The Sixth Sense - Währungsreform
Es ist Halloween-Zeit: Ein Brauchtum, welches zunehmens aus den USA auch nach Deutschland überschwappt. Und während sich Anti-Goldpreis Kommentator Jon Nadler unter dem Titel Scary Movie 5: The Undead Fed über die furchterregende US-Notenbank lustig macht, geistern in deutschen Landen anstehende Szenarien zu einer Währungsreform durch die Internet-Foren.
Dabei haben Merkel und Sarkozy bei dem EU-Gipfel eigentlich das erreicht, was sie erreichen wollten: Die anderen Länder stärker an die Kandare zu nehmen und der Kommission zu zeigen, wer die wirkliche Macht in Europa hat.
Das Scheitern des EU-Gipfels, gefolgt von einem Ausstieg Frankreichs und Deutschland und einer in diesen Ländern dann folgenden Währungsreform innerhalb weniger Tage war dann doch etwas zu ambitioniert.
Das soll nicht heißen, dass in Berlin und Paris nicht solche Ausstiegs-Szenarien in den Tresoren liegen und die Deutsche Bundesbank beziehungsweise die Banque de France unvorbereitet auf eine solche Aktion wären. Aber man müsste schon einen sechsten Sinn haben, um eine solche Aktion vorhersehen zu können.
Denn die damit verbundenen Diskontinuitäten wären für den Welthandel und insbesondere für die Binnenwirtschaft so gravierend, dass man wohl nur im absoluten Notfall darauf zugreifen würde.
Beim Gold bewegte sich das heutige Preis-Niveau zum Ende des Handels in Richtung der Marke von $1.360 beziehungsweise 980 Euro. Das ist eine erstaunliche Entwicklung, schaut man sich die Drückungs-Versuche des Gold Kartells der letzten Tage genauer an. Das gelbe Metall ist trotz FED-Meetings, US-Kongresswahlen und den Arbeitsmarkt-Zahlen vom Oktober in der besten Laune, die Marke von $1.400 und 1.000 Euro zu nehmen.
Allerdings sind alle drei Ereignisse auch dazu geeignet, im Vorfeld einen potentiellen Preisrutsch auszulösen, nur damit der dann folgende Anstieg nicht zu exzessiv sein möge. Für kurzfristige Engagements keine besonders gute Zeit – es sei denn, man weiss im Vorfeld, was geschehen wird.
Im asiatischen Handel heute früh sah es noch nach einer Schaukelstuhl-Bewegung in der anderen Richtung aus, nachdem ja das gelbe Metall am gestrigen Tag seine Verluste vom Mittwoch mehr als wettmachen konnte.
Auch im Londoner Vormittags-Handel war die Stimmung eher in Richtung sinkender Kurse gerichtet: Der A.M. Fix kam zwar mit $1.336,75 (EUR 966,63) um zehn Dollar höher als noch am gestrigen Tag zustande, aber im Vergleich zum New Yorker Schlussstand vom Vortag verlor Gold sieben Dollar. Aber schaut auf den Euro-Goldpreis, der sich der Marke von 970 Euro näherte.
Zum frühen Nachmittag schnellte Gold kurz vor Eröffnung der New Yorker COMEX dann von knapp $1.340 auf über $1.350 hoch. Das hat wohl auch das Gold Kartell auf dem falschen Fuß erwischt, das schleunigst bis zum Londoner P.M. Fix bemüht war, diese Gewinne wieder abschmelzen zu lassen. Aber bei $1.342 war dann wieder Schluss.
Der P.M. Fix kam wenige Minuten später mit $1.346,75 (EUR 968,26) wieder näher an der $1.350er-Marke als der $1.340er-Marke zustande. Ein 24-Stundengewinn von $13.
In den folgenden zwei Stunden konnte Gold wieder die Marke von $1.350 zurückgewinnen, und eine Stunde vor Handelsschluss an der COMEX schnellte Gold plötzlich auf bis zu $1.360 hoch. Der Schluss-Stand mit $1.357 kam nahe dieser Marke zustande – ein Tagesgewinn von bemerkenswerten $15.
Ein kurzer Blick auf Gold im späten Access Handel um 21:20 Uhr MEZ: Gold steht nun bei $1.357,50 und 977,20 Euro. Das ist doch kein schlechter Wochenausklang, oder?
Aber schaut auf Silber und vor allen Dingen Palladium: Plus 60 Cent bei dem Element mit dem chemischen Symbol Ag (Argentum) und plus $20 bei dem bislang klassischen Industriemetall Palladium.
Der Euro schwächelte nach der Verkündung der Ergebnisse des EU-Gipfels gegenüber dem Dollar leicht. Darauf ist auch der kräftige Preis-Anstieg von Euro-Gold zurückzuführen. Die EZB konnte wohl nach dem vordergründig guten Ergebnis für die weitere Existenz der gemeinsamen Währung ihre Devisen-Interventionen wieder zurückfahren.
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"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)