wiwo: WEF-Kommentar: Enron und kein Ende

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wiwo: WEF-Kommentar: Enron und kein Ende Brummer

wiwo: WEF-Kommentar: Enron und kein Ende

 
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Die Ausweitung des Enron-Skandals und der daraus unweigerlich folgende Vertrauensverlust der Investoren könnte noch ungeahnte negative Folgen für den zaghaften Aufschwung in der amerikanischen Wirtschaft haben, sagte Stanley Fischer, Vizepräsident der Citigroup und ehemaliger Chefökonom der Weltbank, auf dem Weltwirtschaftsgipfel in New York.

Die unter dem Namen IGWEL(Informal Gathering of World Economic Leaders) versammelten Führungskräfte von Politik und Wirtschaft tagten am Wochenende hinter verschlossenen Türen. Ein Thema des exclusiven Kreises war die Wiederherstellung des wirtschaftlichen Wachstums. Fischer, einer der Sprecher der Gruppe, hatte – zumindest was die amerikanische Wirtschaft betrifft - keine extrem negativen Erkenntnisse zu überbringen.

Man sei sich über die Form des Ab- und Aufschwungs nicht einig gewesen, so Fischer, ob er die Form eines V oder vielmehr eines W haben werde, sei umstritten gewesen. Die Mehrheit sehe ermutigende Zeichen der Erholung, an der Politik der Regierung habe es keine nennenswerte Kritik gegeben, zumindest gab es keine Vorschläge, was man anders, besser hätte machen können.

Ganz anders sahen die Teilnehmer des “Forums im Forum” die Lage Europas und Japans. Man habe sich von den Ergebnissen der europäischen Integration und des Euro enttäuscht gezeigt. Vor allem Deutschland wurde aufgefordert, Strukturreformen, vor allem die Reform des Arbeitsmarktes voranzutreiben. Kritisiert wurde auch die Europäische Zentralbank (EZB), die auf die krisenhaften Erscheinungen ungenügend und zu spät reagiert, und stattdessen an ihrer Reputation als Hüterin der Preisstabilität gearbeitet habe.

Mit der schärfsten, fast verzweifelten Kritik wurde Japan bedacht. Die Hinauszögerung der Bankenkosolidierung und –reform habe “sehr unglückliche Folgen” für die ganze Welt, so Fischer. Erleichtert zeigte man sich darüber, daß die Zahlungsunfähigkeit Argentiniens bisher keine ansteckende Wirkung gehabt habe. Aber Fischer warnte vor der Möglichkeit, daß der politische Zusammenbruch ebenso die Gefahr der Ansteckung in sich trage. Wenn die Botschaft Argentiniens an die aufstrebenden Länder lautete, daß die Marktwirtschaft an der Misere des Landes Schuld sei, so würde das noch üble Folgen in der Zukunft haben.

Krisztina Koenen, New York

wiwo.de: 04.02.2002 08:14:07



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