Ex-Hacker Kimble macht sich mit Gründung des Kimpire lächerlich
Mittwoch, den 16.01.02 09:35
www.onlinekosten.de
Ein Bericht von Roland Silberschmidt
Kim Schmitz alias Kimble ist wieder da, allerdings wohl nicht im kalten Deutschland aus dem er angeblich vor wenigen Tagen geflohen ist, sondern auf seiner Webseite in Form des "Kimpire".
Der Größenwahn des Hackers
Schmitz war von jeher auf Selbstdarstellung bedacht. Die Hervorhebung seiner eigenen Person hatte schon immer oberste Priorität in seinem Leben. Doch was er sich nun in Form des "Kimpire" geleistet hat, setzt seinen bisherigen Aktivitäten und Ankündigungen die Krone auf. Denn nur auf den ersten Blick scheint die Webseite neue Projekte des schwergewichtigen Ex-Hackers vorzustellen, doch dem Betrachter wird beim weiterlesen schnell klar, daß Schmitz jetzt entweder vollständig größenwahnsinnig geworden ist, oder aber daß er die Besucher seiner Webseite einfach nur veralbert.
Dummheit oder gewollte Provokation?
Für letzteres spricht vor allem die an Journalisten gerichtete und vor Ironie triefende Botschaft, die wir hier im englischen Original, offenbar der neuen Muttersprache von Schmitz, wiedergeben wollen:
"You are a journalist? Did I tell you how smart, beautiful and investigative you are? If you enjoyed your last 30 minutes on this site, your readers, listeners or viewers will probably enjoy it too. Which will make them read, listen or watch your stories again. Which means satisfaction for all of us. ;-) And just in case, the Kimpire story is not yet interesting enough for you, I added some secret projects you can write about. Simply tell the truth: “Kimble Rulez”. Register to the Kimpire news spammer or send your questions to press@kimpire.com."
Aufmerksamkeiten
Aufmerksamkeit ist es wohl vor allem, was Kimble schon immer suchte und auch heute noch braucht. Der sowohl als Hacker wie auch als Geschäftsmann gescheiterte Schmitz, benutzt das Internet wohl als letzte Möglichkeit, um noch einmal Schlagzeilen zu machen, bevor er für immer in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Denn genau dort gehört er hin und nicht auf die Titelseiten der BILD und anderer Publikationen, vor allem aber nicht in TV-Talkshows. Denn diese haben ihn erst zu dem gemacht, was er heute ist, haben die Legende vom Hackerkönig geschaffen, der er niemals war. Ohne die Regenbogenpresse wäre Schmitz nur einer von vielen kleinen Ganoven geblieben, von denen nie ein Mensch erfahren hätte.
Ein letztes Wort
Und zwar in eigener Sache. Ich habe mehrfach über Kim Schmitz berichtet und ihm damit damit wohl zu noch mehr zweifelhaftem Ruhm verholfen, als ihm jemals gebürte. Ob ich es noch einmal tun werde ist allerdings fraglich. Ohne Zweifel ist Kimble eine schillernde Figur und immer für die ein oder andere Story gut. Doch letztlich bleibt bei jeder Meldung über ihn ein irgendwie schaler Beigeschmack, denn ihn in Zusammenhang mit Leuten wie Kevin Mitnick, Captain Crunch oder Tron zu nennen, ist wohl reine Blasphemie.
(rsi)
Mittwoch, den 16.01.02 09:35
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Ein Bericht von Roland Silberschmidt
Kim Schmitz alias Kimble ist wieder da, allerdings wohl nicht im kalten Deutschland aus dem er angeblich vor wenigen Tagen geflohen ist, sondern auf seiner Webseite in Form des "Kimpire".
Der Größenwahn des Hackers
Schmitz war von jeher auf Selbstdarstellung bedacht. Die Hervorhebung seiner eigenen Person hatte schon immer oberste Priorität in seinem Leben. Doch was er sich nun in Form des "Kimpire" geleistet hat, setzt seinen bisherigen Aktivitäten und Ankündigungen die Krone auf. Denn nur auf den ersten Blick scheint die Webseite neue Projekte des schwergewichtigen Ex-Hackers vorzustellen, doch dem Betrachter wird beim weiterlesen schnell klar, daß Schmitz jetzt entweder vollständig größenwahnsinnig geworden ist, oder aber daß er die Besucher seiner Webseite einfach nur veralbert.
Dummheit oder gewollte Provokation?
Für letzteres spricht vor allem die an Journalisten gerichtete und vor Ironie triefende Botschaft, die wir hier im englischen Original, offenbar der neuen Muttersprache von Schmitz, wiedergeben wollen:
"You are a journalist? Did I tell you how smart, beautiful and investigative you are? If you enjoyed your last 30 minutes on this site, your readers, listeners or viewers will probably enjoy it too. Which will make them read, listen or watch your stories again. Which means satisfaction for all of us. ;-) And just in case, the Kimpire story is not yet interesting enough for you, I added some secret projects you can write about. Simply tell the truth: “Kimble Rulez”. Register to the Kimpire news spammer or send your questions to press@kimpire.com."
Aufmerksamkeiten
Aufmerksamkeit ist es wohl vor allem, was Kimble schon immer suchte und auch heute noch braucht. Der sowohl als Hacker wie auch als Geschäftsmann gescheiterte Schmitz, benutzt das Internet wohl als letzte Möglichkeit, um noch einmal Schlagzeilen zu machen, bevor er für immer in der Bedeutungslosigkeit verschwindet. Denn genau dort gehört er hin und nicht auf die Titelseiten der BILD und anderer Publikationen, vor allem aber nicht in TV-Talkshows. Denn diese haben ihn erst zu dem gemacht, was er heute ist, haben die Legende vom Hackerkönig geschaffen, der er niemals war. Ohne die Regenbogenpresse wäre Schmitz nur einer von vielen kleinen Ganoven geblieben, von denen nie ein Mensch erfahren hätte.
Ein letztes Wort
Und zwar in eigener Sache. Ich habe mehrfach über Kim Schmitz berichtet und ihm damit damit wohl zu noch mehr zweifelhaftem Ruhm verholfen, als ihm jemals gebürte. Ob ich es noch einmal tun werde ist allerdings fraglich. Ohne Zweifel ist Kimble eine schillernde Figur und immer für die ein oder andere Story gut. Doch letztlich bleibt bei jeder Meldung über ihn ein irgendwie schaler Beigeschmack, denn ihn in Zusammenhang mit Leuten wie Kevin Mitnick, Captain Crunch oder Tron zu nennen, ist wohl reine Blasphemie.
(rsi)