Geldanlage: Kleine grüne Renner
ftd.de, Do, 25.1.2001, 8:00
Öko-Aktien konnten im vergangen Jahr vor allem von den staatlichen
Neuregelungen profitieren. Jetzt müssen die Unternehmen beweisen, dass sie am Markt
bestehen können.
Die größten Profiteure der neuen Berliner Subventionspolitik sind die
Wind- und Solarbranche. Gleich vier Windparkbauer sind am Neuen Markt
notiert. Mit Sunways will nun das erste Solarunternehmen in Februar das
Parkett des Wachstumsmarktes betreten. Aber auch in anderen Branchen haben
die grünen Aktien gute Rendite erwirtschaftet. So hatSYM="WDO.ETR">Wedeco in den zurückliegenden 52 Wochen die zweitbeste Performance aller
deutschen Aktien. Das Unternehmen produziert UV-Anlagen zur Reinigung von
Wasser. Ein immenser Wachstumsmarkt, denn das Verfahren ist nicht nur
umweltfreundlich - bisher wurde mit Chlor gereinigt - sondern auch billiger.
Die Aktienkurse der Windparkprojektierer haben sich im vergangenen
Jahr mit einer Ausnahme gut entwickelt.SYM="PNE.ETR">Plambeck, Energiekontor und SYM="URE.ETR">Umweltkontor konnten deutliche Kursgewinne verzeichnen. Die erst im November 2000
an die Börse gegangeneP&T Technology hat
den Trend offenbar verpasst, sagte ein Analyst Aktuell notiert die Aktie
der Hamburger unter dem Ausgabepreis bei 16 Euro.
Kursgewinn mit Fantasie
Das hohe Kursniveau der drei erstgenannten Firmen fußt zum großen
Teil auf Fantasie. Mit Offshore-Windparks und Auslandsexpansion sollen
neue, renditeträchtige Geschäftsfelder erschlossen werden. Doch der Ausbau
ist nicht ohne Risiko. Bisher wurde noch kein Windpark auf Hoher See
gebaut. Die Unternehmen müssen also Pionierarbeit leisten. Entscheidend werde
dabei die Leistungsfähigkeit des Managements sein, sagte ein Analyst einer
Bonner Investmentfirma. Umweltkontor schneide dabei am besten ab. Das
Unternehmen aus Hückelhoven habe bisher gezeigt, dass es gut im Markt
positioniert und ertragsstark sei. "Günstig bewertet" ist nach Ansicht des
Branchenkenners derzeit Plambeck.
Probleme kommen auf Energiekontor zu. Geschäftspartner des
Windparkbauers haben für Ende des Monats eine Klage wegen Wettbewerbsverstößen
angekündigt. Energiekontor soll außerdem falsche Angaben in seinem
Emissionsprospekt gemacht haben. Das Unternehmen bestreitet beide Vorwürfe, bestätigt
aber die Möglichkeit einer Klage.
Auf Neuland begibt sich P&T Technology. Die Hamburger streben u. a.
in die Türkei und auf die Philippinen. In den Ländern ist derzeit noch
kein deutsche Konkurrent vertreten; auf Erfahrungswerte kann P&T also
nicht zurückgreifen. Risikobehaftet ist auch ein weiteres Vorhaben. P&T
will eine Technologie weiterentwickelt, mit der gleichzeitig Energie
gespeichert und Trinkwasser produziert werden kann. Der Erfolg von P&T an Börse
hängt eng mit den beiden Projekten zusammen. "Geht die Strategie auf, ist
P&T ein klarer Kauf", sagt ein Analyst.
Viel versprechende Solarbranche
Viel versprechendes ist von der Solarbranche zu erwarten. Nach der
Verabschiedung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und dem
100.000-Dächer-Prgramms durch den Bundestag ist die Nachfrage nach Solarmodulen stark
gestiegen. Im vergangenen Jahr habe sich der Absatz in Deutschland verdreifacht,
sagte der Geschäftsführer Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft, Carsten
Körnig. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent.
In Deutschland gibt es nur wenige Solarwerte. Der auffälligste ist
Solarworld. Vorstand Frank Asbeck hat trotz des
Expansionskurses seinen Aktionären immer schwarze Zahlen präsentieren können. Im
letzte Jahr kaufte Asbeck die Solartochter von Bayer, für das erste Quartal
2001 kündigt er zwei weitere Akquisitionen an. Der Börsenkurs dürfte
weiter nach oben gehen, nicht zuletzt wegen der guten
Investor-Relations-Arbeit die das Unternehmen leistet. Nach Aussage von Asbeck sind alle
Umweltfonds aus Deutschland und einige aus England an seinem Unternehmen
beteiligt.
Astropower: "stark"
Probleme mit dem Investor Relations hat die BerlinerSYM="SOO.FSE">Solon. Trotz seines guten Rufes in der Branche liegt der Kurs bei 7,80 Euro.
Ein Problem für den niedrigen Kurs sind sicherlich die schlechten
Quartalszahlen, die einen Verlust von 2,85 Mio. DM auswiesen. Das Minus ist nicht
unüblich für ein Unternehmen einer Wachstumsbrache, zumal Solon seinen Betrieb
auf Massenfertigung umstrukturiert. Viele Aktionäre verübelten Solon
aber, dass die Quartalszahlen mit einigen Wochen Verspätung auf den Tisch
kamen.
Im Verlauf des Februars will mit Sunways das erste Solarunternehmen
an den Neuen Markt. Allerdings gibt sich das Unternehmen ungewöhnlich
zugeknöpft. Fachleute zeigen sich skeptisch. Denn Sunways hat nach eigenen
Angaben 2000 einen Umsatz von 10,8 Mio. DM gemacht. Solarworld hat in dem
Jahr bereits über 100 Mio. DM umgesetzt. Schwerer wiegt allerdings noch,
dass Sunways erst für 2002 mit einer schwarzen Null rechnet. Angesichts
des kritischen Marktumfeldes dürfte die Emission "bescheiden ablaufen",
sagt ein Analyst.
Die US-amerikanischeAstropower gilt
als eines der Flagschiffe in der Branche. Technologisch sei die
Gesellschaft "stark", sagen Branchenkenner. Die gesamte Wertschöpfungskette werde
ausgenutzt. Astropower produziere alles vom Wafer bis zum fertigen Solarmodul.
Nach einem Tiefstkurs von 22 $ im Dezember zeigt die Kurve jetzt wieder
nach oben. Aktuell notierte Astropower an der Nasdaq bei 42,63 $.
Dieser Artikel ist im Internet abrufbar unter der URL:
www.ftd.de/bm/ga/FTD3H2DBDIC.html?nv=nl
ftd.de, Do, 25.1.2001, 8:00
Öko-Aktien konnten im vergangen Jahr vor allem von den staatlichen
Neuregelungen profitieren. Jetzt müssen die Unternehmen beweisen, dass sie am Markt
bestehen können.
Die größten Profiteure der neuen Berliner Subventionspolitik sind die
Wind- und Solarbranche. Gleich vier Windparkbauer sind am Neuen Markt
notiert. Mit Sunways will nun das erste Solarunternehmen in Februar das
Parkett des Wachstumsmarktes betreten. Aber auch in anderen Branchen haben
die grünen Aktien gute Rendite erwirtschaftet. So hat
deutschen Aktien. Das Unternehmen produziert UV-Anlagen zur Reinigung von
Wasser. Ein immenser Wachstumsmarkt, denn das Verfahren ist nicht nur
umweltfreundlich - bisher wurde mit Chlor gereinigt - sondern auch billiger.
Die Aktienkurse der Windparkprojektierer haben sich im vergangenen
Jahr mit einer Ausnahme gut entwickelt.
an die Börse gegangene
den Trend offenbar verpasst, sagte ein Analyst Aktuell notiert die Aktie
der Hamburger unter dem Ausgabepreis bei 16 Euro.
Das hohe Kursniveau der drei erstgenannten Firmen fußt zum großen
Teil auf Fantasie. Mit Offshore-Windparks und Auslandsexpansion sollen
neue, renditeträchtige Geschäftsfelder erschlossen werden. Doch der Ausbau
ist nicht ohne Risiko. Bisher wurde noch kein Windpark auf Hoher See
gebaut. Die Unternehmen müssen also Pionierarbeit leisten. Entscheidend werde
dabei die Leistungsfähigkeit des Managements sein, sagte ein Analyst einer
Bonner Investmentfirma. Umweltkontor schneide dabei am besten ab. Das
Unternehmen aus Hückelhoven habe bisher gezeigt, dass es gut im Markt
positioniert und ertragsstark sei. "Günstig bewertet" ist nach Ansicht des
Branchenkenners derzeit Plambeck.
Probleme kommen auf Energiekontor zu. Geschäftspartner des
Windparkbauers haben für Ende des Monats eine Klage wegen Wettbewerbsverstößen
angekündigt. Energiekontor soll außerdem falsche Angaben in seinem
Emissionsprospekt gemacht haben. Das Unternehmen bestreitet beide Vorwürfe, bestätigt
aber die Möglichkeit einer Klage.
Auf Neuland begibt sich P&T Technology. Die Hamburger streben u. a.
in die Türkei und auf die Philippinen. In den Ländern ist derzeit noch
kein deutsche Konkurrent vertreten; auf Erfahrungswerte kann P&T also
nicht zurückgreifen. Risikobehaftet ist auch ein weiteres Vorhaben. P&T
will eine Technologie weiterentwickelt, mit der gleichzeitig Energie
gespeichert und Trinkwasser produziert werden kann. Der Erfolg von P&T an Börse
hängt eng mit den beiden Projekten zusammen. "Geht die Strategie auf, ist
P&T ein klarer Kauf", sagt ein Analyst.
Viel versprechendes ist von der Solarbranche zu erwarten. Nach der
Verabschiedung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) und dem
100.000-Dächer-Prgramms durch den Bundestag ist die Nachfrage nach Solarmodulen stark
gestiegen. Im vergangenen Jahr habe sich der Absatz in Deutschland verdreifacht,
sagte der Geschäftsführer Unternehmensvereinigung Solarwirtschaft, Carsten
Körnig. Für dieses Jahr rechnet er mit einem Wachstum von 30 bis 40 Prozent.
In Deutschland gibt es nur wenige Solarwerte. Der auffälligste ist
Expansionskurses seinen Aktionären immer schwarze Zahlen präsentieren können. Im
letzte Jahr kaufte Asbeck die Solartochter von Bayer, für das erste Quartal
2001 kündigt er zwei weitere Akquisitionen an. Der Börsenkurs dürfte
weiter nach oben gehen, nicht zuletzt wegen der guten
Investor-Relations-Arbeit die das Unternehmen leistet. Nach Aussage von Asbeck sind alle
Umweltfonds aus Deutschland und einige aus England an seinem Unternehmen
beteiligt.
Probleme mit dem Investor Relations hat die Berliner
Ein Problem für den niedrigen Kurs sind sicherlich die schlechten
Quartalszahlen, die einen Verlust von 2,85 Mio. DM auswiesen. Das Minus ist nicht
unüblich für ein Unternehmen einer Wachstumsbrache, zumal Solon seinen Betrieb
auf Massenfertigung umstrukturiert. Viele Aktionäre verübelten Solon
aber, dass die Quartalszahlen mit einigen Wochen Verspätung auf den Tisch
kamen.
Im Verlauf des Februars will mit Sunways das erste Solarunternehmen
an den Neuen Markt. Allerdings gibt sich das Unternehmen ungewöhnlich
zugeknöpft. Fachleute zeigen sich skeptisch. Denn Sunways hat nach eigenen
Angaben 2000 einen Umsatz von 10,8 Mio. DM gemacht. Solarworld hat in dem
Jahr bereits über 100 Mio. DM umgesetzt. Schwerer wiegt allerdings noch,
dass Sunways erst für 2002 mit einer schwarzen Null rechnet. Angesichts
des kritischen Marktumfeldes dürfte die Emission "bescheiden ablaufen",
sagt ein Analyst.
Die US-amerikanische
als eines der Flagschiffe in der Branche. Technologisch sei die
Gesellschaft "stark", sagen Branchenkenner. Die gesamte Wertschöpfungskette werde
ausgenutzt. Astropower produziere alles vom Wafer bis zum fertigen Solarmodul.
Nach einem Tiefstkurs von 22 $ im Dezember zeigt die Kurve jetzt wieder
nach oben. Aktuell notierte Astropower an der Nasdaq bei 42,63 $.
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www.ftd.de/bm/ga/FTD3H2DBDIC.html?nv=nl