Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe


Thema
abonnieren
Beiträge: 9
Zugriffe: 1.141 / Heute: 1
satyr:

Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe

 
18.03.04 00:31
in der ARD gibt es da Meinungen oder nähere Infos?
Antworten
Kalif:

Du meinst Götterspeise?

 
18.03.04 00:34
Wackelpudding
Antworten
satyr:

Nein die meine ich

 
18.03.04 00:37
Rund zweihunderttausend Kapitalanleger und eine Vielzahl von Aktionären haben ihre Ersparnisse in Aktien oder andere Anlagen der Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding oder in die Securenta AG investiert. Schon seit längerem ranken sich immer wieder Gerüchte um eine mögliche Zahlungsunfähigkeit der beiden Unternehmen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nun ein Ermittlungsverfahren eingestellt - die Folgen für die Anleger bleiben aber weiter unklar.

"Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der 'Göttinger Gruppe' eingestellt"
Mit dieser Schlagzeile übertitelte die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuletzt eine Pressemitteilung, mit der sie die Öffentlichkeit darüber informierte, dass sie die Ermittlungen wegen des Verdachts von Kapitalanlagebetrug, des Betreibens eines sogenannten Schneeballsystems und wegen Verdachts möglicher Insolvenzdelikte einstellt.

Für die Göttinger Gruppe beginnt damit, wie sie selbst in einer Pressemitteilung schreibt "ein neues Kapitel". Dabei hatte sie zuletzt nicht gerade mit positiven Meldungen geglänzt. Und auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig stellt gegenüber [plusminus eindeutig fest: "Die Einstellung des Ermittlungsverfahrens bedeutet nicht, dass wir hiermit festgestellt haben, dass die Anlagen bei der Göttinger Gruppe sicher sind, ... , sondern wir hatten lediglich die strafrechtliche Seite zu prüfen. Und hier haben wir festgestellt, dass die Grenzen des strafrechtlich Erlaubten nicht überschritten worden sind."

[plusminus hatte schon in den letzten Jahren die Anleger immer wieder vor massiven Verlustgeschäften des Finanzdienstleisters gewarnt. Dabei ging es um 80 Millionen Euro, die in die Patinbank investiert wurden, um rund 13 Millionen Euro beim Fußballclub Tennis Borussia Berlin, um mehr als 30 Millionen Euro für Aktienrückkäufe, und um weit mehr als 20 Millionen Euro durch Abwertungen von Immobilien und Beteiligungen.

Außerordentliche Hauptversammlung der Securenta AG in Göttingen
Am 10. September 2002 dann informierte die Geschäftsleitung der Securenta AG, die zur Göttinger Gruppe gehört, ihre Aktionäre im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber , dass zuletzt ein Verlust von mehr als 100 Millionen Euro erwirtschaftet wurde. Damit sei fast das gesamte Grundkapital der Securenta in Höhe von 180 Millionen Euro weg, hieß es in Göttingen bei der nicht-öffentlichen Hauptversammlung. Welche Konsequenzen das für die Anleger hat, bleibt unklar.

Was ist mit dem Rest der weit über 600 Millionen Euro Anlegergelder?
Diese Frage stellt sich weiterhin, auch nachdem die Göttinger Gruppe erstmals zu einem Interview mit [plusminus bereit war. Denn auf die Frage, mit welchen Beteiligungen die Göttinger Gruppe Geld verdient, antwortete der Geschäftsführer Bodo Steffen: "Die werden wir benennen im Rahmen der Jahresabschlüsse, wenn testierte Zahlen auf dem Tisch sind, dann können wir Unternehmen benennen und auch konkrete Zahlen benennen. Vorher halte ich das für wenig glücklich."

Die Anleger sind verunsichert
Dabei würde so mancher Anleger aber schon gerne wissen, wie es weitergeht. Anleger, wie Helga Ströbele, die ihre gesamten Ersparnisse investiert hat. Ihr hatte der Vermittler der Göttinger Gruppe zuletzt mitgeteilt: "... von uns kriegen sie nichts, von uns können sie gar nichts haben. Da müssen sie schon zusehen, dass sie woanders zu Geld kommen."

Helga Ströbele hätte bei Vertragsabschluß dem Vermittler nicht einfach glauben dürfen, sondern den Emissionsprospekt der Göttinger Gruppe aufmerksam lesen müssen, so wie es die Staatsanwaltschaft Braunschweig vor der Einstellung des Ermittlungsverfahrens getan hat. Deren Ergebnis nach drei Jahren intensiven Studium fasst Oberstaatsanwalt Ekkehard Niestroj zusammen: "Nach dem Ermittlungsergebnis waren die Prospekte ausreichend, die Anleger über das Risiko zu informieren. Die Prospekte sind begutachtet worden, sie haben danach ausreichend auf alle Risiken hingewiesen."

Staatsanwaltschaft handelt grob sachwidrig
Für den renommierten Strafrechtsexperten Professor Harro Otto hat die Staatsanwaltschaft grob sachwidrig gehandelt. Nach seiner Meinung hätte die Staatsanwaltschaft Anleger und Vermittler befragen müssen, und sich nicht allein auf die Emissionsprospekte konzentrieren dürfen.

Nach Vorlage der Unterlagen durch [plusminus bemängelt er bei der Arbeit der Staatsanwaltschaft in Braunschweig: "Sie hätte der Frage, ob eine Täuschung der Anleger vorlag, im Tatsächlichen weiter nachgehen müssen. Es sind Anzeigen erstattet worden. Man hat sodann die Beschuldigten gehört, die haben entweder die Aussage verweigert oder die Täuschung bestritten und sodann sind die Verfahren eingestellt worden."

[plusminus legte die Unterlagen der Braunschweiger Staatsanwaltschaft zur Einstellung der Ermittlungsverfahren auch dem Hamburger Institut für Finanzdienstleistungen vor. Für Prof. Udo Reifner steht nach Durchsicht der Unterlagen fest, dass die Staatsanwaltschaft auf jeden Fall hätte Anklage erheben müssen. Nur ein Insolvenzverfahren kann nach seiner Meinung die verbliebenen Anlegergelder noch retten.

Sein Rat: "Ein Konkurs allein gewährleistet, dass das, was noch vorhanden ist, nicht aufgebraucht, nicht für Gehälter und sonstige Tricks benutzt wird, und vor allen Dingen, dass nicht diejenigen, die zuerst kommen, einfach das Ganze bekommen und die am Schluss bekommen gar nichts mehr. Deswegen muss in diesem Fall von allen praktisch die Anlage gekündigt werden und sie müssen praktisch dafür sorgen, dass hier ein ordentliches Insolvenzverfahren eingeleitet wird, damit also eine gerechte Verteilung möglich ist."

Juristischer Silberstreif am Horizont
Für all die Anleger, die nicht auf die Insolvenz des Unternehmens setzen und sich schon beim Abschluss ihrer Anlage getäuscht fühlten, zeigt sich noch ein anderer juristischer Silberstreif am Horizont.
Das Landgericht Lübeck hat in einer Entscheidung vom 6. August 2002 unter dem Aktenzeichen 11 O 32/02 einem Anleger, der sein Geld zurückverlangte, Recht gegeben. Das Urteil bezieht sich dabei in der Argumentation auf die "irreführende Prospektwerbung", die auch kausal für den Entschluss des Klägers war, eine Einlage zu zeichnen. Die Formulierung, bei der Entnahme sei auf die Liquidität der Beklagten Securenta AG Rücksicht zu nehmen, sei "irreführend, weil verharmlosend", so die Richter in ihrem Urteil.

Plus minus
Antworten
satyr:

Aus dem Stern man achte auf die vertretene

 
18.03.04 00:40
Prominenz.

Zitat aus dem Stern:

Die Geschäfte des Herrn R.

Es spricht die schönste Frau der FDP, und der ältere Herr, hinten ganz rechts auf dem Podium, lässt die Lider hängen. Als der Beifall durch das Stuttgarter Staatstheater rauscht, schreckt der ältere Herr hoch und patscht zweimal müde in die Hände. Dann gähnt er genüsslich.

Günter Rexrodt hing erkennbar im Formtief, als die Liberalen mit Europawahl-Spitzenkandidatin Silvana Koch-Mehrin und Guido Westerwelle am Dreikönigstag fürs Wahljahr 2004 mobil machten. Aber man könnte Verständnis für die schlaffe Performance des FDP-Schatzmeisters aufbringen: Der Mann ist schwerstbeschäftigt. Als Kassenwart der Liberalen (13 Millionen Euro Schulden), als FDP-Bundestagsabgeordneter, als Chef der Berliner FDP. Als Berater und Gutachter mehrerer Firmen und Versicherungen, als Kurator in Vereinen und Stiftungen. Als zehnfacher Aufsichts- oder Beirat diverser Unternehmen. Besonders sensible Aktivitäten des Politaktivisten: Sein Wirken als Präsident der Arabisch-Deutschen Vereinigung für Handel und Industrie e. V. (Ghorfa), sein Aufsichtsratsmandat beim Finanzdienstleister AWD und sein Vorstandsjob bei der PR-Agentur WMP Eurocom AG.

Gut anderthalb Seiten mit Nebenjobs

Gut anderthalb Seiten füllen die Nebenjobs des liberalen Volksvertreters im Bundestags-Handbuch. Die wollen abgearbeitet sein, das macht müde. Hinreichend Zeit für die Politik? "HexiRexi", wie der Vielbeschäftigte wegen seines ausgeprägten Um- und Erwerbstriebs parteiintern bespöttelt wird, hat mit der Frage, ob er ein Nebenerwerb-Politiker ist, kein Problem. Das sei "die persönliche Diffamierung dessen, der als politischer Gegner oder Konkurrent ausgemacht worden ist". Schließlich entsprächen seine lobbyistischen Tätigkeiten dem Verhaltenskodex des Bundestags, der "auch genau eingehalten wird". Nicht immer: Bei WMP machte er mit seinem Mandat Reklame für sich, was ihm eine Rüge eintrug, denn der Kodex verbietet strikt "Hinweise auf Mitgliedschaft im Bundestag ... in geschäftlichen Angelegenheiten".

Mit der symbiotischen Verquickung von Politik und Geschäft hat der Mann kein Problem. Seine Parteifreunde schon. Für den Anwalt Peter Landauer, der Rexrodt vor zwei Jahren im Kampf um den Landesvorsitz der Berliner FDP knapp unterlag, kann beim Spitzenmann der Spree-FDP von einem nur seinem Gewissen verantwortlichen Volksvertreter keine Rede sein: "Er ist Lobbyist. Er benutzt sein Mandat als Betriebsplattform."

Aus Landauers Sicht macht sich der Bundestagsabgeordnete Rexrodt einer Art "Diätenbetrug" schuldig. Die vom Steuerzahler finanzierten Diäten sollten die Unabhängigkeit der Abgeordneten sichern, sagt der Anwalt. Doch im Fall Rexrodt müsse man sich vor Augen führen, dass "jede Äußerung oder jedes Verhalten? des Günter Rexrodt auf direkten oder indirekten finanziellen Zuwendungen Dritter beruhen kann. Wer weiß, welche Auftraggeber ihn zum Beispiel heute und in dieser Kalenderwoche finanzieren".

"Missbrauch der Partei"

Fazit des Kritikers, dessen Urteil viele in der Berliner FDP teilen: Rexrodt müsse sein Mandat und den Landesvorsitz niederlegen wegen "Missbrauchs der Partei". [...]

[...]Als Vorstand der PR-Agentur WMP gerät Rexrodt immer wieder in Konflikt mit dem Volksvertreter Rexrodt. Als Florian Gerster, Chef der Bundesagentur für Arbeit, der WMP einen 1,4-Millionen-Euro-Auftrag ohne Ausschreibung zuschanzte, saß der FDP-Mann vornehm im Haushaltsausschuss und schwieg, während das Gremium sich damit befasste; der Schlussabstimmung, vor der bereits alles gelaufen war, blieb er fern. Rexrodt plädiert für den EU-Beitritt der Türkei, was in seiner Partei heftig umstritten ist. Klarer Fall: Die Türken sind WMP-Großkunde. Er schrieb einen Artikel für die vom Kartellamt untersagte Fusion von Eon und Ruhrgas - entgegen der Linie der FDP, in der mehr Wettbewerb oberstes Gebot ist. Klarer Fall: Auch Eon schönt die WMP-Bilanz. Er sitzt im Beirat der Gerling-Versicherungsgruppe. Ebenfalls klar, dass er laut in den Ruf einstimmt, die Rentenreform müsse von mehr privater Vorsorge begleitet werden. So wird verständlich, dass der zwielichtige Beziehungsmakler Moritz Hunzinger einmal in einem Brief an den Thyssen-Vorstandsvorsitzenden über Rexrodt schrieb, zu ihm bestehe "eine besonders qualifizierte Beziehung, die sich bewährt hat".

Bei Finanzdienstleistern engagiert

Mindestens genauso problematisch ist Rexrodts Engagement bei so genannten Finanzdienstleistern, die Geldanlagen, Versicherungen und Vorsorgepakete verkaufen und sich zunutze machen, so der Branchenspott, dass bei vielen Deutschen der Steuerspartrieb stärker entwickelt ist als der Sexualtrieb. Rexrodts Firma WMP, an der er 2,5 Prozent der Aktien hält, war hier für die Göttinger Gruppe aktiv: Die tummelt sich auf dem so genannten grauen Kapitalmarkt und ködert mit schillernden Versprechungen hungrige Geldanleger. Kurz bevor der Saarländische Rundfunk (SR) im vergangenen Dezember eine kritische TV-Sendung über die Göttinger ausstrahlte, intervenierte Rexrodts Vorstandskollege Hans-Erich Bilges massiv bei SR-Intendant Fritz Raff gegen die Ausstrahlung und drohte mit Einschaltung des Rundfunkrats. Begründung: In dem Film werde "Kampagnen-
journalismus" betrieben. Der SR erklärte dazu kühl, während viele Anleger um ihre Altersversorgung zitterten, hätten die Göttinger immer noch genug Geld, um WMP (Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Genscher, fünf Prozent Aktienbesitz, 40000 Euro Jahreshonorar) gegen Kritiker in Stellung zu bringen. Bilges bestritt gegenüber dem stern, Druck beim Intendanten ausgeübt zu haben. "Mir kam es auf Fairness der Berichterstattung an."

Auch der AWD ist eine heikle Adresse für einen aufs Renommee bedachten Politiker. Laut "Frankfurter Allgemeine" klebt der Ruf an AWD, "Witwen und Waisen ohne Rücksicht auf Verluste riskante Geldanlagen zu verkaufen". [...]

Rechtsanwalt Baum vertritt zahlreiche Geschädigte gegen AWD - und wurde dabei von AWD-Aufsichtsrat Rexrodt sogar am Rande einer Beerdigung zu Zurückhaltung gedrängt, weil kritische Äußerungen Baums zeitweilig zu massiven Kursverlusten der AWD-Aktie geführt hatten. Rexrodt erinnert sich ganz anders: Baum habe ihn gebeten, einen Kontakt zu AWD zu vermitteln. An den Gesprächen habe er jedoch nicht teilgenommen. Baum weiß wiederum ganz genau, wo er den Parteifreund getroffen hat - im Berliner Hotel Kempinski.

Baum kämpft zusammen mit dem Düsseldorfer Rechtsanwalt Julius F. Reiter seit Jahren für einen verbesserten Anlegerschutz - mit mäßigem Erfolg. Für Reiter nicht verwunderlich: "Der politische Flankenschutz durch aktive und pensionierte Abgeordnete im Sold der Finanzdienstleister verhindert seit Jahren wirksame Schutzbestimmungen für Kapitalanleger und Verbraucher. Zu dieser Lobby gehört der Abgeordnete Rexrodt." Medard Fuchsgruber vom Bund der Kapitalanleger ergänzt: "Der Schaden für den Finanzplatz Bundesrepublik Deutschland ist immens."

Sein Rückhalt in der Berliner FDP schwindet

[...]Rexrodt weiß, dass sein Rückhalt in der Berliner FDP schwindet. Unvergessen, dass er zwar die Liberalen 2001 zurück ins Abgeordnetenhaus führte, aber dann flugs sein Mandat zurückgab, als die FDP nicht in die Regierung kam. Weil ihm so mehr Zeit für private Erwerbstätigkeit bleibt und größerer Einfluss als Lobbyist? Dennoch will er 2006 wieder als Berliner Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl antreten, wie er intern bereits jetzt wissen lässt. Denn er bastelt schon an einem weiteren Karrieresprung: "HexiRexi"möchte nach einem Regierungswechsel EU-Kommissar in Brüssel werden.

Am Wochenende beschloss die FDP in Saarbrücken ihr Programm für die kommende Europawahl. Darin heißt es: "Die FDP wird sich dafür einsetzen, dass der nächste für den Wettbewerb zuständige EU-Kommissar von den Liberalen gestellt wird." Der Satz kam, wie Insider berichten, auf ausdrücklichen Wunsch von Präsidiumsmitglied Rexrodt in den Text.

Antworten
Kalif:

Ach die Lügen und Betrügen Truppe

 
18.03.04 00:44
Hinz und Kunz vom Handwerker zum erfolgreichen Vermögensberater. Zuvor in Jogginghose dann im Anzug.
Die Typen die jetzt Schulden abzahlen?
Antworten
satyr:

Jo sowas sind wieder schwer im Kommen

 
18.03.04 00:48
andere Jogginghosen,bessere Anzüge ,die gleichen Sprüche.
Antworten
Kalif:

Kann mal

 
18.03.04 00:50
preisfuchs fragen, ob er Jogginghosen abgibt. Der muss genügend aus vergangenen Tagen aufbewahren
hahaha
Antworten
Dr.UdoBroem.:

Göttinger Gruppe seit Jahren im Gerede

 
18.03.04 01:00
Es gab schon Diskussionen, als sie Trikotwerbung beim VfB Stuttgart gemacht haben und das ist schon ewig her.

Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe 1429059
Truth is stranger than fiction, because fiction has to make sense
Antworten
satyr:

War vorhin ne Sendung in derARD

 
18.03.04 01:12
Die Illusion von der privaten Rente
Die Geschäfte der Göttinger Gruppe
und die Ohnmacht der Behörden

Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe 1429062Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe 1429062
Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe 1429062
Der Markt für private Zusatzversorgungen boomt. Ein Milliardengeschäft. Doch einzelne Anbieter nutzen eine Lücke in der deutschen Finanzaufsicht: Sie verkaufen riskante Unternehmensbeteiligungen als angeblich sichere Altersvorsorge.

Ende Januar 2004 auf einer Raststätte bei Leipzig: Bei einem lokalen Treffen von Securenta-Geschädigten drängen über 100 Menschen in den Saal; die Stimmung ist äußerst angespannt. Fast alle haben ihre gesamten Ersparnisse verloren - durch Verträge bei der Securenta AG, die zur Göttinger Gruppe gehört. Schlimmer noch: Mit Wut im Bauch müssen die Betroffenen registrieren, dass sie von Staatsanwaltschaften und Gerichten kaum Hilfe zu erwarten haben. Sie fühlen sich verraten und verkauft. "Bananenrepublik" gehört noch zu den gemäßigteren Kommentaren.

Deutschland 2004: Angesichts maroder Sozialkassen und unsicherer Betriebsrenten boomt der Markt für private Zusatzversorgungen. Ein Milliardengeschäft. Doch einzelne Anbieter nutzen seit Jahren eine Lücke in der deutschen Finanzaufsicht: Sie verkaufen riskante Unternehmensbeteiligungen als angeblich sichere Altersvorsorge.

Das bekannteste "Rentenmodell" dieser Art stammt von der Göttinger Gruppe. Unter dem Banner einer vermeintlich sicheren Alters versorgung sammelte sie in knapp zehn Jahren von ihren "Rentensparern" umgerechnet rund eine Milliarde Euro ein. Experten und staatliche Aufsichtsämter gehen davon aus, dass nur der geringste Teil tatsächlich Gewinn bringend angelegt ist. Hunderte von Millionen stecken heute in oft wertlosen Beteiligungen, wurden nie investiert oder sind schlicht für Provisionen drauf gegangen.Doch weil die Anleger mit Vertragsabschluss juristisch gesehen stille Teilhaber wurden, haben sie bei den Justizbehörden schlechte Karten. Nun zittern Tausende von Anlegern um ihre Altersversorgung, während die Gründerväter der Göttinger Gruppe ungeschoren davon kommen. Inzwischen räumt die Gruppe zwar Fehler in der Vergangenheit ein. Doch statt den Anlegern ihr Geld zurückzuzahlen, setzt sie lieber auf ein besseres Image und beschäftigt eine Beraterfirma.

Der Film zeigt, wie ahnungslosen Anlegern hochriskante Unternehmensbeteiligungen verkauft wurden, wie sich Prominente vor den Karren der Gruppe spannen ließen und lassen - und wie untätig die Behörden dem Phänomen noch immer zusehen.

Wer hat das gesehn:Die Göttinger Gruppe 1429062
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--