ob 100, 130 oder 200 % - bei Japan gestattet der Bondmark (Gläubiger) klarerweise eine wesentliche Verschuldung (weil dahinter immerhin der Exportweltmeister bzw. die exportierten Güter stehen).
Einem Griechenland hingegen getattet der Bondmarkt offensichtlich nicht einmal 120 % Verschuldung (wo genau der kritische Wert für Griechenland gelegen wäre - ab dem die Bondzinsen stärker gestiegen wären, wissen wir nicht - denn dazu ist es wegen des "sprunghaften" Schuldenanstiegs der Griechen gar nicht gekommen.
Der USA wird vermutlich auch eine höhere Verschuldung zugestehen als Griechenland, aber wohl eine niedrigere als Japan.
Tatsache ist aber, dass dies KEIN linearer oder klar definierbarer Vorgang ist (ab wann ein Land Glaubwürdigkeit, niedrige Verzinsung und damit letzlich auch die Zahlungsfähigkeit verliert), sondern von vielen Faktoren abhängt. Da gibt es keine absoluten Zahlen, sondern nur Anhaltspunkte und Schätzungen.
Wichtig ist aber, sich immer vor Augen zu halten, dass es ZEITLICH der Masse NIE gelangen kann, die Zuspitzung einer Krise und den "Knall" vorherzusehen. Das läuft dann nicht mehr in Zeitlupe wie die jüngsten Monate, sondern im Schnellstvorlauf (siehe Zuspitzung bei Lehman oder Griechenland).
Sicher, ob die griechische Wirtschaft mit 5 oder 10 % wächst oder schrumpft - ist für unsere Konjunktur zunächst nebensächlich. Weniger nebensächlich allerdings wird es, wenn die 750 Mrd dann vielleicht doch schlagend werden, dann vielleicht nicht nur die Slovakei abspringt, sondern auch die Tschechen, Polen, Finnland..... also, so gerne ich auch ein "geeintes Europa" glauben würde: in der Krise wird wohl letztlich doch nationalstaatliches im Vordergrund stehen als das "gemeinsame Haus Europa"....
Über eine Währungsreform mache ich mir aktuell eigentlich keine Gedanken, das wäre mir viel zu einseitig - sondern viel mehr darum, WIE ich mein erarbeitetes, erspartes, erzocktes... über die lange, grosse Krise retten kann. Da muss mehr miteinbeziehen als "WR", sondern alle möglichen "Tricks" die der Staat hat - und er hat eine grosse Palette an Möglichkeiten: nicht nur über Steuern (Einkommen, Immobilien!....) und Abgaben, sondern auch über Inflation, Default (Staat selber oder er lässt Banken über den Jordan gehen wie die USA bei Lehman), - bis hin zum theoretischen "Goldverbot", welches eines Tages wirklich kommen kann.
ich habe für mich beschlossen, dass ich mich vor dem "Goldverbot" wohl am besten schützen kann. Ich kann keine Immobilie oder Land verstecken (vor Besteuerung), ich kann mein Einkommen nicht verstecken (solange ich eines habe), aber ich kann das Defaultrisiko minimieren (keine Lebensversicherung, bei der Bank nur das Notwendigste anvertrauen...) und ich kann versuchen mich vor der Inflation (besser gesagt: negativem Realzinssatz !) zu schützen. Ein Goldverbot in ferner Zukunft macht mir hingegen die allergeringsten Kopfzerbrechen - denn wenn der Staat eines tages DAS nötig haben sollte - dann ist der Goldpreis schon hoch geworden, dass er im Volumen in Konkurrenz zu den Anleihen steht - sprich dann sind die Anleihen (inklusive LV, "Vorsorgen"...) ohnehin fast nichts mehr oder gar nichts mehr wert. Dann will ich erst recht Gold besitzen (trotz Goldverbot!), denn dann brennt es eh schon lichterloh.
Hinzukommt, dass es für mich ausser Frage steht, dass wir mitten in einer Energiekrise stehen (diese aber nur wegen der schwachen Wirtschaftslage noch nicht wieder zu einem 3-stelligen Ölpreis geführt hat.) Diese Energie/Ölkrise ist nicht mehr abzuwenden - höchstens nur durch eine andere Krise (die den Verbrauch wegen schwacher Wirtschaft reduziert) zeitlich verschiebt "unter - vermeintlicher Kontrolle hält". Sollte die Wirtschaft wieder spürbar undnachhaltig anziehen, haben wir wir wieder 1XX USD per Barrel > Ölkrise. Bleibt die Wirtschaft schwach, haben wir halt eine Wirtschafkrise....
So oder so - die lange, grosse Krise hat eben erst angefangen. Stellt euch darauf ein, dass Ihr so schnell nicht mehr so einfach und nachhaltlig Geld mit Aktien verdient wie bis 2000 oder wie von 2003-2007. Diese Zeiten sind vorbei, für lange (es sei denn es kommt eine "Revolution" vergleichbar mit der Eisenbahn, Industrie, Autos oder www/hightech - dann würde ich auch wieder Licht im Tunnel sehen).
Aber diese Krise wird die Schulden weiter überproportional schnell anwaxchsen lassen (shet euch doch mal die Entwicklung an bis 2007 - und seit 2007. Bis 2007 war alles "einigermassen" unter Kontrolle - aber so schnell wie die Verschuldung in den letzten 2 Jahren anstieg, dass ist furchterregend. Und kein Licht in Sicht. Die Staaten verlassen sich auf eine Konjunkturbelebung und dass der "Gelähmt" wie durch ein Wunder von selbst aufsteht. Er wird es nicht mehr!
Die Frage ist doch nur: wo fällt eines Tages wirklich DER Dominostein um, der dann wirklich nicht mehr aufzuhalten ist. Das wird Deutschland nicht sein, aber das wird den Deutschen auch nicht mehr Zeit geben zu handeln als den Franzosen, Polen etc...