Widerspruch über Kriegsziele


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Widerspruch über Kriegsziele

 
24.09.01 13:46
Widerspruch über Kriegsziele

Condoleezza Rice, Sicherheitsberaterin von US-Präsident
Bush, hat erstmals ein konkretes Ziel der amerikanischen
Streitkräfte formuliert: die Vertreibung der Taliban aus
Afghanistan. Prompt widersprach Außenminister Colin Powell.

                      Washington - In einem Fernsehinterview
                      mit Fox News hatte Rice gesagt: "Die
                      Taliban haben ein repressives und
                      schreckliches Regime aufgebaut. Dem
                      afghanischen Volks ginge es viel besser
                      ohne sie. Wir werden sehen, welche
                      Mittel uns zur Verfügung stehen, um das
                      herbeizuführen". Das sieht Powell
                      offenbar anders: "Es ist nicht eines
                      unserer Ziele, das Regime (in
                      Afghanistan) zu beseitigen", konterte er
                      das Vorpreschen der Beraterin im
                      TV-Sender ABC.

Der Nördliche Allianz, die im Norden Afghanistans gegen die Taliban
kämpft, räumte Rice "eine bestimmte Rolle" im bevorstehenden
Kampf ein. Die internationale Koalition nehme langsam Gestalt an,
sagte Rice weiter in dem Interview. Öffentliche geäußerte
Bedenken arabischer Staaten gegen einen Militärschlag der USA
wischte sie beiseite. Die Kooperation mit zahlreichen arabischen
Partnern sei bestens. "Dies wird eine große Koalition, die auch eine
Reihe moderater arabischer Staaten umfasst", kündigte Rice an.
Berichte, wonach Saudi-Arabien den USA die Nutzung von
Stützpunkten verweigert habe, bestätigte Rice nicht. Über die
Einzelheiten der Einsatzes werde noch verhandelt.

Die USA bekämen sogar Unterstützung aus völlig unerwarteten
Ländern, sagte Rice. Dazu könne auch Iran gehören gehören. Der
britische Außenminister Jack Straw hat auf seiner Reise nach
Teheran in dieser Woche eine Botschaft der US-Regierung im
Gepäck. Die USA haben den diplomatischen Kontakt zu Teheran
nach der Revolution und der Geiselnahme von US-Diplomaten 1980
abgebrochen.

Truppen an "verschiedenen Punkten der Welt"

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld kündigte an, die
Amerikaner brächten ihre Streitkräfte an "verschiedenen Punkten
der Welt" in Stellung, um nach Bedarf gegen Terroristen
losschlagen zu können. "Dies ist kein afghanisches Problem allein",
sagte er im US-Fernsehen. Rumsfeld glaubt zudem den Äußerungen
der Taliban nicht, ihnen sei der Aufenthaltsort von Bin Laden
unbekannt. Sie besäßen ein Netzwerk im ganzen Land: "Sie wissen,
wo er ist."

Die Saudis zögern

Saudi-Arabien hat den USA bislang keine Genehmigung zur
Einrichtung eines Luftwaffenstützpunktes auf saudischem
Territorium gegeben. Gut unterrichtete Kreise in der Golfregion
bestätigten am Sonntag einen entsprechenden Bericht der
"Washington Post".

Danach könnte die saudische Weigerung mögliche amerikanische
Militäraktionen in der Region um mehrere Wochen verzögern. Rice,
sagte dagegen am Sonntag, die Verhandlungen mit Saudi-Arabien
seien in vollem Gange. Amerikanische Medien berichteten,
US-Befehlshaber Charles Wald sei bereits am Luftwaffenstützpunkt
Prinz Sultan, rund 100 Kilometer südöstlich von Riad, angekommen.
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