fünf Prozent an Wert verloren, allein in den letzten drei Monaten jedoch fast 37 Prozent eingebüßt.
Kursrückgang als Einstiegschance
Analyst Craig Siegenthaler bezeichnete den jüngsten Kursrückgang als einen der Auslöser für die Hochstufung. Zwar notiere die Aktie rund 40 Prozent unter ihren Höchstständen aus dem Juli, doch unter der Oberfläche habe sich das operative Momentum deutlich verbessert.
"Während der Korrektur im vierten Quartal 2025 hat sich die Produktgeschwindigkeit erhöht und der adressierbare Gesamtmarkt parallel ausgeweitet", schrieb Siegenthaler in seiner Analyse. Die jüngsten Initiativen des Unternehmens sprächen klar für eine strategische Neupositionierung.
Expansion über Krypto hinaus
Besondere Aufmerksamkeit schenkt die Bank of America der Produktpräsentation von Coinbase am 17. Dezember. Dort kündigte das Unternehmen erstmals den Einstieg in den Handel mit Aktien und ETFs sowie den Aufbau von Prognose- und Wettmärkten an. Ziel sei es, bestehende Nutzer stärker zu monetarisieren und neue Erlösquellen zu erschließen.
Diese Schritte untermauerten die Ambition, sich als zentrale Plattform für verschiedenste Finanzprodukte zu etablieren, so der Analyst. Die zunehmende Verzahnung der Angebote eröffne erhebliche Cross-Selling-Potenziale innerhalb der bestehenden Nutzerbasis.
Base als strategischer Hebel
Ein weiterer zentraler Baustein der Investmentthese ist die Layer-2-Blockchain "Base". Sie dient als dezentrale, erlaubnisfreie Infrastruktur und bildet das Fundament für Coinbases Expansion in den Bereich Blockchain-Infrastruktur. Laut Siegenthaler verschafft Base dem Unternehmen Zugang zu neuen Geschäftsmodellen jenseits des klassischen Handels.
Ein möglicher nativer Token für Base könnte dabei gleich doppelt wirken: Einerseits würde er Investoren zusätzliche Anreize bieten, andererseits könnte er Coinbase ermöglichen, Milliardenbeträge an frischem Kapital einzuwerben.
Tokenisierung realer Vermögenswerte im Fokus
Wachstumschancen sieht die Bank of America auch in "Coinbase Tokenize", einer End-to-End-Plattform für institutionelle Kunden. Diese soll die Tokenisierung realer Vermögenswerte wie Fonds, Anleihen oder andere Finanzprodukte ermöglichen.
"Vermögensverwalter suchen zunehmend nach Wegen, ihre Produkte zu tokenisieren, um von den Vorteilen der Blockchain-Infrastruktur zu profitieren und die wachsende On-Chain-Nachfrage jüngerer Anleger zu bedienen", so Siegenthaler. Der Markt für tokenisierte Real-World-Assets gilt als einer der vielversprechendsten Trends im institutionellen Krypto-Sektor.
Autor: Ariva-Redaktion/pg
