in den Führungsebenen zu tun, die wsentlich gefährlicher sind als die Mafia, Bader-Meinhof und Al Kaida zusammen.
"Einzeltäter oder eine kriminelle Organisation?
Es gab schon immer Kriminalität in der Wirtschaft. Wenn aber Kriminalität derartige Proportionen annimmt, dann stellt man sich die Frage, ob es sich hier um lauter Einzeltäter in einer Organisation handelt oder ob die Organisation an sich kriminell ist. Dass die Bankenchefs nun sagen, sie hätten von alledem nichts gewusst, schuld seien dreiste Wertpapierhändler mit roten Hosenträgern, beruhigt nicht. Wenn die Deutsche Bank eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent verlangt und nicht gleichzeitig harte Kontrollen gegen lukrative, aber eben illegale Geschäfte einführt, dann verursacht sie kriminelles Verhalten. Wer am Ende was konkret wusste, ist dabei völlig egal.
Was jetzt ans Tageslicht gekommen ist, ist nur ein kleiner Teil der miesen Tricks der Finanzbranche. Die Europäische Kommission, andere Aufsichtsbehörden und Staatsanwaltschaften untersuchen noch weitere Fälle. Die Finanzblase des vergangenen Jahrzehnts ging zwar im Jahre 2007 zu Ende, begünstigte aber eine halbseidene Kultur, die auch nach dem Platzen der Blase fortbesteht. Die Kartellstrafen sind für diese Banken sicher unangenehm, aber nicht lebensbedrohend. Das ist ungefähr vergleichbar mit einer Geldbuße für Falschparker. Man ärgert sich. Aber nur für die Wenigsten ist das Bußgeld existenzgefährdend.
Die Banken haben bislang nicht begriffen, wie verhasst sie in der Gesellschaft mittlerweile sind. Momentan ist die Gegenreaktion noch weitgehend harmlos. Es gibt ein paar Demonstrationen. Mehrere Länder in der Europäischen Union wollen bald eine Finanzmarkttransaktionsteuer erheben."