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Windenergie als gigantisches Wachstumspotenzial ausgemacht
Von Michael Hollmann, Bremen
20.04.2011 | Die deutschen Seehäfen bereiten sich auf das enorme Wachstumspotenzial vor, das für die Offshore-Windenergie prognostiziert wird. Das wurde auf dem DVZ-Symposium in der vergangenen Woche in Bremen deutlich. Mit einem gemeinsamen Offshore-Hafenatlas wollen sie ihre Stärken und Ausbaumöglichkeiten präsentieren.
Der Offshore-Hafenatlas soll Projektverladern im Offshore-Windenergiesektor eine Übersicht über die vorhandenen Umschlagkapazitäten schaffen und zusätzliche Umschlagkontrakte gewinnen. Wie Klaus Heitmann, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), erläuterte, steht das Onlineverzeichnis kurz vor der Fertigstellung. Auf der 7. Nationalen Maritimen Konferenz am 27. und 28. Mai in Wilhelmshaven soll es offiziell vorgestellt werden.
"Damit haben wir die Grundlagen für den weiteren Dialog mit Herstellern und Behörden gelegt", sagte Heitmann. Für den Atlas wurden die Seehäfen auf ihre Eignung für das Offshoregeschäft abgeklopft. Die Standorte werden in drei Kategorien unterteilt: Großkomponentenhäfen, Servicehäfen und Standorte für Forschung, Entwicklung und Training. Verlader und Servicefirmen können sich per Mausklick eine Übersicht über die verfügbaren Leistungen, Kapazitäten und Zufahrten der Häfen verschaffen.
Auf Basis der politischen Vorgaben zum Ausbau der Offshorewindenergie müssten bis 2030 rund 4500 Windenergieanlagen vor der deutschen Küste gebaut werden, berichtete Dirk Briese von der Beratungsfirma Trend Research. Das sei ein "optimistisches, aber nicht unrealistisches" Szenario. Von den stark steigenden Komponentenlieferungen, die ab 2013 erwartet werden, versprechen sich die deutschen Häfen erhebliches Umschlagpotenzial. Für das Geschäftsfeld müssen auch noch Anlagen und Verkehrsanschlüsse in den Häfen gebaut werden. Reinhard Klingen, Abteilungsleiter Wasserstraßen/Schifffahrt im Bundesverkehrsministerium, machte den Teilnehmern keine großen Hoffnungen auf Förderung durch den Bund. DVZ 19.4.20114

