Aus Angst um die Euro-Zone flüchten die Anleger aus Aktien und in Bundesanleihen. Der Leitindex Dax bricht um mehr als drei Prozent ein.
Aktien können kräftig fallen. Das haben Börsianer fast schon verlernt. Seit elf Wochen geht es mit deutschen Aktien beinahe ausnahmslos nach oben. Einen Einbruch um drei Prozent gab es seit Mitte Dezember nicht mehr. Und so wurde so mancher Anleger unsanft aus seiner Komfortzone gerissen, als der Deutsche Aktienindex Dax plötzlich um mehr als drei Prozent abrutschte.
Die Furcht um die Euro-Zone im Allgemeinen und Griechenland im Besonderen trieb Investoren aus Aktien heraus und hinein in den als sicher geltenden deutschen Anleihemarkt. Zum Handelsschluss notierte der Dax 3,4 Prozent tiefer bei 6633,11 Punkten. Das war der größte Tagesverlust seit Anfang November vergangenen Jahres.
Griechenland beginnt mit Schuldentausch
Gleichzeitig markierte das deutsche Renten-Barometer Bund Future mit 140,48 Punkten einen historischen Rekord. Damit findet ein fulminanter Jahresauftakt beim Dax vorerst ein Ende. Noch Ende Februar sah es so aus, als könnte der Dax mühelos die 7000-Punkte-Marke überspringen. Dank der Geldschwemme quasi aller Notenbanken hatten viele Investoren die Euro-Krise kurzerhand für beendet erklärt. Beispielsweise hatte die Europäische Zentralbank (EZB) die Märkte innerhalb von zwei Monaten mit einer Billion Euro geflutet.
„Nun müssen viele erkennen, dass die Gelder der EZB vielleicht Liquidität bringen, aber keine Zahlungsfähigkeit“, sagt Stuart Thomson, Fondsmanager bei Ignis Asset Management. „Wenn der Markt der Meinung ist, dass ein Land bankrott ist, wird diese Geldpumpe nicht funktionieren. Und die Besorgnis steigt.“
EZB-Bilanz steigt über die Drei-Billionen-Euro-Grenze
Die Bilanz der EZB überschritt in der vergangenen Woche erstmals die Grenze von drei Billionen Euro. Sie erhöhte sich um 330,561 Milliarden auf 3,023 Billionen Euro. Der Anstieg war nach dem Drei-Jahres-Geschäft der EZB mit den Banken vergangene Woche erwartet worden. Die Notenbank hatte den Geschäftsinstituten die Rekordsumme von 530 Milliarden Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt.
Griechenland
Foto: Infografik DWO/Inofgrafik DWO Athen ächzt unter Milliarden-Schulden
An den Märkten stand am Dienstag abermals die Mittelmeer-Republik Griechenland im Fokus. In der Finanzwelt wächst die Angst vor einem Scheitern des Schuldenschnitts. Wenige Tage vor Ablauf des Umschuldungsangebots der Regierung in Athen wurde eine dramatische Warnung des Welt-Bankenverbandes IIF bekannt. Demnach könnte es zu einer ungeordneten Staatspleite mit Kosten von über eine Billion Euro kommen, sollten nicht genügend private Investoren beim Schuldenschnitt mitmachen. Der IIF fürchtet, dass der Pleitevirus auf Spanien und Italien überspringen könnte.
Tatsächlich kam es erstmals seit Wochen wieder zu Turbulenzen an den Anleihemärkten der Peripherie. Die Risikoaufschläge gegenüber Bundesanleihen schossen kräftig in die Höhe. Während die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsschuldtitel auf 1,77 Prozent fiel, kletterte die Verzinsung spanischer und italienischer Papiere kräftig in die Höhe.
Milliardenpaket und Schuldenschnitt
http://www.welt.de/finanzen/article13907029/...ust-seit-November.html